Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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GP Paradise City 2008 -Primer-

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Where the grass is green and the girls are pretty

Ein Mega-Blog-Eintrag. Hätte ich auch einen Artikel draus gemacht, aber meine Erfahrungen in der Richtung sind ja negativer Natur. Also editiere ich ‚Artikel‘ und verfasse ‚Blogs‘. Ist ja eh mein Tagebuch hier. Daher müsst ihr es auch ertragen, dass ich mische. *shuffle*

Wahrscheinlich passt wieder nicht alles in einen Eintrag, darum werden es mehrere Teile. Mehrere Teile, denen ich mehrere kreative Überschriften ausprobieren kann, neben dem Vorteil, dass ich schon mal etwas online schicken kann, während ich an den kommenden Teilen bastele. Denn zwei Wochen ohne Blog sind genug zuviel.

Um die Rundenbeschreibungen, bei denen ich mich ohnehin kaum noch an irgendwas erinnere, noch mit Leben zu füllen, packe ich auch gleich noch Eindrücke aus dem nahegelegenen Disneyland-Resort mit rein. Denn diese überschatten natürlich den GP Paris 2008, der mit seinen 1835, 1826 oder 1839 Spielern – es ist wie bei der Titanic, da wusste auch niemand wieviele genau dabei waren – imposant genug war.

Trotzdem schafften es nur 128 in die Rettungsboote, und ich darf vorweg nehmen – wir waren nicht dabei. Alle vier nicht. Natürlich waren noch mehr da, aber das ist ein Bericht der Dritten Klasse, wenn man so will. A pro pos „Klasse!“:


Noch einmal der (inzwischen) Klassiker, bevor davon auch noch so eine Softie-R&B-Version rauskommt. Ihr wisst, wen ich meine. Aber wenn Hetfield sein OK gibt – doch ich finde das Original immer noch am besten, nichts gegen die Sängerin, die ist super, aber das Lied so… ungetragen vorzutragen, ist einfach eine Schande. Aber zurück zum Thema. Achso, The Unforgiven, OBV.

Code of Honor war auch mal, dass keiner in seinem eigenen Band-T-Shirt aufgetreten ist, sondern ein T-Shirt einer anderen Band trug. Das gehörte sich so, und keiner fand was daran. Naja, das ist aber auch ein anderes Thema. Nicht ablenken lassen! Zurück zum GP Paris 2008 im Disneyland.

Anreise

Schon Monate im Voraus meldeten wir uns bei der Air France an, dass wir gerne mal mit einer A319 (hier sollte ich mich Monate später vertippen, als ich es in den Blog schreiben würde und „219“ schreiben würde, was der kleinen Maschine nur noch mehr entgegen gekommen wäre, quasi ein Sprinter mit Flügeln dran) nach Paris fliegen würden. Air France fand das eine gute Idee, und so einigte man sich. Nicht nur Marion und ich wären dabei, sondern auch Jörg und Heiko buchten exakt denselben Flug. Nice one.

So trafen wir uns am Düsseldorfer Flughafen. Heiko stand schon im Express Check-In, da er sich das Ticket online gezogen hatte; damit war er immerhin der Einzige in der Schlange, die es „richtig“ gemacht hatten – denn die vor ihm standen, checkten am Express-Schalter ein. Not so Express. So findet auch schon in Deutschland ein kleines Bisschen „lassé-faire“ statt, die französische Lebensart, das „Savoir-Vivre“…

Fast Forward ein halbes Stündchen. Jörg war von einem griechischen Kollegen (ich tippe auf griechisch – muss eine Odyssee gewesen sein) inzwischen endlich abgesetzt worden und mit uns eingecheckt (am normalen Schalter, kurz, nachdem Heiko sein Gepäck aufgeben durfte). Entsprechend betrachteten wir noch die Duty-Free-Angebote, nachdem wir von einem etwas eingeschränkt denkenden Taschenkontrolleur inspiziert wurden. Jörg hatte seine Decks ins Handgepäck genommen (so wie ich auch), und im Kontrollschirm müssen eingetütete Pappkarten in Schachteln, die mit MP3-Sticks und entsprechenden Kabeln für Ohrhörer verpackt sind, wohl kontrollierenswert wirken.
Sobald er sich davon überzeugt hat, dass wir, ausser Flame Javelin und Incinerate, keine scharfen Sachen dabei haben, nickt er uns immer zu, dass er auch Computerspiele spielt und das alles kennt.

Mein Rucksack – auch wieder genau hingucken, aber die Decks werden nicht ausgepackt. „Auch Computerspiele“. Mein Versuch, ihm zu erklären, dass es sich um ein Kartenspiel handelt, für das man keinen Computer braucht, sollten scheitern. Seine Meinung ist fest, alles Computerspiele. Wenn ich mal was von „neue Spieler anheuern“ geschrieben habe, ich hätte es hier getrost vergessen.

Da war mir der, ah… Moment, hierzu gab es einen Fachausdruck: Maximalpigmentierte, der vor dem Monitordings die Leute einweist, Gürtel, Handys, Laptops und ähnliches durch den Durchleuchter zu schieben, sympathischer. Wir kamen darauf, warum es eigentlich bei Röcken keine Gürtel gibt (ich weiss aktuell nicht mal mehr, wie) – aber die Frage ist doch existenziell! Achtet darauf bei euerem nächsten Flug.

Heiko und ich zocken in der Wartehalle noch Mono-Rot gegen Quick’n Toast, und als wir erkennen, dass das Matchup so eindeutig ist wie.. ja… wie… halt was ganz doll eindeutiges, lassen wir es, besteigen den Flieger und uns von Kapitän Michael Kaps (und Co-Pilot Oliver Bivus) in die französische Kapitale kutschieren.

Anreise, zweiter Teil

Vom Flughafen „Charles de Gaulle“, der sich im nordöstlichen Teil von Paris befindet, gibt es keine direkte Busverbindung öffentlich-personennahverkehrstechnischer Natur. Es gibt einen Charterbus, der einen für 17,- EUR (im Katalog 16,-) zum Parc Disney fährt. Oder, man nimmt die Metro zum Place Égale, steigt da um, wie ich es euch neulich schon mal zeigte, in eine lustige Bahn, deren Kürzel man nur zu gut kennt: „16.59 DROP“.

Nicht zuletzt deshalb überlegten wir, dass ein Taxi zu viert bestimmt billiger kommt. Wer will schon droppen. Es kann doch keine 4x 17 EUR (das sind 68 EUR, ich kenne doch meine Zielgruppe) kosten, wenn man sich das teilt. Denn gucken wir mal auf den Plan:

Da steht: 37km zum Flughafen. Das ist doch nicht weit. Oder hier… noch ein Bild:

Wir müssen ja nur von der Stadt aus zu diesem orangen Kringel vor der Stadt. Sieht doch ganz nah aus. Da gibt es nur ein Problem: „It was big. Really, really, big. No, bigger than that. It was big!“ (-Arna Kennerüd, Skyknight)

…von dieser Arna hat man auch nie mehr was gehört.

Aber noch mal zurück zum ersten Bild. Da wo das gelbe Männchen steht, da müssen wir hin:

Denn wir haben natürlich auch alle dasselbe Hotel gebucht. Zufall, mal wieder?! Man weiss es doch genau, dass dieser Zufall kontrolliert werden will. So einer ist das nämlich. Für die nicht-eingeweihten: wir Lucker hatten noch alle dasselbe Hotel! OMG! Was für ein Glück!


Manchmal sollte man einen Moment inne halten. Sich darauf besinnen, dass auch die kleinen Entscheidungen im Leben, so unbedeutend sie erscheinen, grosse Auswirkungen haben können. Selbst das kleine Sandkorn in der Wüste trägt dazu bei, dass die Wüste das ist, was sie ist.


Wenn ich Werbung machen würde, hättet ihr jetzt keine Lebensweisheit gelesen. Gut, dass es nicht so ist.

Anreise, dritter Teil

Also zurück zur Szenerie. Vier Deutsche stehen am Mietdroschen-Ausgang Charles de Ghul (haha!). Gut organisiert gibt es mehrere Vorfahrten, zu denen je ein Warnwestenträger Menschen und Maschinen einander näher bringt. Ich überlege noch, ob wir zu viert uns wirklich den Mercedes E-Klasse antun wollen, oder nicht lieber den Sharan nehmen. Schliesslich wird es der Mercedes. Die Koffer hinten rein geworfen und dann ging es rein in das Taxi.

Ich habe mir in einem Fahrzeug dieser Marke noch nie Go-Go-Gadgetto-Beine gewünscht, aber das war echt knapp zwischen meinen Knien und der Sonnenblende! So eng sitzt man nicht mal im Fiesta (aber den gab’s nicht auf dem Taxistand). Und ich sass auch noch vorne. Man zeigt dem Fahrer, die Diskussion vor der Abreise ging um Marcel Reich-Ranicki’s Aufstand um den Fernsehpreis, und dieser sieht wie sein französischer Vetter aus, die Adresse – und es geht los auf die Autobahn.

Dabei hustet unser Chauffeur (so dass er eher zum cougheur wird – haha!) so brachial bronchial, dass ich zunächst fragen will, ob alles in Ordnung ist. Bevor mir aber der richtige Satz einfällt und das Peinliche an der Situation überwunden ist, hustet er sich ein. Scheint normal zu sein. Da sitzen wir also nun in einem Taxi, fahren der Sonne entgegen, und er hustet sich einen. Immer mal wieder.

An einer Autobahnabzweigung, an der wir auf eine grössere Bahn kommen, beginnt unser Fahrer hustend, in der Seitentasche zu grabbeln. Sucht er ein Asthma-Spray? Ausserdem will er das Handschuhfach aufmachen (was meine Beine noch mehr in eine gummiartige Verrenkung zwängt). Dabei pendeln wir lustig zwischen der zweiten Fahrspur und dem Seitenstreifen (aber die Deutschen können sich in diesem Taxi mit den Eingreiftruppen zurückhalten, denn die anderen Autofahrer machen entsprechend Platz, mal hier und mal da). Kurze Zeit später ist der Wagen wieder abgefangen und schnurrt geradeaus. Marcel (oder wie der Vetter auch immer heisst) pappt hustend einen kleinen Empfänger auf das Armaturenbrett und verkabelt den Kasten mit dem Zigarettenanzünder.

Ich überlege, ob das ein Navi ist. Kein Bildschirm, nur eine LED-Zeile. Komisches Ding. Dann plappert der Kasten los. „CONNECTION A SATELLIT ETABLIER“ Hm, vielleicht ein Radarwarngerät! Das Ding warnt alle hundert Meter vor irgendwas und sagt die Geschwindigkeit durch. Ob unser Fahrer die Schilder noch erkennen kann? „VITESSE MAXIMUM QUATTEVINGTDIX.“ Oder ob er dazu den Kasten anschliesst?

Hoffentlich schaffen wir es ins Hotel. „VITESSE MAXIMUM CENTTRENTE.“ Das kann ja heiter werden. Wieder keuchendes Husten, dazu diese Durchsagen des Kästchens. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen wechseln wie auf der A40, und scheinbar „CONTROLLE DE RADAR A DEUXCENT METRES. VITESSE MAXIMUM CENTTRENTE.“ auch genauso überwacht. Jedenfalls hatten wir so ein bisschen Unterhaltung. Vielleicht war das Ding auch ebensowenig ein Radarwarngerät wie wir zum „Computerspielen“ nach Paris fahren. Wer weiss das schon?! Es ist kein Radarwarngerät, einfach mal die verlinkte Seite fein durchgelesen, und schon weiss man, wie genial das Teil ist.

Es dauert ganz schön lange, bis wir den Kreisel am Disneyland erreichen, ich meine etwas von 60km gelesen zu haben, was immerhin der Entfernung Düsseldorf-Köln entspricht. Hätte man das vorher gewusst, wäre das mit dem Bus vielleicht eine bessere Idee gewesen, denn das Taxameter überschreitet bereits die 60 EUR Marke.

Dann aber der Lapsus – hustend sucht unser Chauffeur dann nachdem er in der richtigen Ortschaft ist, das richtige Hotel. Und zwar von Hand. Indem man in jede Seitenstrasse mal reinfährt. Schliesslich findet er niemanden, den er fragen könnte – und Funk wird generell überbewertet (da hätte man sich ja schon auf der Fahrt drum kümmern können). Aber laissez-faire halt. Wird schon irgendwie, irgendwo, irgendwann auftauchen, unser Hotel. Nachdem wir einen anderen Taxifahrer gefragt hatten waren wir in der richtigen Hotelgruppe (und da ich in Google-Earth schon geguckt hatte, wie die Gegend so aussieht, wusste ich auch wo das Hotel stehen wird), schliesslich kommen wir am Hotel an. In den Armen das Kind war tot. Äh… ach nee, falscher Text.

Ob das nun der wirklich kürzeste Weg war, wird uns ein Rätsel bleiben. Auf der Rückfahrt (lest hierüber später irgendwann mal) ging das gefühlt viel schneller. Aufmerksame Naturen haben es natürlich schon beim Text „der Sonne entgegen“ gemerkt. Da konnte was nicht ganz stimmen, denn die Sonne stand ja am Nachmittag schon im Südwesten. Er ist wohl nicht absichtlich einen Umweg gefahren. Mehr so falsch herum aus dem Flughafen heraus (und im Endeffekt noch halb drumrum) und dann noch eine Schleife durch den Vorort – da kommt aber schon was zusammen. 85 EUR. Durch vier also 21 und was Zerquetschtes. Darauf angelegt – nein, das kann man nicht behaupten. Ich gab ihm ein eigentlich zu kleines Trinkgeld, aber das hat er sich schon teilweise verfahren.

Wir checken eine weitere Stunde (oder anderthalb) in der Sauna des Hotels ein (man hatte Probleme mit der Klimaanlage, die den Empfang auf 40° heizte), werfen unsere Koffer auf das Zimmer und fahren mit dem Shuttlebus zum Disneyland, dort soll das Hotel sein, in dem das Turnier stattfindet.

An der Site

Abends ging es dann noch zum Late-Checkin, der noch nicht mal geöffnet war, als wir in dem riesigen Hotel endlich den Teil fanden, in dem die Veranstaltungsräume sind. Das auf „Seaside“ getrimmte Hotel ging mir später noch mächtig auf den Geist. Überall hatte man versteckte Lautsprecher angebracht, aus denen Hafengeräusche und Mövenkreischen kamen. Recht subtil gehalten, aber wenn es einem mal auffiel, dann aber auch direkt unangenehm. Dazu noch diese ganze Seefahrts-Ausstattung – nein, in dem Hotel wäre ich nicht glücklich geworden. Am härtesten aber war der Teppich.

Wir trafen TobiH, der formulierte, wenn man über den Teppich rennt, sollte man nicht nach unten sehen, da man sonst etwas in der Richtung wie „seekrank“ wird. Ich habe das später überprüft und gebe ihm uneingeschränkt recht. Später sollte ich mal ein Video von dem Teppich hochladen. Was man darauf kaum sieht: zwischendurch sind immer mal wieder Mickey-Maus-Köpfe abgebildet.

Ja, das Disneyland ist natürlich auch nahe und für die meisten Besucher der Sinn und Zweck ihrer Übernachtung in diesen Bettenburgen. Im nahegelegenen Disney Village, dass die Disney-Hotels mit dem Bahnhof und den Eingängen in die beiden Parks verbindet, hat man es mit einer künstlich angelegten (wie halt alles unendlich künstlich ist) Fressmeile zu tun, die etwa 1992 mit den Parks entstand. Auf der einen Seite gibt es alle Arten von Restaurants (ausser chinesisch) und ein Multiplex-Kino mit 14 Säalen und IMAX, auf der anderen Seite reiht sich ein Andenkenladen an den anderen.

Nach dem Checkin liessen wir uns vom Dinnerangebot im Steakhouse anlocken. Das Menu gab es statt für 33,- für 25,- EUR (vor 19h – nach den Öffnungszeiten des Parks wird es halt teurer, klar), wozu eine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert gehörte, die man im Baukastensystem bekam. Marion und ich entschieden uns für die Karotten-Kürbis-Suppe, das Rumpsteak und das Ben’s & Jerry’s Eis. Die Küche genügt hohen Ansprüchen, der Preis war also eher ein Schnäppchen. Besonders interessant: die schöne Dekoration und Anrichtung der Speisen (die Suppe kam in einem Glas, die Garnituren separiert in kleinen Schälchen, und beim Dessert hat sich der Koch vollends ausgetobt). Schon hier auffällig: die Organisation bis ins Detail. Es gab Tischkellner, die das Essen von einem Sammelpunkt zum Tisch brachten und mit den Gästen kommunizierten. Dann Gangkellner, die die Essen für die Gänge von der Küche zu den Sammelpunkten brachten und Supervisors, die die Tisch- und Gangkellner beaufsichtigten und Probleme lösten. Ein geniales Konzept mit genau geregelten Zuständigkeiten – da kann man noch von lernen…

Später bummelten wir noch durch die Andenkenläden, die alles haben, was man nicht braucht. Auf T-Shirts, Kappen, Tassen, Stofftiere, Taschen, Regenschirme, Stifte, Figuren, Bücher, Flaggen, Spielzeug, Poster oder Kalender mit Disneymotiven hatte ich mich geistig vorbereitet. Aber erstaunlich, wie viel ich dabei übersehen hätte. Was alles an Werbematerial zusätzlich produziert und vermarktet wird. Ringbücher, Anstecknadeln (sogar zum Sammeln und Tauschen! Schnapp sie dir alle!), Schokolade in Mickey-Maus-Form, Schlüsselanhänger, Tischgarnituren, Kartenspiele mit Disneymotiven, Taschenrechner oder -lampen, Haarreifen (inklusive Minnie-Maus-Ohren, oder auch mit Halloween-Motiven) für nur 9,90 EUR, ein echter Schnapp!, Bademäntel, Oscarfiguren, Garderobenhaken – es gibt wirklich alles, für jeden Ungeschmack ist etwas dabei!

Das einzige, was es nicht gibt: Comics.

Da geht man in den Park einer Comic-Figur, und in den ganzen Andenkenläden gibt es keinen einzigen Mickey-Maus-Comic. Nicht auf französisch, nicht auf englisch – gar nichts! Auch keine Filme, nur ein Laden sollte DVDs haben, und davon nur eine kleine Auswahl, ein Laden, der sich aber im Studios-Park befindet, so dass ich ihn nicht gelten lasse, da es mehr Deko zu sein scheint, die zufällig verkauft wird. Aber es gibt keine Comics!

Start des Turniers

Am Samstag früh ging es dann los. Pairings kamen irgendwann, und da das Event so gross wurde, natürlich wieder geteilt in blaue und grüne Brackets. Während der sehr langen Wartezeit gab es genug Gelegenheit, sich mit denen zu unterhalten, die man zufällig in den Gängen fand. Für mich war das nur DrLamda, viele weitere, von denen ich wusste, das sie da waren, fand ich in dem Getümmel einfach nicht – immerhin sollte ich später noch Ashraf finden, aber Charly oder Phips blieben mir verschollen. Schade.

Nachdem die Wartezeit also überbrückt war, gab es kurze Missverständnisse bei den Pairings, da jemand lustigerweise die Tischnummern für beide Teile hat bei 1 anfangen lassen (statt, für den zweiten Teil mit der um eins hochgezählten Tischnummer des ersten Teils, wie es der Realität entsprach). Es gab für den „unteren Bereich“ neue Pairings, denn schliesslich gab es zwei Turniere, die auch noch unterschiedliche Uhren benutzen konnten, eins oben im schönen Salon, und eins unten, in einem Kellerraum, der zwar als Veranstaltungsraum ausgeschildert, aber durch die Bodenmarkierungen als Garage entlarvt werden konnte.

Marion, Jörg und ich spielten im unteren Teil, Heiko kam in den oberen, der uns später immer weiter einholen sollte (sprich: der untere Teil dauerte eine Stunde länger bei gleicher Anzahl von Runden).

Ich öffnete einen wirklich sehr guten Pool. Einer, bei dem man nur noch das eigene Foto einklebt, und schon ist der Behindertenausweis fertig. Was genau drin war, weiss ich nicht mehr, aber es war lächerlich – zwei Bomben in der gleichen Scherbe, dazu massig Removal der Sorte, die Legacy-tauglich ist. Empyrial Archangel, drei Oblivion Ring, passende Manabeschleunigung oder so. Könnten auch Drachen gewesen sein und triple Resounding Thunder – so ganz genau weiss ich es nicht mehr zu sagen. Meinem Gegenüber wollte ich schon gratulieren, aber dann kam die Ansage „pass it two times to the right, then to the person in front of you“. Es war eher so, dass es schrittweise formuliert wurde, aber das Ergebnis ist ja dasselbe.

Der Pool, den ich bekam, stellte mich nicht so zufrieden. Immerhin hatte ich besseres abgegeben; aber später sollte ich mich noch ganz glücklich damit fühlen. Hier schon mal das Deck, das ich daraus baute:

Mir gefiel nicht, dass alles drei Mana kosten sollte, und letztlich baute ich darauf, dass das Krokodil meine Win-Option ist. Eine sehr wackelige Strategie, wie man sich denken kann. Darum kam auch noch das Goblin-Enchantment ins Deck, mit dem man ja so schön Chump-Attacken kann. Häufig genug wurden die Token auch als „leicht nicht zu blocken“ angesehen, weil das Kroko in der Ecke schlief und man es nicht wecken sollte. Nur verschärft sich die Lage ja jede Runde durch weitere Goblin-Gesellen. Das mit dem Durchlassen ist auch keine Lösung.

Immerhin konnte ich so sehr viel Removal spielen, wie ich das Deck gebaut habe. Anfangs dachte ich noch, dass weiss ganz klar gesetzt ist. Denn da sind viele gute Karten, die ich nun rausgelassen habe. Einige lose Enden im Deck weisen noch darauf hin, dass ich weiss anfangs gesetzt habe (z.B. die Aktivierung des Naya Battlemage oder die Wahl der Obelisken) und dann fünf Minuten vor Ende der Deckbauzeit wieder herausnahm um auf mehr Removal umzubauen. Beziehungsweise, um mehr blau zu integrieren – in Form von Grixis Charm und Specter, den ich ja auch ohne blau unearthen könnte.

Die Bemühungen, die ich unternahm um die Manabasis auf blau zu verbiegen, waren es letztlich nicht wert und ich hätte ohne die beiden Karten wohl besser gespielt. Denn das Violent Ultimatum verbot mir auch, doppel-Plains zu kontrollieren. Wer will seine sieben Mana Sorceries erst in der neunten Runde spielen können? Also war das aus Synergiegründen der Cut für weiss, aber den Gedanken hätte ich auch auf Blau anwenden müssen. Das „ach, ein Island kann schon rein“ sollte mich später, noch zweimal, ganz böse erwischen.

Am Ende wurde es mit der Deckbauzeit aber knapp und mit meiner Entscheidung, das Deck so zu bauen, war ich im Lauf des Turniers glücklich. Das Mana war gut abgesichert, in diesen Farben konnte ich alle Uncommon-Länder und einen Grossteil der Obelisken spielen. Die Stärke meines Pools ist eben das Manafixing, und die wollte ich ausspielen. Wenn ich es mit der Erfahrung und mit der Zeit betrachte, fallen mir nur die genannten Probleme auf.

Wie bekannt, läutet es direkt kurz nach der Deckbauzeit zur ersten Runde. Man weiss es ja ganz genau, denn die Judges haben da nichts zu tun und können die Pairings gründlich vorbereiten. Kaum Zeit zum Eintüten, da geht es zum ersten Tisch…

(Link zum zweiten Teil hier einfügen)

4 Kommentare

  1. Teardrop meint:

    Long time no read, indeed.

    Der Pool ist nicht so gut wie der, den ich Dir gönnen wollte, aber der Blog ist dafür um so besser.

    Bis zum nächsten Teil!

  2. Bensch meint:

    Netter Blog, die Anreise verlief bei uns nicht unähnlich.

    Phips hast du wohl deswegen nicht gesehen, weil er nicht in Paris war =)

    Hab über den Pool nur kurz drüber geschaut, aber Dregscape Zombie will man doch über Blister Beetle spielen oder? Im Sealed sind für den Beetle nicht oft gute targets verfügbar und falls doch, kann man ihn ja boarden.

    Lg

  3. Seanchui meint:

    schön, hier wieder Content zu finden ;-). Wäre aber doch einen Artikel wert gewesen – spätestens bei Charles de Ghul lag ich unterm Tisch ;-).

  4. Huy Dinh meint:

    Weee! Ich war auch da. Wir sind aber mit oeffentlichen Verkehrsmitteln von Orly (Yarly!) angereist, was in etwa genauso atzig wie von CDG ist.

    Ich habe Dich, glaube ich zumindest, gar nicht gesehen, Marcus. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich so selten unten war. Ich hatte da unten ja nichts zu suchen…

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