Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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GP Amsterdam 2007

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„Das darf man nicht verpassen!“

So oder ähnlich erinnere ich mich an die Ankündigung zum Grand Prix Amsterdam (10./11. März 2007). Eine Ankündigung, die ich so auf vielen Magic-Seiten las, allen voran natürlich die des Ausrichters (Wizards of the Coast).

Der Grand Prix zum 10-jährigen Bestehen der Grand Prixs, darum auch in Amsterdam, denn dort wurden bereits am 22./23. März 1997 die Karten geflippt. Nun dazu noch der erste 2HG (Two-Headed Giant) Event und eine Players Party am Freitag, spezielle Foil-Karten zum Sammeln – nein, das darf man wirklich nicht verpassen.

Also das Hotel gebucht, Fahrt klar durchorganisiert, Reiseführer besorgt.

Und dann: Terminkonflikt…

Dieser Terminkonflikt äusserte sich so – die Schüler werden es kennen – man hat normalerweise Samstags frei und mehr unerwartet als geplant sagt man dir dann: am 10. hast du .. „Schule“ (um im Bild zu bleiben). Nur, dass es eben keine Schule war, sondern eine Fortbildungsmaßnahme.

Obwohl viele „Mach doch blau“ riefen, ging ich trotzdem hin – dann wird eben der Grand Prix – anlässlich des 10. Jubiläums, etc… – nicht mitgespielt. Marion überlies mir die Wahl, Chrissi und Evil, mit denen wir fahren wollten, fuhren so leider alleine.

Es ging also erst am Samstag um 13.10 Uhr hier los, auf nach Paris… nein, Amsterdam war’s. Gefühlte 80 Minuten später (kurz nach drei glaub ich) kamen wir recht problemlos an der Site an, auch dank eines ausgeklügelten Abfahrtssystems der Amsterdammer Autobahnabfahrtsdurchnummerierer.

Oben angekommen, liefen wir direkt Tai (der mit Mo die Byes im Drachental gewinnen konnte) in die Arme, der uns das geschäftige Treiben in der Halle näher erklärte. Da wir bereits im Aufzug („I can do Magic“ zwitscherte der Lautsprecher) hochrechneten, dass gerade die dritte oder vierte Runde laufen müsste, wunderten wir uns ohnehin, das Tai herumlief statt zu spielen. Er erklärte, man spiele gerade erst die zweite Runde und Mo würde noch im Auto schlafen, denn nach der Registrierung der Pools am Morgen gab es wohl zunächst Computerprobleme (es sind aber auch immer die Computer schuld), weshalb sich der Start des Turniers auf 14.00h verzögerte.

Da hätten wir ja auch noch mitspielen können.

Schnell fanden wir Evil und Chrissi, die gegen ein Team gleicher Nachnamen spielten – nicht Eheleute, sondern Brüder. Und zwei Drachen hatten sie wohl auch noch. Das Spiel endete kurze Zeit später und wir trafen uns auf dem Balkon, schauten der britischen Kriegsmarine zu, überlegten, dass es 41 Jahre her sei, dass Beatrice heiratete und das die Turnierorganisation die lahmste von allen sei.

Etwa eine Stunde später – wir hätten also bequem eben im Hotel einchecken, duschen und eine Runde Monopoly dazwischen schieben können – begann die dritte Runde, und von Side Events weit und breit keine Spur.
Marion und ich schlenderten durch die Reihen der Spieler – der letzte Tisch war inzwischen auf die 270 vorgerückt (es starteten wohl 664, 666 oder 668 Teams, genau weiss das keiner mehr) und dieser letzte Bereich war in einem abgetrennten Bereich der später (sprich: am nächsten Tag – GRUMMEL!) als Side Event Area herhielt. Zum Zeitpunkt des Turniers geschahen hier abenteuerliche Spielsituationen und es sah eher wie beim Casual aus.

Einige Spieler hatten Spaniels 2HG Taktik umgesetzt und ihre Freundin mit V-Top oder ähnlichem Outfit als Partnerin im Spiel dabei. Später sah man sie (alleine) Bücher lesend in der mit „Gunslinging“ bezeichneten Gegnend. Fazit: kein solider Plan, und Konfliktpotential…

Ich lies mir einiges von Rob Alexander und den Gebrüdern Boros und Rakdos signieren, ein guter Zeitpunkt, da später Rob Alexander so stark nachgefragt wurde, dass sich die Wartenden schon Stühle aus dem Turnierbereich mitbrachten.

In diesem zurück, bekam ich nur am Rande mit, dass das gegnerische Team vom Markus einen Cockatrice für 2GG spielte, oder ähnliche Spässe. Dieses in den Extrazügen vorgekommene Gerangel ging nach 20 Minuten dazu über, den Headjudge miteinzubeziehen. Auch diese Runde endete weit nach den offiziellen 50 Minuten, selbst als der Konflikt an diesem Tisch geklärt war, verging noch eine halbe Stunde, bis die nächsten Pairings aufgehängt wurden.
Allmählich, es wurde auch schon dunkel, belagerten die Turnierteilnehmer die Feedbackboxen und die daran befestigten Bögen wurden wohl nicht nur als Lebenspunktezähler gebraucht. Der neue Auenland-Manager (Ralf, ich hab deinen Vornamen vergessen^^) stoppte die Runden genau mit, und regte sich nachvollziehbar auf. Die kürzeste Zeit zwischen den Runden war 32 Minuten, viele Pausen waren weit länger als das – die aktuelle dauerte schon über 50 Minuten als wir es thematisierten. Wenn man diese Organisation bei einem im Laden zu veranstaltenden PTQ oder GPT zeigen würde, würde man vermutlich beim Pulli das Loch für den Kopf zunähen können.

Während der fünften Runde, (also etwa um 21.00h, nicht schlecht für ein Turnier, dass um 11 beginnen sollte) verliessen Marion und ich die Site um noch rechtzeitig im Hotel einchecken zu können. Der Plan, nach dem Turnier noch gemeinsam etwas essen zu gehen, sah schlecht aus, denn es sollten neun Runden gespielt werden. Das lies auf einen Endtermin von drei Uhr nachts hoffen. Eventuell später…

Folg dem N

Marion fuhr also, und ich las die Karte. Mo meinte schon, das Hotel wäre einfach auf der anderen Seite vom Tunnel und dann rechts. Den Tunnel hatten wir schon auf der Fahrt zur Site ausgeschildert gesehen, aber als wir da ankamen, befanden sich zwei in leuchtorange gekleidete Strassenarbeiter davor – und eine Strassensperre.

„Der Tunnel ist vom 9. bis voraussichtlich 12. März gesperrt.“ übersetzten wir uns das LED-Schild und suchten einen alternativen Weg. „Folge dem N“ hiess es darunter. Tatsächlich hatte man eine lustige Schnitzeljagd veranstaltet und Tafeln mit „N“s aufgestellt. Diese führten – zum Autobahnring.

Obwohl das Hotel nur 500m Luftlinie (hier: Wasserlinie) von der Site entfernt lag, fuhren wir also einmal ganz um Amsterdam herum und von der anderen Seite wieder in Richtung Tunnel – wenn der gesperrt ist, brauchen wir davor nur wenden und dann rechts abbiegen.
Als wir dann in einen Tunnel einfahren wird schnell klar – der ist nur von einer Seite gesperrt. Wie praktisch, dass wir wieder auf der gesperrten Seite rauskommen.

Beim zweiten Anlauf um Amsterdam finden wir dann ein Informationsterminal, auf dem man sich nicht nur Routenplanungen erstellen sondern auch ausdrucken kann. Dieser Service ist so einleuchtend, dass man sich wirklich fragt, warum es in Deutschland solche Technik nicht gibt. „Zuviel Vandalismus“ – „Kein Nutzen“. Man kennt diese Argumente. In den Niederlanden funktionierts…

Das Hotel zu finden ist so ein Kinderspiel und um zehn checken wir ein und machen uns dann auf den Weg zur Bushaltestelle. Die Dame an der Rezeption informiert uns, dass momentan zwei Busse im 15min-Takt fahren, allerdings nur bis drei. Dann fährt der Nachtbus nur alle halbe Stunde.

Amsterdam ist so gross wie Düsseldorf und ich gelange ins Schwärmen. Alle acht Minuten ein Bus? Da würd ich mitmachen. Wenn das so weitergeht, werd ich noch Niederländer…

Eine halbe Stunde (und EUR 4,80) später sind wir zurück an der Site. Inzwischen ist es halb Elf und eine (die siebte) Runde wird noch gespielt, dann wird gecutted. Nicht mehr Spieler lässt man in Tag zwei (der bei langsamer Spielweise nun durchaus noch in dieser Runde erreicht werden kann), was zu einer Diskriminierung der Spieler mit X-2 Ergebnis führt, die bei neun Runden noch eine theoretische Chanche gehabt hätten.

Schlecht vorbereitet auch die Beleuchtung, die speziell im Hauptraum nur über die aluminiumfarbene Decke indirekt erfolgt. Für Kartentexte eindeutig zu dunkel. Immerhin rüstet man, unter anfeuerndem Klatschen der Spieler, Halogenstrahler am Geländer der Balustrade nach.

Team „Udo Lattek“ lässt sich auf eine schnelle letzte Runde ein und ein Einzug in den zweiten Tag, auch über die Uhrzeit, funktioniert letztlich nicht. Teamnamen hat man auch gestrichen – schade.

Kurz vor Mitternacht drehen wir noch eine Runde durch die Innenstadt, hauptsächlich auf der Suche nach Nahrungsmitteln, die uns in einem der zahlreichen Steakhäuser schliesslich in ausreichender Menge begegnet.
Evil und Chrissi checken mangels Rezeption um zwei Uhr nachts beim Raumpfleger ein – wir steigen über den Sauger und dann ins Bett.

Bilder
Statt am Ende hier mal mittendrin der Link auf ein paar Fotos:
Galerie

Zweiter Tag
Der Rest ist aber auch schnell erzählt, denn der Plan für den zweiten Tag sah ein ausgeruhtes Frühstück im Hotel, ein Side Event und danach den Heimweg vor.

Das Side Event (der Asian Draft Number Eleven) wurde aber entspechend der übrigen Organisation fast zu einem Disaster. Der Judge rief uns auf, als der Queue voll war, und sieben Spieler zeigten sich – davon einer, der nicht auf der Liste stand, aber für den Draft angemeldet war. Zwei andere Spieler fehlten. Zehn Minuten versuchte der Judge einen der anderen beiden Spieler aufzutreiben, aber erfolglos.
Schliesslich kamen sie dann – beide. Statt sieben waren es dann plötzlich neun im Draftpod. Ohje.

Da hiess es, sich nicht zu sehr genervt zu zeigen, denn der Spieler mit den schwächsten Nerven musste droppen. Das ging ja einfach. Der hatte auch am Tag vorher schon mitgespielt.

Ich draftete ein grünes Deck (das ich nicht aufschreibe, denn es ist zu verwirrend die Karten alle zu übersetzen) und gewann die erste, aber nicht die zweite Runde.

Team „Udo Lattek“ fuhr schon mal vor, Marion und ich bummelten noch ein bisschen durch die Grachten und die schöne Stadt entschädigte locker dafür, dass wir den Grand Prix verpassten, der die gesammelte Erfahrung von ca. 291 Grand Prix in einem 10-jährigen Jubiläum nicht spüren lies. Evil war froh, das man ihn nicht als Judge einstellte (die taten mir etwas leid).

Zurück an der Centraal Station bestiegen wir einen überfüllten Bus, der Fahrer winkte uns durch, da sein Ticketblock leer war (man will wirklich Niederländer werden). „I don’t have any… it’s ok…“

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