Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Was war das für ein cooler Urlaub. Jeden Tag Magic spielen, das ging irgendwann auch Thomas und mir auf den Keks. Zuerst mir, nämlich im Grunde genommen am Anfang, als ich gegen seine bösen Aggrostrategien mit meinen langsamen Decks „unendlich“ leiden musste, dann aber irgendwann auch Thomas, als ich herausfand, dass ich doch gewinnen konnte. Ja, dieses „Gewinnen“, das gehört irgendwie dazu. Und schöne Spiele natürlich auch. *zwinker*


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Lange oder schöne Spiele hatten wir jedoch nur sehr selten. Mit etwas Magic-Erfahrung sieht man recht schnell, ob ein Spiel noch in der Lage ist, zu kippen, oder ob man auch direkt aufgeben kann. Bewusst wird das, wenn man mal mit Duell-fixierten Spielern Two-Headed-Giant spielt, weil dort mehr Spiele hin und her gehen können als im Duell. Aber zu zweit ist es so offensichtlich. Einer hat eine bestimmte Karte – dann war es das. Aufgeben, mischen, nächstes Spiel.

Auch wenn das der Grund ist, weshalb ich ungerne Duelle spiele und zu den Mulitplayerformaten neige (die ausserdem abwechslungsreicher sind, weil mehr Karten gespielt werden und ein zusätzliches Glückselement in Form von Spielerentscheidungen hinzukommt), machten die Spiele mit Thomas insgesamt sehr viel Spass. Am Ende vielleicht sogar mehr Spass, als wenn man im Multiplayer an einem Screw oder Flood leidend zum Zuschauen verdammt wird – und zum sich-selbst-frustrieren. Beim ersten Multiplayerabend nach der ganzen Woche Duelle fiel mir dies sehr unangenehm auf.

Man kann aber nicht sagen, dass Thomas‘ und meine Decks ungleich stark waren. Die Ausrichtung und die Verteilung der Stärke war dafür unterschiedlich. Thomas hat wesentlich mehr Aggro- und Tempostrategien als ich. Da wir (in der 2HG-Runde) in den Casual-Formaten mit diesen Decks weniger erfolgreich sind, sind meine Decks eben hauptsächlich auf Kartenvorteil und die Möglichkeit, Effekte wiederholbar auszuführen ausgerichtet. Das ist dann der Unterschied Lightning Bolt gegen Inferno Titan.

In diesem Eintrag wollte ich mich an ein paar Spiele erinnern und vielleicht kommentiert Teardrop noch ein bisschen dazu. Zwar hatte ich nicht alle Decks dabei, aber sechs Longboxen voller Decks mussten ausreichen um das wesentliche Spektrum abzudecken. Die Duelldecks hatte ich dabei bewusst ausgespart. Mit Duelldecks meine ich die im Legacy, Modern oder (aktuellem) Standard gültigen Decks. Dafür waren einfach zu viele Highlander, Pauper und natürlich auch die beiden erfolgreichen übergrossen Highlanderdecks dabei (die jeweils schon einen Grossteil einer Longbox erfordern). Bah!

Grünes Highlander
Ich war wirklich erstaunt, wie gut sich eines dieser Decks im Duell schlagen konnte. Zwar ist das grüne Highlander auch gut getunt (Geheimtrick sind die vielen guten 2-Drops – nie die Bärchen unterschätzen) aber ebenso oft ist es nicht in der Lage, rechtzeitig auf eine bestimmte Bedrohung einzugehen. Hauptsächlich wenn es darum geht, ein Artefakt oder eine Verzauberung zu entfernen, die gefährlich werden könnte. Glücklicherweise bedrohen Teardrops Decks kaum in dieser Richtung – und als Kreaturenfarbe kann man mit Werten in der rechten unteren Ecke umgehen.

In einem Spiel hatte ich auch mal eine unglaubliche Hand, die aus Joraga Treespeaker, Garruk, Primal Hunter und Primordial Hydra bestand. Leider war Thomas flooded, sodass 3. Runde Garruk, Token und vierte Runde Hydra für fünf (Danke, Sol Ring), und Karten ziehen dann schon das Spiel entschied.

Dieser Sol Ring aber auch. Neben dem Kompliment an unsere Spielgruppe, dass wir den einfach so spielen (hey, wir sind auch alle schon alt genug dafür) hatte ich das Vergnügen, den ab und zu in der ersten Runde eines 350-Karten umfassenden Decks zu spielen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür stiess Teardrop dann sauer auf, als ich das zwei oder dreimal machte. (Dafür passiert mir das im kommenden Jahr vermutlich nie wieder – na und?)

In einem Spiel gegen ein Kontrolldeck durfte Thrun, the Last Troll dann dafür sorgen, dass das Spiel nicht zu seinen Gunsten kippte und ich immer noch ein Männchen behielt, dass unklau- und uncounterbar war. Wie gut auch dieses Hexproof ist. Bah!

Zu diesem Deck plane ich noch einen In/Out-Artikel. Wenn der Bedarf besteht…

Shroud 2011.09
Das Shroud-Deck machte in einigen Spielen dann auch viel weniger als gedacht. Zwar ist es sehr witzig, dass die Kreaturen nicht anzielbar sind, aber durch die Hexproof-Inflation der letzten Serien ist es nicht mehr so „outstanding“ wie bisher. Das ist schlecht für das Shroud-Deck, weil sich die anderen Decks auf eine vielzahl nicht anzielbarer Kreaturen anpassen.

Ein Spiel war sogar ein relativ knappes, bei dem ich mittels Empyrial Archangel überlebte, weil Thomas die Vampirhorden rausgelassen hatte. War es nicht auch das Spiel, in dem ich dann von dem Vampire Nocturnus hergenommen worden wäre, wenn er nicht wieder das Land aufgedeckt hätte?

Inzwischen habe ich das Shrouddeck etwas umgebaut und ein paar der 1UU kostenden Kreaturen rausgenommen, weil sie zu weit weg von der normalen Manaentwicklung liegen. Ausserdem überlege ich an einem Hexproof-Deck, das vielversprechender aussieht, da man auch Equipments spielen kann (nicht, dass man die Schwerter auch schon überstrapaziert).

Treefolk Deck v1.6
In die sechs Longboxen, die ich mit in den Urlaub nahm, packte ich in der Vorbereitungszeit auch Decks, die ich zwar schon lange Zeit nicht mehr spielte, die mir aber für die absehbaren Duelle interessant erschienen. Eins dieser Decks waren auch die Aggro-Bäume. Ich spiele sie mono-G, der Teardrop hat eine BG-Version.

Im Gegensatz zum Merfolk-Bashing (wir berichteten in Hann ouvert) auf der DM 2008 läuft es beim Treefolkbashing nicht darauf hinaus, dass der verliert, der zuerst den Lord (Lord of Atlantis) legt. Aber der Lord ist auch kein Gewinnmuster. Dauntless Dourbark ist da schon eher die beachtenswerte Karte.

Nebenbei bemerkt hatte ich auch die Fische dabei, so dass wir ziemlich in der Nähe der Loire uns entsprechende Schlösser um die Ohren hauen konnten.

Baum- und Fischgefechte wurden aber schnell langweilig. Bah!

Die anderen Highlander

Die EDH- oder die Multiplayer-Highlander schlugen sich auch im Duell sehr gut. Eins meiner Lieblingsdecks wurde nach und nach das auf Sorceries und Instants ausgelegte UR-EDH, dessen Commander Niv-Mizzet ist („it’s just there for the colors“). Obwohl in diesem Deck nur wenig Removal oder Kreaturen sind, mogelt es sich eigentlich immer bis zum entscheidenden Rite of Replication mit Kicker irgendwie durch.

Im Spiel gegen Teardrop verbauerte ich es, die Stärke seiner Kreaturen richtig zu berechnen, als ich eine Chain Reaction mit drei Kreaturen spielte, bei der nur sein Simsalabim getötet wurde, nicht aber der böse Flieger. Das war peinlich. 🙂

Überraschend war für mich, dass er mein Oros, the Avenger EDH, dessen Alleinstellungsmerkmal die fliegenden Kreaturen sind, so überaus stark fand. Ich hatte es zuvor aussortiert, da es kaum die Kreaturen auf dem Spielfeld halten konnte und viel zu wenig Removal oder andere Tricks spielte. Oft war man damit im Topdeck-Modus – zumindest im Multiplayer. Aber im Duell war es etwas stärker – da zählt es mehr, wenn man eine blöde 4/4 fliegende Kreatur auf dem Tisch hat. Bah!

Überraschung

Grosses Hallo gab es dann bei den Decks, die von meinem Standard abweichen. Irgendwie spielen sich meine Decks auch überwiegend gleich – aber bei diesen beiden Decks liegt ein anderes Schema zugrunde. Da ist zunächst das Pauper-Deck zu nennen.

Pauper No.1
Das Modern-taugliche Pauperdeck bestach damit, dass der erste ungeblockte 1/1er neun Giftmarken verteilte. Auch Teardrop hatte in diesem Matchup sein Giftdeck (BG), dass auf Pumpsprüche aber im wesentlichen verzichtete (Bah!).

Cool war dann auch, wie sich Teardrop ein paar Blocker übrig behielt, die alle schwarz waren, und ich dann mit Apostle’s Blessing an denen vorbei laufen konnte. Statt sich die Doom Blade offen zu lassen… tztztz…

Das Howling Parasite war das andere Deck unkonventionellen Anspruchs. Dieses Deck besteuert das Kartenziehen. Für den Gegner mit Underworld Dreams und entsprechenden Versionen und garniert das mit Howling Mine. Ich hatte mich ja schon einmal darüber ausgelassen, dass meine Version sehr brutal ist und ich in entsprechenden Casual-Foren Leute gelesen habe, die nicht wollen, dass ihr Deck in der vierten oder fünften Runde gewinnen kann (404 Webfehler).

Im Duell gegen ein weisses Ally-Weenie war oft nur die Frage, wer das erste Land legen durfte. Denn Teardrops Allies waren ebenfalls schnell und töteten auch durchschnittlich in der vierten Runde.

Durchschnittlich!

Spiele, in denen ich Darkness spielen konnte, gewann ich, die anderen nicht. So einfach ist das. Tendrils oder Unmake waren oft nur schlechte Versionen von Darkness, sodass es eben doch mehr Schaden brachte, diese zu spielen als es einfach dunkel werden zu lassen. Dieses Deck braucht eben noch die vierte Darkness.

3 Kommentare

  1. Mario Haßler meint:

    Aggro-Decks gegen Themendecks & Co. — das kommt mir sehr bekannt vor, und auch aus der gleichen Perspektive. Zum Beispiel, wenn ich (per MWS oder an einem intensiven Magic-Besuchswochenende) gegen meinen Freund Michael aus Hilden antrete (der spielt mittlerweile auch in eurer Runde mit). Die meisten meiner Decks können gegen ein schnelles Deck, das vom Start weg in die Offensive geht und dann einfach den Weg freiballert, kaum etwas anrichten.

    Das ist das alte Problem. Ich verstehe den Reiz, ein knallhartes Aggro-Deck zu bauen, und die Freude darüber, wenn es funktioniert. Das resultiert dann aber entweder in sehr kurze Spiele, die sehr schnell keinen Spaß mehr machen (auch nicht dem Aggro-Deck-Spieler, der zuverlässig in drei bis vier Runden gewinnt), oder in eine Rüstungsspirale, entsprechende Anti-Decks oder noch schnellere Aggro-Decks zu bauen. Ich sehe weder das eine noch das andere als sinnvoll an. Das ist jedenfalls nicht, wie ich Magic spielen möchte.

    Im Idealfall pendelt sich das automatisch auf einem für alle akzeptablen Niveau ein, wenn man öfter mit den gleichen Leuten spielt. Und so habe ich nichts dagegen, ab und zu mit so einem Deck eins übergebraten zu bekommen, um daran erinnert zu werden, was alles möglich ist. Und ansonsten spielen wir ausgeklügelte Control-Decks, Themendecks, Kombodecks oder was auch immer ein bisschen länger braucht, damit wir zwischen Deckauswahl und Sieg auch noch anspruchsvolle und spannende Spiele haben.

    Heute Abend kommt Stefan, und es wird bestimmt wieder sehr unterhaltsam.

  2. atog28 meint:

    Das war auch ein Unterschied in der Herangehensweise, die Teardrop feststellte. Er meinte, meine Decks seien ja nach Farben eingestellt (diese „32 Decks“-Geschichte; wobei ich das nicht als oberste Sortierpriorität werte) und seine zeigen, was in Magic alles möglich ist (auch hierzu hat er bereits gebloggt). Ab und zu mal ein richtiges Aggrodeck muss schon drin sein, auch wenn man dann an Overabundance eingeht (*zwinker*@Hippy).

    Ausserdem wusste ich gar nicht, dass Michael dich so weit kennt – obwohl, er hat da so was angedeutet… 🙂

  3. Teardrop meint:

    Ganz so schlimm ist es ja auch nicht. Ich will selber noch einen Blog schreiben, habe aber im Moment so viel zu tun, etwas Gedauld.
    Marcus Decks sind ja nicht alle langsam, der hat da auch Sachen, die krank schnell sind.
    Meine Decks sind im Allgemeinen mit mehr Linie gebut, und haben genau einen Plan. Seine haben viele Pläne, können über Redundanz gewinnen. Da liegt eben der Unterschied. Abgesehen natürlich von der Tatsache, das ich meistens Duelle zocke, da ich an Multiplayer 1. weniger Spaß und 2. die Mitspieler nicht habe.
    Deshalb sind meine Decks eher auf Duelle ausgelegt, und da spielt tempo eben eine besondre Rolle.
    Im Multiplayer brauche ich Man-o-war und Co nicht, im Duell sind sie großartig…

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