Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Ein Grund, warum Magic lebt

Teardrop

Ahhh Freizeit.

Ist das nicht schön? Nur leider, wie immer wenn der Stress abfällt, erstmal erkältet.
Egal, ich wollte noch ein paar Kleinigkeiten loswerden.

Ich schreibe ja immer mal wieder Kommentare und Blogs, in denen auch „der Amerikaner“ vorkommt. Da wird mir gerne vorgeworfen, man könne die Damen und Herren doch nicht so über einen Kamm und überhaupt seien ja auch nicht alle Amerikaner gleich.
In den meisten Fällen geht es dabei um die Veränderungen, denen Magic seid einigen Jahren unterworfen ist. Ich konnte das oft nicht so genau begründen, aber am Ende ist ja klar, was passiert ist:
Alles, was nicht mit Kreaturen zu tun hat, wurde runterskaliert. Alle negativen Fähigkeiten, abgesehen von direktem Kreaturenremoval, wurde schlechter gemacht. Counter wurden quasi abgeschafft oder wurden extrem situational. Dazu zähle ich auch Mana Leak. In den Turnierformaten kamen, zumindest was Limited und Standard anging, immer weniger Counter vor. Es gab meist nur ein Deck, welches Counter überhaupt benutzte, und da waren sich die Spieler einig, dass es am Snapcaster Mage liegt, dass dieses Set funktioniert, und an den sehr effektiven Drops. Wizards schien da anderer Meinung zu sein, aber was soll’s.
Ich habe immer schon behauptet, sie nähern Magic da den Anforderungen an, die „der Amerikaner“ an dieses Spiel stellt, und zwar der, der bei den vielen und großen FNMs sitzt, die es in den USA nun mal überall gibt. Da werden Karten gespielt, die große Effekte haben, die den Gamestate nicht subtil ändern, die nicht in zwei Runden einen Vorteil bringen sollen, sondern gleich. Mit Uuumph!
Sphinx’s Revelation, Thragtusk, Baneslayer Angel, solche Sachen eben. Und da werden Decks gespielt, die haben Kreaturen und Removal. Sonst nichts. Kaum Kombo, kaum Kontrolle. Zumindest habe ich das so kennengelernt. Und noch etwas ist besonders: Die Leute, die tatsächlich Aspirationen haben, die gibt es auch. Die PTQ-Spieler, die dann auch mit Delver of Secrets oder Miracle-Control antreten.
Aber das sind ja PTQ-Spieler. Die kann man ja eh nicht besiegen, die spielen viel besser. Die zählen nicht. Weil es den meisten dort, wie ich es gesehen habe, gar nicht ums gewinnen, sondern ums mitspielen ging. Insofern war es ok, eine Runde lang den Hintern versohlt zu bekommen vom „PTQ-Spieler“, und dafür in den anderen Runden ordentlich zu Battlen.Deshalb braucht man ja auch sein Deck nicht anpassen oder sich gar überlegen, warum man jetzt schon wieder gegen den verloren hat. Der spielt PTQs, der hat mehr Ahnung und spielt besser, deshalb hat man verloren. Da zeigt sich ein völlig anderer Anspruch ans Spiel, da gibt es eine viel stärkere Trennung des Skill- und Deckqualitätslevels zwischen FNM und PTQ. Diese FNM-Spieler fahren gar nicht erst zu den PTQs oder irgendwelchen SCG-Open. und die Spieler, die es tun, verpassen dann ja auch FNMs, dann haben die Dorks Ruhe.
In Deutschland ist die Szene anders. Da bleiben die Casualspieler zu Hause, und die FNM-Spieler sind meistens schon die Turnierszene, weil bei uns auch gar nicht so viele Möglichkeiten bestehen. Da liegt dann unser Problemetwas anders als das, dass Wizards scheinbar auf Ihre Art angehen wollte:
Die Transition zwischen Turniermagic und Casualmagic war zwischenzeitlich wirklich schwierig. Du hast Dich zu hause mit Kreaturen verhauen, hast dicke Monster gelegt und gedacht, Du bist gut. Und dann bist Du aufs Turnier und hast gegen Decks gespielt, die hatten nicht eine Kreatur. und die haben Dich dann vollständig fertiggemacht. LD, Kombo und Kontrolle waren auf Turnieren viel valider und besser, als Du das kanntest, und die tollen Monster, die Du mitgebracht hattest, die konnten einfach nix. Die Marktforschung scheint ihnen gerade in den USA gezeigt zu haben, dass das Spieler vom übertritt in die Turnierszene abhält.
Und das haben sie jetzt geändert. Die Jund-Decks, die da rumlaufen, die G/Ws dieser Welt, die Zombies und Vampüre, die könnten auch alle am Küchentisch gebaut werden, die bestehen aus Kreaturen und Removal, da wird in der Redzone das Spiel entschieden. Und wenn man dann mal weggemacht wird vom Falkenrath Noble und dem Blood Artist, dann „Well Sir, good game Sir!“ Aber es waren halt Kreaturen. Und die eigenen Monster waren im Spiel, und nicht gecountert. Und man hat teilgenommen.
Mir war das klar, und seit meiner Erfahrung in den USA wusste ich auch, warum das so ist. Aber beim GP San Jose saß Aaron Forsythe in der Sprecherbox, und der hat mit Sheldon Menery und Richard Hagon genau diese Dinge besprochen. Und damit zum ersten Mal, zumindest war es mir vorher nicht bekannt, dies als bewusste Entscheidung von Seiten WotC dargelegt, und das sie sich eben genau das überlegt hatten.
Hier sind die Beweise:
(ab ca. 2:40:00)
Twitch TV

die Fortsetzung
Twitch TV II

Und obwohl mir die Entwicklung nicht gefällt, zumindest was Turnierformate angeht, muss ich sagen, dass Ihr Plan ja aufgegangen ist. Es spielen mehr Spieler Turniere, im Netz geht es ab wie noch nie, MoDo ist erfolgreich (und immer noch ein so schlechtes Programm, dass ich nichts damit zu tun haben möchte) und sie verdienen mehr Geld als jemals zuvor. Magic macht immer noch Spaß, und die alten Karten sind im Casual ja immer noch spielbar, und damit für mich zur Verfügung.

Aber:
Um den alten Spaß an Magic zu haben, den, den ich früher hatte, muss ich Leute finden, die auch daran interessiert sind, mal anständige Duelle zu spielen auf einem Niveau, dass sich an alten Turnierformaten anlehnt. Also Aggro gegen Kontrolle, auch gerne mit Wrath of God und Counterspell, oder auch Kombo. Unfaire Sachen, schnelle Spiele, oder ewig lange Mirrors mit Countern, wo am Ende Karn gewinnt (der Golem, nicht der Planeswalker ;-)), nachdem man ihn durch 4 Counter geboxt hatte.
Und wenn man ehrlich ist: Viele der guten modernen Kreaturen sind nur durch Countern effektiv zu bekämpfen, da sie sonst bereits ihren viel zu starken CiP-Effekt geliefert haben (ich meine, der Effekt des Primeval Titan kostet ohne 6/6-Kreatur schon 4 Mana)
LD und Discard mochte ich noch nie, aber es sind eben valide Strategien, die in Duellen für mich kein Problem darstellen. Im Multiplayer (ein Format, das ich nicht gut beherrsche, ich lerne da noch und habe, was Deckbau angeht, noch lange nicht das Niveau von z.B. Atogs Gruppe) finde ich aber gerade gezielten Discard, oder auch Gruppendiscard, so gut wie das sein mag, nicht gut. Denn es verhindert, dass der Gegner mitspielt, und alle Strategien, die das im Multiplayer verhindern, gefallen mir nicht.


Davon abgesehen, apropos Turnierformate: GP Bochum steht an, und da werde ich ja nun nicht mitspielen, aber Ihr vielleicht. Ich habe da mal zwei Deckvorschläge, einer von mir, und eine Variante, die ich vom KMB entdeckte.

Meins:

KMBs:

Damit lassen sich sicher kurze Spiele erreichen, was bei einem zu erwartenden Rundenbedarf von 10-12 je nach Teilnehmerzahl (und Bochum ist immer noch Mitteleuropa und gut zu erreichen) sicherlich gut ist. Mir gefallen solche Decks. Man braucht sich am Ende gar nicht auf irgendwelche Kombat-Math einlassen. Es wird einfach angegriffen. Das wirklich knifflige ist die Reihenfolge der eigenen Spells. Alles hat haste, und wie wir wissen: Haste haste kannst Du dem Gegner direkt ins Gesicht treten.


Zum Schluss noch ein Erfolgsbericht:
Ich hatte mir mehrere Displays (6) RtR bestellt, auch gleich erhalten, und begonnen, sie zu Versealen. Die Spiele waren kurzweilig, die Decks teilweise krank (zuletzt ein 5-Colour-Green mit Corpsejack Menace, Armada Wurm und Rakdos, Lord of Riots sowie Skymark Roc. Ja, die kamen auch in aufeinanderfolgenden Runden auf den Tisch. Und ja, der Rest war Removal…
Aber das wollte ich gar nicht erzählen.
Mir ging es eher um die Karten an sich: Ich habe Euch ja schon meine Keeper vorgestellt. Und beim Verkauf der restlichen Karten ist tatsächlich viel abgefallen für mich. Sicherlich, mehr Abrupt Decay (4) und weniger Jarad’s Orders (am Ende 12) hätten geholfen, auch hätte ich gerne mehr als die 24 Schockländer (24 ist aber ungefähr Schnitt, wenn ich das richtig sehe), aber auch so habe ich am Ende für alle Commons, Uncommons und den Haufen Rares, den ich behalten werde, knapp 120 Euro bezahlt. Und da dort wie eben berichtet 24 Duals, Vraska the Unseen und auch zwei foil Chromatic Lantern dabei sind, sowie 4 Dreadbore und sowas, stehe ich am Ende doch ziemlich gut da, was den Preis meiner Karten angeht. Dieser Plan ist zuletzt mit den Displays nicht ganz aufgegangen, da man die wenigen teuren Karten tatsächlich selbst auch behalten wollte. In diesem Set aber waren viele teure Karten, die mich einfach nicht interessiert haben, und da fiel das verticken leicht.

Beim nächsten Mal reden wir über Modern Masters,

Bis Denn dann, Euer Teardrop.


7 Kommentare

  1. atog28 meint:

    Was das zweite Deck besser macht sind Pillar of Flame. Die Karte muss einfach dabei sein. Hellrider statt Guttersnipe sieht auch nach der richtigeren Sekundärplanung aus.

    MaRo hat gestern auch sowas in den Daily MTG Artikel geschrieben. Spieler verlieren gerne, weil die Karte daran schuld war. Seine war so viel besser oder sowas. Der Mangel an Selbsterkenntnis führt ja auch dazu, dass alle Spieler besser sind als der Durchschnitt.

    WotC geht in der Produktlinie daher denselben Weg wie die Autohersteller und bietet Produkte für erfahrene (= Mehrheit) Spieler an. Wer kann da schon sagen, dass er nicht dazugehört?

    Ich.

  2. Teardrop meint:

    Hellrider kostet 4 und ist von der Boardsituation abhängig, Guttersnipe kann auch alleine mit zwei karten von der Hand gewinnen. Ich weiß nicht, was da besser ist.
    Pillar of Flame muss dabei sein, richtig.

    Na, das hat gar nicht mal mit erfahren oder nicht zu tun. Aber man gibt den Leuten einfaach so lange bessere Kreaturen und schlechtere Antworten, bis alle auch auf den Turnieren mit Kreaturen zömmeln. Dann hat man eine normale Umgebung. Und dann kommt der Typ mit seinen Canyon Minotaurs und verliert irgendwann gegen die Thragtusk, aber er hat itgespielt. Wenn er stattdessen von eine Kombo verhauen worden wäre, oder sein Board zweimal mit Wrath of God oder so, dann hätte er das von zu Hause von seinen Freunden nicht gekannt und wäre vielleicht zum nächsten Turnier wegen Chancenlosigkeit und wenig lustig und so nicht mehr hingegangen.
    Gegen den Thragtusk hat er ja nur mit Pech verloren.

  3. Jashin meint:

    Der Sniper ist in meinen Augen mit nur 14 Sprüchen aber einfach nicht gut genug –> raus!

  4. Teardrop meint:

    @Jashin:
    Ja, wie gesagt, ich habe es nicht getestet.
    Wenn Du das sagst, wird es sicher stimmen. Also Hellrider > Guttersnipe.

  5. atog28 meint:

    Ach und wenn ich das sage hat Hellrider CMC 4 oder wie?

  6. Teardrop meint:

    @Atog:
    Jashiin hat ein weiteres Argument geliefert. Ich hatte Dir ja nicht wiedersprochen, nur die Abwägung aufgezeigt. Ich finde den Snipe an sich total lustig, und aufgrnd der geringeren Manakosten durchaus in der Diskussion mit drin.

  7. Jashin meint:

    Der Sniper kommt zwar in Runde 3, macht da aber halt noch nix (da wäre phyrexianisches Mana mal wieder hilfreich…) und muss somit auch auf die vierte Runde warten, bis er Schaden macht – genau wie der Hellrider, dessen Body relevanter ist und der überraschender kommt.
    Bytheway, den Mauler finde ich auch nicht sooo gut, da würde ich fast lieber die Flunkies main zocken – die haben einfach den dickeren Body…

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