Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Cinderfist

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…statt Cinderrella

Ich kündigte bereits an, dass ich die „alles entscheidende Frage“(tm) stellen wollte. Dann tat ich es doch nicht, weil es egal ist. Nun böte sich das für eine Einleitung an, also flechte ich sie mit in den Text. Hier also die „alles entscheidende Frage“: warum kommt ihr eigentlich hierhin und lest? Ihr lest doch, oder? (Na gut, einer kommt immer nur her, springt zur Deckliste und meckert über das fehlende Pony-Layout. Aber der Rest von Euch liest doch, oder?) Ok. Also die Frage ist das Warum.

Ich kann mir vorstellen, dass es dafür unterschiedliche Motivationen gibt. Und heute könnte ich diejenigen, die wegen „Limited-Tech“ gekommen sind, erfreuen. Beim Draften habe ich mal einen neuen Archetype ausprobiert… Cinderfist.

Letztlich sind sie ja noch alle „neu“…

Was ist „Cinderfist“? Es ist die RB Variante des Schimmelhaufens die ich nach den wesentlichen Bestandteilen „Cinder“ und „fist“ eben „Cinderfist“ taufte. (Man beachte, dass man es mit „C“ und nicht mit „K“ schreibt!)

Aber um es vorweg zu nehmen: es hat nicht funktioniert, daher kann ich nur abraten. Vielleicht muss man es auch nur richtig machen, mehr Glück haben, oder nicht in derselben Farbe wie der rechte Nachbar sein (ok, nicht 100% dieselbe Ausrichtung, aber man stritt sich eben um die besten Karten – nur ohne Streit, da ich sie nicht mehr sah).

Nachdem ich mit meinen beiden ersten Shadowmoor-Drafts recht erfolgreich war, versuchte ich mal was anderes. Nicht mehr weiss sollte es sein, obwohl Marc mir davon zuschob, als würde die Farbe nichts können – ich reichte es direkt an Marion weiter, die damit, ihren First Pick unterstützend, ein geniales Deck bauen konnte, aber dazu später mehr – sondern ich nahm die schwarzen Karten.

Mein Ziel war es, die Life-Loss Fähigkeit des Smolder Initate so gut es geht auszunutzen. Von diesem netten Mann bekam ich drei, was warscheinlich schon eine ausreichende Anzahl ist. Das nächste Ziel war dann, das RB-Enchantment auf seine Tauglichkeit zu testen. Daraus resultiert das „fist“ in „Cinderfist“.

Zum „Cinder“ in „Cinderfist“ ist mehr zu sagen. Merken kann man sich hierzu, dass die Kreaturen mit „Cinder“ im Namen namensgebend sind. Insbesondere Manaforge Cinder bekam ich häufig und liegt, möchte man in der zweiten Runde seine RB-Kreatur enchanten, quasi perfekt in der Kurve. Für das Deck bieten sich auch Crowd of Cinders an, deren ich aber nicht habhaft werden konnte.

Sonst wäre vielleicht einiges anders gelaufen. Statt dessen nahm ich den etwas zu teuren und viel zu defensiven Cinderbones (der wenigstens mit Power of Fire eine gute Figur machen kann). In das Deck hätten eher Cultbrand Cinder gehört, die mir aber auch nicht unter die pickbaren Karten gerieten. Die Cinderhaze Witch wurde mir angeboten, aber eine 3/2 Kreatur für fünf Mana hat schlechtere Kampfwerte als so manche nicht-gepowerte Vogelscheuche. Das Problem an schwarz sind seine – und beim Tippen verfehlte ich das „w“ in schwarz, so dass sich fast schon automatisch „scherz“ bildeten wollte – seine absolut untauglichen Kreaturen.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass sich keine Kreaturen mit 2 Toughness finden lassen, was dazu führt, dass man in jedem Kampf darauf angewiesen ist, mit dem Gegner zu tauschen. Der fehlende Card Draw führt ansonsten unweigerlich dazu, dass der Gegner mehr Karten unter seine Kontrolle bringt als man selbst. Entsprechend muss man vor dem Ablauf dieser Zeit (also solange die Karten noch in seiner Hand sind) diesen Status ausnutzen oder ihm die Karten von der Hand ziehen (allerdings fand ich hierfür ebenfalls keine Sprüche). Was? Cinderhaze Witch? Ach so…

Zu einem Zeitpunkt, an dem ich noch unschlüssig war, ob ich UB oder RB spielen sollte, bekam ich den Memory Sluice zugeschoben und sah ihn als mögliche Addition zu den Smolder Initiates. Das Convoke.. nein… ähn… Corrupt? Splice? Na, dieses Verdoppel-den-Effekt-Dingens jedenfalls sollte dank dutzender 1-Drops kein Problem sein. Während des Spiels sollte sich vor allem der psychologische Effekt des Mühlens positiv darstellen. Ohne die Drowner Initiates lassen sich zu wenig Karten mühlen, so dass man nur Gegner, die aktiv Karten ziehen (Tom), wegmühlen kann. Immerhin gibt es eine gute Lategame-Option, und in so manchem Spiel hätte ich gewonnen, wenn die oberste Karte meiner Bibliothek ein „Du mühlst acht!“ gewesen wäre. Einmal war sie das sogar. Sonst halt nur ein Trigger für das RB Duo.

Ebenso wie die Qualität eines Shadowmoor-Decks an den Uncommons für CCC gemessen werden kann, fehlen mir die angreifenden 4/4er. Sie haben ausreichend Toughness um den Block zu überleben und sind schnell genug, um auch von Fists zu profitieren – aber ich sah sie leider ebenfalls nicht. An mir vorübergegangen sind die Gouger jedenfalls nicht… 🙂

Ich merke das nur an, falls sich jemand berufen fühlen sollte, seine eigenen Erfahrungen mit „Cinderfist“ machen zu wollen. Einen misratenen Draft gibt es schliesslich immer mal wieder.
Hierzu ist man auf eine höhere Zahl an Uncommons angewiesen, als ich bekommen habe, und man lasse sich nicht vom Corrupt, Incremental Growth Blight oder Gloomlance ablenken – diese Karten sind nicht der Grund, warum man das Deck spielen sollte. Sie waren zum grössten Teil unspielbar oder überflüssig. Hätte ich statt des Blight ein weiteres Fists gespielt, wäre das warscheinlich besser gewesen. Wenn das Deck keinen frühen Druck aufbauen kann, braucht man zwar den Board-Sweeper, aber dieser ist komplett entbehrlich, wenn der Gegner die 3/3 first strike wither Kreaturen (optional gerne grössere Dinger) chumpblocken muss, da er dann einfach kein Board aufbauen kann!

Blight hatte ich halt auf der Hand, als ich chumpblocken musste, da hätte er dann auch geholfen wenn ich ihn hätte spielen können (dieses Mana aber auch), aber das Problem lag ganz woanders. Es war einfach die falsche Karte für dieses Deck. Eine gute Karte insgesamt, aber eine andere, objektiv schlechtere, wäre passender gewesen. Dasselbe gilt entsprechend für die schlechteren Gloomlance und das teuere Corrupt.

Torrent of Souls hatte ich falsch gelesen und dachte, er brächte mehr als eine Kreatur aus dem Friedhof ins Spiel. So sollte ich unter dieser Annahme von einer totalen Limited-Bombe ausgehen, während ich keine Kreatur hatte, die gross genug war um davon in der gewünschten Weise zu profitieren. Der +2/0 auf das Team war trotzdem spannend genug, um ihn als Finisher zu rechtfertigen; ob diese Rechtfertigung rational war, bezweifele ich allerdings inzwischen. Immerhin waren unerwartete Lebenspunkteswings bei den Gegnern möglich, wenn zwei oder drei Weenies durchkommen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Betrachtet man schliesslich die Manabasis, kommen selbst tumbe Trommler der Erkenntnis nahe, dass 17 Länder zuviel für eine Kurve sind, die hauptsächlich aus 1-drops und 2-drops besteht. In der ersten Fassung spielte ich daher lockere 15 Länder und ging ein ums andere Mal flooded, obwohl einige skalierbare Fähigkeiten mich vor der Flood schützen sollten. Auf 14 Ländern fühlte sich das Deck ausgewogen an (nun störten allerdings die 5- und 6-Mana-Sprüche deutlich mehr).

Ich hatte das Gefühl, mehr Kreaturen zu spielen (da sie früher rauskamen als die Sprüche) als tatsächlich enthalten sind. Leider bringen die 1-Toughness-Monster nichts, dafür muss man sich an den guten Enchantments (Fists, Power of Fire) erfreuen, wobei letzteres auf einer 1-toughness Kreatur nicht so lange liegen blieb, wie man sich das vorstellt (quasi: noch kürzer!).

So.

Genug vom Deck, dessen Analyse ge-blablat. Nun zu den Spielen.

Runde 1 – Tom BUW -1/-1 counter/Untap Thema
Tom gewinnt den Würfelwurf und ist kurze Zeit später unter Beschuß eines Smolder Initiates und Manaforge Cinders. Die beiden machen in Zusammenarbeit mit Trip Noose 6 Schaden, dann kommt ein Duo und ein weiterer Initate hinzu. Beim Tom versperrt eine Sentry den Weg, aber da er versucht ist, sein Board weiterzuentwickeln, kann ich diese wegtappen. Torrent of Souls bringt ihn auf 4. Tom zieht einige Karten über den -1/-1 Counter-Spruch; diese Counter verschiebt er dann auf meine Smolder Initiates. Schade, und danach kann ich gegen seine Safehold Sentry und Leech Bonder mit Torture nichts mehr machen. Draw-Go bei mir. Eine Runde bevor er mich töten könnte, finde ich das rettende Memory Sluice, spiele drei Kreaturen (von denen er eine auch noch countern kann) und mühle ihm die letzten fünf Karten weg. Gewonnen!

Im zweiten Spiel bringe ich ihn ähnlich zum ersten auf 10 Leben. Während ich im ersten Spiel sieben Länder zog, halte ich hier eine vier-Land-Hand und ziehe weitere fünf Länder nach. Insane.

Tom ist im dritten Spiel Beatdown und findet schnell Sentry, Safeguard Elite und ein Duo (ich glaube UW), daran kommen meine 1/1er nicht vorbei. Er ist auf 9 als er mich angreift und es ist immer wieder dasselbe – ich habe einen Rush für 10 Schaden und dann bleibt das Deck stehen.

0-1

Ich nehme ein Land raus und füge Torpor Dust hinzu.

Runde 2 – David UW monoweiss
David sass zwei Plätze links von mir und ist wie Marion an den ganzen weissen Karten hängen geblieben, die ich weitergab. Während Marion in grün ging, stippte David in blau und wurde wohl belohnt.

Sein Deck ist voll von Lifegain. Nach meinen Beats mit Smolder Initiate (er ist etwas screwed, aber ich habe nicht genug Kreaturen) bringt er Oracle of Nectar auf den Tisch, dann ein UW Duo, dass mit Steel of the Godhead ausgestattet vorbeikommt. Bevor ich Incremental Blight spiele, hat er so 11 Leben hinzugewonnen. Ich kann weitere Smolder Initiates recht ungehindert nutzen, aber seine Flieger überrennen mich, und er gewinnt auf 4 Leben (brutto also -7).

Das zweite Spiel schmeisse ich, als er doppel Steel of the Godhead auf zwei Rune-Cerver Riders spielt. 6 Lifegain kann ich nicht racen. Er war auf 7 Leben (brutto 5).

0-2

Runde 3 – Jörg GRw
Aus dem Duell Jörg gegen Chrissi werde ich gegen Jörg hochgelost. Dabei hätte ich mich auf das Matchup gegen Chrissis mono-rot gefreut (da hätte ich gegen die andere 1-Toughness-Bande gezockt).

Jörg spielt dicke Männchen und nachdem ich ihn zielsicher auf 1 Leben bringe, versperrt er mir mit Morselhoarder und Elemental Augury den Weg. Sechs potentielle Blocker verhindern, das ich mit meinen vier Kreaturen noch durchkomme. Hätte ich es sicher gespielt, wäre der Angriff zuvor ohne den Smolder Initiate abgelaufen, aber ich zog ohnehin nur Land nach. EOT fragt er, ob die Tokens das Rundenende überleben – und leider ist es so. 12 Elementals geben mir dann den Rest.

Im zweiten Spiel läuft mein Deck endlich so wie es soll. Ein Duo mit Fists zeigt, dass diese RB Duos, obwohl auf dem Papier superschlecht, ganz schön aggressiv rüber kommen können. Er ract mit Safehold Elite und Scuzzback Marauders gegen, aber ich gewinne das Rennen wegen der vielen schwarzen Aktivierungen des Duos.

Im dritten Spiel ziehe ich eine Starthand aus Memory Sluice, Power of Fire und fünf Swamps. Also Mulligan. Die 6-Karten Hand ist Memory Sluice und fünf Swamps. Die fünf-Karten-Hand hat einen 1-drop und sonst nur teuere Karten, kein Land. Die vier-Kartenhand hat Cinderbones als billigste Karte, aber Land. Ich ziehe einen Initiate nach und zwei Länder, kann dann noch Fists auf Cinderbones legen, aber Jörg macht einfach viel mehr und dass ich dieses Spiel verliere war nach triple-Mulligan schon sehr warscheinlich.

0-3

Jörg splashte Mirrorweave in das GR Deck, was er lustig über Morselhoarder ausspielen konnte. Das führte zu witzigen Aktionen gegen Chrissi, aber bei mir hätte er nur mein Team wesentlich verbessert. Ein schwacher Trost.

Runde 4 – Kiri GW
Während ich in beiden Spielen ganz nett ziehe (inzwischen sieht mein Deck so aus wie oben angegeben), hat Kiri wieder dieselben Taktiken, die ich schon aus den vorigen verlorenen Runden kenne. Lifegain (Kitchen Finks) und dicke Kreaturen (Crappapple Cohort, der unanzielbare Elf). Dazu kommen noch Hexhunter, die einfach 1:2 mit einer gefisteten Kreatur tauschen können und das gute Removal gegen rot-schwarz. Ich bin soooo kaputt.

0-4

Während dieses Deck eventuell mit etwas weniger Pech ein besseres Ergebnis erzielen könnte, kann ich es in dieser Machart nicht empfehlen. Die Kreaturen sind zu fragil, ich habe nun oft genug darauf hingewiesen.

Marion räumte mit ihrem Deck allerdings 3-1 ab und gewann gegen Jörg, Kiri und Tom. Damit hat sie sich wohl die Punkte geholt, die ich verloren habe – kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, Jungs… es bleibt in der Familie.

Hier ist Ihr Deck.

Sowas sollte man draften.

5 Kommentare

  1. Michael Lauter meint:

    – 3 Memory Sluice
    – Torpor Dust
    – 2 Cinderbones
    – Power of Fire
    – 2 Mountain
    + Gloomlance
    + Beseech the Queen
    + Rootcutters
    + Scuttlemutt
    + 5 Swamp

    hätte ich wohl gebaut.

    14 Länder sind jedenfalls echt zu wenig für die Anzahl deiner teureren Spells, aber das hast du ja schon angemerkt.
    Wäre es für deine grundsätzliche Idee nicht gut gewesen, das Revelsong Horn noch irgendwie unterzubringen?

  2. atog28 meint:

    Habe ich auch überlegt, aber ich fürchte dass der Bonus nicht ausreicht um damit den Tausch zu verhindern – und das Ganze nur noch klobiger wird.

    Hätte ich ein anderes Deck bauen wollen, wären auch Rootcutters, UB Aura auf jeden Fall am Start gewesen. Weniger Manaforge Cinder, mehr Gloomlance – 17 Länder – das wäre ein herkömmliches Deck gewesen.

    Wenn ich nur nicht so verdammt neugierig wäre… 🙂

  3. Huy Dinh meint:

    Ich komme hierher und ueberfliege die Beitraege auf der Suche nach Magic-irrelevantem Inhalt, weil ich den mag.

    Und natuerlich bin auf der Suche nach Zuckerpaessen, die mir meinen Sinnlose-Kommentare-Count um 1 erhoehen. Wie der Kommentar mit dem Wedding Band. Oder natuerlich auch der hier.

  4. Amnis meint:

    Also ich komme hierhin, weil ich bei McDonalds einen Kugelschreiben geschenkt bekommen habe. Aber mal im Ernst, die Artikel lesen sich wie kleine Abenteuergeschichten, das mag ich. Und zum Draft, Mono-Schwarz funktioniert bei mir meistens besser als rot-schwarz, weil die Korruption und andere schwarze Karten dann viel besser werden.

  5. Zeromant meint:

    Und ich komme hierher, um Dich zu fragen, was um alles in der Welt Dich geritten hat, 3 Memory Sluice und 2 Fists of the Demigod ins selbe Deck zu stecken – hältst Du Dich für dermaßen gut, dass Du mit nur einem Deck in der Lage bist, Deinen Gegner gleich zwei Mal auf völlig inkompatible Arten zu besiegen?

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