Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Ehre

atog28

Beinahe hätte ich die folgenden Zeilen nicht hier, sondern bei Magicuniverse in die Redaktionszeit geschrieben.

Warum? Weil ich es kann. Aber der wirkliche Grund wäre gewesen, weil es etwas anderes wäre. Das Standardformat ist noch neu, es kann noch nicht laufen und nicht mal richtig stehen. Wir wären schon froh, wenn es mal eine Nacht durchschlafen würde, aber dazu später mehr.

Warum nicht? Weil diese „Redaktionszeit“ als Wochenvorschau eben am Anfang der Woche steht, und mir viel zu wenig Zeit blieb, das Erlebte und diese Vorschau überhaupt noch rechtzeitig fertig zu stellen. Aber die Vorschau zu schreiben kann so schwer nicht sein?! Oh ja… danke.

Kommen wir also zum Thema. Heute: „Ehre“… und wem sie gebührt, quasi…

Am vergangenen Sonntag (5.10.08 definiert es hinreichend genau) fand in Iserlohn, wo es natürlich in der Stadt auch das Fantasy Warehouse als nette FNM-Location gibt, erneut ein Ligaspiel statt. Unsere Wahl fiel wie immer auf Standard, obwohl einige dabei beobachtet wurden, vor lauter „Neues-Format“-Hysterie ins Legacy geflüchtet zu sein.

Mit Martin vereinbarte ich, dass wir uns am Samstag nachmittag bis abend treffen und dann den ganzen Abend lang neue Decks testen. Aus dem Nachmittag wurde Abend, um 18h kamen wir an und ich baute noch zwei-/drei Decks um. Während der Sportschau (es gibt hier für mich unerklärbare Ballspielpräferenzen seinerseits) half Martin beim austüten von Snow-Covered Mountains.

Wir bauten ein Feen-Deck, bei dem die herausrotierten Karten durch entsprechende WBU-Charms (erklär mir mal einer die Fragmentnamen!) ersetzt wurden. Auf Massenremoval verzichteten wir allerdings. Spätere Tests liessen vermuten, dass die Feenvariante eine eher schwache Version wäre. Man müsste noch mehr weiss hineinpacken, um auch Wrath of God im Board supporten zu können, aber das würde man wegen der Bitterblossom wieder nicht wollen. Eine WU-Faerie Variante bastelten wir schliesslich aber nicht, obwohl ich davon unabhängig ein WU-Control bauen wollte. Eine Hybridisierung zwischen diesen Decks werde ich in Kürze aber ausprobieren, das klingt vielversprechend.

Dann war da noch das Monorote Deck, dass auf seine Funktion bezogen keine Einbussen hinnahm. Skred fiel zwar heraus, aber da der nicht durchgängig gespielt wurde, kann das kaum als Verlust gewertet werden. Wir glichen dies mit Magma Spray aus, der Kitchen Finks, Redcaps und andere random Kreaturen (man denke an Reveillark) zuverlässig aus dem Friedhof fernhielt und damit Persist und Reanimation umgeht. Hell’s Thunder glich die fehlenden Blood Knights aus (weisse Flieger werden schliesslich kaum gespielt) und ansonsten beliessen wir die Liste wie sie zuvor war. Das Board änderte sich gravierend wegen fehlender Greater Gargadons. Es wurde das Beste der Testdecks, und daher schlug ich es Carsten als Deckwahl vor (er war auf einer Party bis spät in die Nacht und konnte kein Deck bauen).

Eine weitere Testliste sah ich im RW Kithkin von Kyle Sanchez. Die Idee, auf dem neuen Ajani aufzubauen, erschien mir vierversprechend… äh… vielversprechend, und so warf ich diese als „Kithkin Aggro“ in den Gauntlet. Beim Spielen stellte sich Ajani aber als schwach heraus. Die geringe Loyality und die im Standard nahezu unbrauchbare Aufladfunktion half nicht gegen die beiden Decks, die Martin und ich spielen wollten. On-the-Play war Ajani zwar ganz ok, vor Allem, wenn das Deck genug Blocker auf den Tisch brachte, aber meistens spielte die Planeswalkerin den Lightning Helix für 2WR. Grosses Kino.

Nachdem ich an die Kurzbeschreibung der Testdecks nun einen gedachten Haken machen kann, komme ich noch nicht zum Höhepunkt dieses Blogs, sondern beschäftige euch erst mit meiner Deckliste. Das aus dem Block-Constructed herausgewachsene Quick’n Toast wurde von mir mit neuen Karten angereichert („verbessert“ mag ich nicht behaupten), die aus Shards oder Zehnter Edition zur Verfügung stehen. Beim Testen stellten sich dann die Rhox War Monks (statt Kitchen Finks) aber als zu schlecht heraus. Oft machten sie genau weniger Leben als die Küchenhutzel, weil sie von jeder Karte im Mono-R entsorgt werden. Ram-Gang hinterlässt zwar noch einen 0/1 Lifelink-Blocker, aber mehr als nochmal blocken kann der auch nicht. Immerhin erzeugte der Pfannkuchenmann manchmal einen Creature-Stall (so dass ich überlegte, ob ich die Ursache davon war) und ich musste mir den später mit Mass Removal selbst wegmachen, weil die andere Seite überwältigend wurde. In Hinblick auf diverse Blockoptionen gewannen die Kitchen Finks wieder. Es ist einfach wichtiger, zweimal einen Blocker zu haben – und meist machen die Finks ein Leben mehr, ein Leben, auf dem das Q’nT das Spiel immer wieder gedreht hat (ich erinnere mich da an den PTQ in Hannover).

Die weitreichensten Änderungen waren an der Manabasis, und die Idee, Cascade Bluffs zu spielen, ermöglicht mehr Firespouts, allerdings sind es schon geschummelt wenig Islands um die Länder überhaupt sicher zu aktivieren (oft sass ich nach einem Spruch schon nur noch mit Filterländern da – vier Filterländer lassen auch keinen Cryptic Command spielen…). Da ich schon dabei bin – ich ging mit „Open Duelling“ schliesslich 2-4, wobei viele Quick’n Toast-Listen an den unteren Rängen spielten. In der ersten Runde betuppte mich Martin mit einer Torrent of Souls-Interaktion, die gar nicht geht (Siege-Gang Commander), und ich war einfach zu müde. Das änderte sich aber auch nicht, so dass ich mehrfach auf meine schlechten Plays angesprochen wurde. So wie DrLamda kann ich es also nicht. Immerhin haben wir bis viertel nach Drei getestet! Dieses neue Standardformat hielt uns eben die ganze Nacht wach!

Kommen wir also lieber zu dem, wem Ehre gebührt.
Martin erzählte mir schon am Telefon von seinem Deck, und damit ihr auf dem gleichen Stand seid, zeige ich euch auch direkt mal die Deckliste, wobei es sich dabei schon um die endgültige handelt (die ursprüngliche und die Listen zwischendurch schrieben wir nicht auf):

Zunächst war ich etwas erschrocken: will Martin wirklich Wrath of God im Weissen Weenie spielen? Aber nein – schliesslich ist es eine Kontroll-Liste und kein Weenie. Zentrum des Ganzen ist die abgefahrenste Karte im neuen Set: Elspeth. Sie hat zwei „Plus“-Fähigkeiten, und im Gegensatz zur RW Ajani sind beide auch noch nützlich. Nach dem Wrath macht man sich mit Elspeth einen Token und kann damit in der folgenden Runde als 4/4-Flieger angreifen. Sollte das kein Plan sein, lässt sich einfach immer wieder ein Token machen. Das ist dann aber bestimmt ein Plan; Bitterblossom ohne Lifeloss.

Aber es gibt noch mehr lustige Plays. Kartenvorteil erzeugt das Deck hauptsächlich aus den Knight of the White Orchid. Diese lassen sich dann spielen, wenn der Gegner drei Länder hat, um zum Beispiel zwei 2/2-First Strike-Ritter in einer Runde zu legen. Selbst wenn der Gegner nichts spielt, kann man sich immer noch mit der Figure oder den Knight of Meadowgrain beschäfigen. Die Rustic Clachan sind in der entgültigen Version die einzige Reminiszenz an 420.3n oder wie der State-based Effect mit den +1/+1-Countern heisst, der die Persist-Counter wieder entfernt. In der ursprünglichen Liste waren noch Lorwyn-Ajanis drin, die sich aber als zu klobig herausstellten und durch die Allzweckwaffe Oblivion Ring ersetzt wurden.

Letztlich gibt es noch den Ruel (Ranger of Eos), der die Doppel-Figure-Packung suchen kann. Die Oversoul dürfte die schwächste Kreatur im Deck sein, aber sie ist bei allen bunten Kreaturen ohnehin fast unblockierbar (nebenbei auch ein Punkt, an dem Rhox War Monk versagte). Ich riet Martin noch zu zwei Wilt-Leaf Liege, die mit den Finks und dieser Oversoul besser wären als die UW-Lieges, auch wenn letztere besser in den Plan gepasst hätten. Restless Apparition ist Martin’s Lieblingsshade, von dem er auf dem Turnier sagte: „Über den haben meine Gegner gelacht. Aber nur das erste Mal.“. Beim Testen stellte sich diese Kreatur als mindestens so nervig heraus wie die Figures, denn als 5/5 Flieger (Elspeth) mit später optional weiterem Pump-Effekt stellt man ihr recht wenig entgegen. Was Martin in diesem Zusammenhang nicht wollte, war der Shade namens Stillmoon Cavalier, da er sich nicht mit Elspeth pumpen liess. Wer also das Deck durch den Cavalier „verbessern“ will, sollte das bedenken.

Beim Testen hatten wir schnell heraus, was an Martins ursprünglicher Liste fehlte (Spot Removal), und was zuviel drin war (z.B. Ajani). Nun konnte man entweder Kontrolle, oder Aggro spielen – und in vielen Spielen war diese Flexibilität eindeutig von Vorteil, da er mit seinem Weenie nicht in den Gaslosen Zustand kam, wenn das Spiel länger ging, denn man konnte immer irgendwie Kartenvorteil generieren, wozu sogar die Runed Halo im Sideboard noch beitrugen.

Schliesslich gewann Martin mit 5-1 (Loss gegen Dennis N.) das Turnier und durfte trotz eher geringer Teilnehmerzahlen ein Display Shards of Alara mitnehmen, und ich freue mich, dass wir das Deck am Abend zuvor durch Testen noch getunt haben, und mit 36 Testspielen (inkl. vieler Control-Mirrors) jeweils fit waren, was man wann spielen konnte (auch wenn ich mich am Sonntag an nichts erinnern konnte)…

Jetzt darf man wieder „Meister“ zu ihm sagen.

10 Kommentare

  1. Michael Lauter meint:

    Nett – Glückwunsch 🙂
    Reicht nicht ein Ranger Main, wenn man „nur“ die Figures suchen kann, stattdessen evtl. lieber die dritte Liege?

  2. atog28 meint:

    Er hatte auch erst nur einen, aber der Mann war immer so gut, dass man nur darum nicht mehr spielt, weil die Akrasischen Squire oder Rhys es nicht ins Deck schafften. Aber eventuell wäre das der Weg für eine Weiterentwicklung.

  3. Teardrop meint:

    Ja, die Ranger sind nett. Die überlege ich sogar ins Ext. Boros zu packen! Das ganze Deck sieht echt gut aus, werde ich dann mal weiterbauen, wenn ich wieder Zeit habe.

    Aber die Apparition gefällt mir nicht, dawürde ich wirklich nach was anderem suchen. Den doppelschläger zum Beispiel, mit Liege und oder Elspeth ist der GG!

  4. Belcadrach meint:

    Ehre, wem Ehre gebürt.
    Dank, wem Dank gebürt.

    Besten Dank!

  5. schwarzewolke meint:

    Gefällt mir echt gut die Liste und hat viele nette Synergien mit Elspeth.

  6. zur meint:

    Das Deck sieht mal wie der übelste Haufen aus. Ich sag nicht dass es schlecht ist, ich habs ja nie gespielt, aber alleine so komische Karten Elspeth oder Ranger of Eos zu spielen klingt ineffektiv. Und das ganze ist Mono Weiß, also hat man wenig Möglichkeiten überhaupt den Gegner zu disrupten. Ich kann mir halt nicht vorstellen, dass das ein Tier 1 oder 2 Deck sein soll.

    Edit:Die Elspeth ist warscheinlich sogar der schlechteste Planeswalker den sie je geprintet haben.

  7. Martin meint:

    Du hast natürlich recht. Das Deck kann nichts – ich hatte einfach unendlich viel Glück! (Den Ranger und die Elspeth-Tante habe ich einfach nie gezogen und meine Gegner mussten immer mindestens ein Mulligan nehmen! Trotzdem wurde es in jedem Spiel noch super knapp…) Naja nichts für ungut – der Atog will wohl einfach nur einen Haufen promoten, damit er es das nächste Mal leichter hat. Sowas aber auch…

  8. Teardrop meint:

    Die Elspeth ist DIE Bombe!

    Jede Kreatur, die vor Dir leigt, tötet den Gegner in spätestens 5! Runden!
    Und wie gesagt, den Doppelschlaggoblin dazu, und es wird baroken, in der vierten Runde für 10 fliegende Schaden angreifen ist IMMER gut, und wenn der Gegner den wegmacht, dann zumindest für wieviel auch immer die anderen kreaturen, die gerade zur Hand sind, bieten!!

    Und Ranger of Eos ist Kartenvorteil pur. Schon mal, so nebenbei, über den 1/1 Mann gegen Enchantments nachgedacht, als One-Of?

  9. Martin meint:

    Ja, haben wir. Das „Problem“ ist, dass alle Kreaturen mit CC kleiner 4 in der Lage sein müssen gegen Beatdown abzutauschen (sonst kriegen sie einen hin und wieder halt doch)…

    Der Ranger wird im Extended viele Hunde, Löwen, MotSs, FoDs, Mogg Fanatics und Wild Nacatls suchen – spätestens dann wird man ihn nicht mehr für unter 5 Euros bekommen.

  10. Teardrop meint:

    Da hast Du doch glatt den MdCh vergessen, pfui! 😉

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