Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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GP Paradise City 2008 -Ride-

atog28

Wow… am 24.11.08 habe ich zuletzt an dem Dokument gearbeitet. Beeindruckend. Vielleicht sollte man das Ganze zu einem Abschluss bringen. Wenn schon kein würdiger, dann doch wenigstens ein unwürdiger. Ich erreiche mühsam mein Ziel: diese Reihe (hier der 2. Teil) vor dem nächsten Grand Prix fertig zu stellen… „checked“ – äh.. ja.

Ok, also mehr zum Disneyland. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass wir am ersten Tag im „grossen Park“ unterwegs waren und am zweiten Tag im „Movie Park“, dann ja ohne Jörg und ohne Heiko, beide waren schon auf dem Heimweg. Eine Erkältung und Regenwetter vermieste uns den dritten Tag, so dass wir diesen im Hotelzimmer und mit ein bisschen Shoppen in den Andenkenläden verbrachten.

Auch unerwähnt blieb im ersten Teil, dass Marion während meiner 2-1 Performance der ersten drei Runden immer noch „zu null“ stand. Yes, sirs! 3-0 ohne Byes, dank einer enormen Konzentration (die mich immer wieder aus dem Beobachtungsposten vertrieb, da meine Runden immer so früh zu Ende waren). Wir verliessen unsere Heldinnen und Helden („-innen“-Wortendungen FTWinnen!) beim Stand von 3-2 nach der fünften Runde.

Aus dem Movie Park habe ich noch wenig erzählt, doch ist er im Vergleich zum grossen Park eher für das ruhigere Publikum, was für die Älteren…. es gibt mehr Shows, man kann mehr sitzen (ok, oder weniger rumrennen, kommt aufs Gleiche raus), aber den Park hat man bei normalem Besucherandrang wohl an einem Tag ausreichend gesehen.

Runde 6 – Jean Billion (FRA) Naya mit Splash
Jean kommt aus Frankreich, und ich muss es noch mal nachsehen, denn irgendwo muss im französischen Internet stehen, man soll im Sealed selbst anfangen. Er will es jedenfalls, und ich halte ihn für einen guten Spieler (was der Rating-Swing auch belegt, er müsste rechnerisch zu diesem Zeitpunkt über 1800 Limited-Rating haben DCI) – denn das Total-Rating war ja noch nicht erfunden. Also wie alle anderen Franzosen auch – er beginnt alle drei Spiele. Es tut mir leid, dass das so eintönig klingt – das war es auch. Zwar fand ich das positiv für mich, aber es war schon auffällig, wie viele meinten, sie hätten das Aggrodeck. Reini habe ich es ja geglaubt, dass er anfangen will, doch oft genug fizzelten die angeblichen Aggrodecks, wegen eben zu wenig Aggro.

Im ersten Spiel zeigt Jean mir den Nacatl, der 3/3 ist, als er das erste Mal angreifen kann. Ich habe einen dritte-Runde-Specter, der nicht schlechter ist, und ein Krokodil, das seinen Stinger überlebt – der eben diesem Krokodil mit dem Abschiessen diverser Kreaturen aber eher zuarbeitet. Die vorkommenden Kreaturen-Täusche sind zwar vorteilhafter für ihn, das Krokodil gerät aber ausser Kontrolle und er findet sich schliesslich in der Magicäquivalente einer Zwickmühle: dem Blockzwang. 1-0

Im zweiten Spiel hat Jean den frühen Stewart of Valeron. Scheint doch was dran zu sein, an seinem Aggro-Start. Exuberant Firestoker legt er noch dazu – nicht so dolle. Dann noch ein zweiter und ein dritter Firestoker. OMG, ich zweifle schon an Jeans (Dieses Wort! Es sieht so falsch aus!) Deckbaukünsten, aber als er dann einfach einen 5-Power-Fattie dazulegt und ich zwei gestallte Runden für sechs ausbrenne – naja, oder besser gesagt: naya. Ich finde, dass der Firestoker trotzdem eine schlechte Karte ist. Ich habe sieben Mana, davon ein Island, und den Violent Ulimatum auf der Hand. Ärgerlich – hätte ich mal kein blau gesplasht. Dieses eine Island! 1-1

Die Bomben haben wir uns für das dritte Spiel aufgehoben. Ich habe einen frühen Naya Battlemage, er zwei Exuberant Firestoker (einen davon entsorge ich später mit Blister Beetle) und einen blöden Qasali Ambusher, der meinen Naya Battlemage entsorgt. Eher bin ich der Blöde, dass ich darauf reinfalle. Aber immerhin hatte ich zuvor noch das Krokodil gespielt. Ein auf der Hand wartender Grixis Charm lässt mich mit dem Panorama auf Island fetchen, um es spielen zu können – und ich fürchte schon fast, dass ich denselben „Fehler“ bekomme wie im zweiten Spiel: sieben Länder, davon ein Island und das Ultimatum auf der Hand, aber ich habe das Ultimatum ja noch nicht.
Jean legt einen Kresh, natürlich erst nachdem ich meinen Charm auf den Ambusher verballert habe (wie schlecht man aber auch spielen darf, mal wieder). Dieser hatte mich aber auch schon auf 14 geprügelt. Hier wollte ich schnelleren Gegendruck aufbauen, damit nicht bei „genug Wartezeit“ die Firestoker wieder aktiv werden. Also nun hat Jean einen 3/3 Kresh. Der „etwas“ schneller wachsen würde als mein Krokodil, irgendwie derselbe Plan und seiner ist besser.

Ich glaube, der entscheidende Fehler war dann aber, dass Jean mich mit dem Kresh in der folgenden Runde angriff. Ich überlegte lange (für meine Verhältnisse), ob ich den durchlasse oder blocke, aber nachher hat er den Jund Charm, pyroclasmisiert alles und ich bin tot. Ich rechne hin und her, ob ich chump-blocken soll, ich bekomme eine Marke auf dem Krododil, er zunächst eine für den Kresh, dann kriege ich den aber nicht mehr sicher in den Griff und müsste immer weiter chumpen. Geht das gut? Oder doch das Krokodil (3/3) davorstellen und mich seinem Instant-Removal aussetzen? Nein. Ich gehe das Risiko ein und lasse durch einen Chumpblock (mit irgendwas anderem) beide Tiere wachsen (seins halt jedes Mal deutlich mehr als meins), kann dann mit dem Krokodil, dass an dieser Stelle dank meines Blister Beetles (hervorragender Chumpblocker) noch einen Firestoker mitnimmt, für sechs zurückhauen und immer weiter chumpen.

Irgendwann müsste doch die Carrion Thrash-Combo kommen (einer holt den anderen raus) und ich wäre safe. Eher so safe wie mit einem Feuerlöscher in einem Buschbrand… aber safe halt. Aber ich bekomme noch Obelisken. Zähle mein Mana durch – ich könnte kein Ultimatum spielen, dafür brauche ich den Obelisken, da ich wieder das Island habe, also raus mit den Obelisken!

Doch mein Plan scheitert dann knapp. Jean legt irgendwann mal zwei Männchen aus, so dass er einen zusätzlichen Angreifer hat (das zweite Männchen war der kleine Rockcaster Platoon, der aus dem Kinderparadies abgeholt wurde) und sich den anderen zum Krokodil-Blocken überlässt. Er ist auf 2 Leben, kann den Platoon also nicht aktivieren – aber durch den zusätzlichen Blocker hiesse das, dass ich in der kommenden Runde tot bin, ob nun an dem 34/34 Kresh oder am Platoon. Also bin ich an der Stelle nur durch einen Topdeck Ultimatum zu retten.

Craig-Jones-Style bin ich versucht, die oberste Karte auf den Tisch zu werfen, als ich wieder dran komme. Mich rettet schliesslich nur noch das Violent Ultimatum. Bam Oida, da ist es! Violent Ultimatum von oben, Mana gefixt haben wir ja schon darauf hin, und da gehen Platoon, Kresh und der random Blocker. Angriff FTW. Roar! 2-1

6 Jean Billion    Win    1781 

5-1

Das war der most-impressive Win an diesem Tag, und nach dem Spiel zeigt mir Jean noch weitere Optionen aus seinem Deck, auf die er gewartet hat: den Mosstodon, um Kresh trample geben zu können, oder den indestructible 5/5er – das wäre auch ein heisser Kandidat gewesen.

Obwohl ich meine Manabasis wieder überansprucht habe und nur mit den Obelisken darauf hin gespielt habe, den Ultimatum topdecken zu können, habe ich trotzdem das Gefühl, das Spiel durch Glück gewonnen zu haben. Ein gutes Gefühl!

Also ich wollte über den Movie-Park noch mehr schreiben. Als schnelle Attraktionen verfügt der Movie-Park über den zentralen Freefall-Tower in Form des „Hollywood Hotel“. Wieder mit einer absolut genialen Hintergrundgeschichte, so dass diese allein mich schon in Versuchung führt, da rein zu gehen.

Aber da ich Freefall-Türme nicht vertrage, lassen wir das und schauen uns nur von aussen an, wie oben die Fahrstuhltüren aufgehen und der Lift dann in die Tiefe fällt. Sehr geiles Setting. Als das Mystery Castle im Phantasialand eröffnet hat, war ich ahnungsloserweise mal drin und bin die Attraktion auch gefahren, aber Fan dieser Freifallanlagen bin ich eben nicht, und seitdem weiss ich eventuell, warum nicht. Schön gemacht, dass das „Hotel“ wieder von allen Seiten aus sichtbar den Parkmittelpunkt markiert und man sich orientieren kann. In diesem „Hotel“ sind wohl auch einige Büros der Parkverwaltung, jedenfalls gibt es an der rückwärtigen Seite entsprechende Eingänge.

Die andere schnelle Attraktion ist der Aerosmith-Rollercoaster. Was Aerosmith ist, muss man den Jüngeren inzwischen schon fast erklären, aber die waren mal berühmt. Von aussen sieht die Halle nicht sonderlich hoch aus, wir liessen die Fahrt aber ausfallen, da uns, wie schon am Tag zuvor, nicht sonderlich gut war und ich wusste, dass es sich um einen Launch-Coaster handeln soll. Aus dem Video wird auch klar, dass man hier aus dem Bahnhof heraus in den ersten Korkenzieher geschossen wird. Bestimmt eine witzige Fahrt, bei der man am Ende nicht mehr weiss, wo oben und unten ist. Beim nächsten Besuch mal genauer gucken.

[AEROSMITH COASTER] – Video inzwischen entfernt

Nachdem ich jetzt beschrieben habe, was wir nicht gesehen haben, kann ich ja sagen, was wir gesehen haben. Direkt der Eingangsbereich ist witzig gemacht. Hinter einem Mickey-Maus-Brunnen, der das Motiv der magischen Besen zeigt und an dem ich einen alleinreisenden Inder fotografierte, gelangt man in ein Gebäude, dass Hollywood im Dunklen zeigt. Man kann über eine Art „Walk of Fame“ gehen, Neonreklamen hängen da und es gibt viele weitere interessante Motive, vor denen man sich fotografieren kann, wenn man will. Gleichzeitig ist das mit Selbstironie als „Kulisse“ gestaltet. Geht man hier auf Toilette, oder gegenüber in das Schnellrestaurant, ist der Walk of Fame als Fassade erkennbar und mit einem Holzständerwerk gehalten, was sicherlich absichtlich so ausgeführt ist. Auch Herumstehende Beleuchtungswagen erzeugen das Gefühl, man sei an einem Filmset.

Runde 7 – Mathieu Masson (FRA) Naya
Matthieu würfelt besser, und wählt, selbst zu beginnen. Nach einem Mulligan zeigt er mir die allerleckerste Spoilerparade. Hätte ich nach einem Visual Spoiler der Top10-Karten gefragt, man hätte auf Mathieus Deck verwiesen. Auf meinem Notizzettel steht „F. Drege“, aber das kann ich gar keiner Karte zuordnen. Den Topan Ascetic kann ich zwar auf meiner Seite auch legen, aber die Drachenfutterparade (das heisst’s bestimmt: „F.(utter) Drache“) macht ihn 4/4, so kann ich nicht blocken. In meinem Angriff macht Mathieu einen Qasali Ambusher (Memo: Ambusher vs. Atog 2:0), legt noch eine Rip-Clan Crusherin dazu und haut mich im zweiten Angriff schon auf 9. Dann lege ich einen Carrion Thrash, der mir aber durch seinen *plopp* gelegten Sarkan Vol geklaut und im kurz darauf folgendem Angriff gegen mich eingesetzt wird. 0-1

Im zweiten Spiel kommt meine Spoilerparade. Ich lasse ihn wieder beginnen (obwohl ich damit zu 40% unglücklich bin) und habe den Topan Ascetic auf meiner Seite, darf mein Carrion Thrash dieses Mal auch behalten und ihm mit Violent Ultimatum seine Blocker wegnehmen, dann lethal angreifen. Der übliche Plan, siehe oben. 1-1

Im dritten Spiel lässt er mich beginnen [em](Oh!)[/em] und mein Start ist nicht besonders gut. Nach zwei Ländern, Obelisk, bin ich zu langsam gegen Hissing Iguana und Sanctum Gargolye. Diese Langsamkeit ist nicht mal sonderlich ungewöhnlich – mir fehlt die extra Karte, um sicher das dritte Land legen zu können. 1-2

7 Mathieu Masson  Loss   1764 

5-2

Direkt am Eingangsbereich, also hinter dem Gebäude mit dem „Burger King“-Äquivalent befinden sich mehrere Hallen die als Filmstudios aufgemacht sind. Darin natürlich die Shows, und ich möchte ja nicht zuviel verraten… aber… doch.

Da gibt es eine Show namens Animagique, die wir als zweites besuchten. Nachdem die erste Show, deren Namen ich vergessen habe, ein Zusammenschnitt von Filmen war, natürlich Disneymässig aufgepeppt, versprach ich mir von Animagique etwas ähnliches mit den Zeichentrick-Figuren. Donald, Mickey Mouse, ihr düftet hierzu keine Fragen mehr haben. Aber das war dann eine gespielte Show, eine Art Musical mit Tänzern in Donald- und Mickey-Kostümen. Die armen Kerls… müssen durch den Park wandern und dann noch zwischendurch in einer Show auftreten…
Die Shows waren durchaus kurzweilig, aber eher was für die regnerische Zeit im Park.

Als neue Attraktion gibt es „Stitch live“. Ich wusste bisher nicht, was Stitch ist, aber auch als Erwachsener versteht man ja schnell. Stitch ist entweder ein Tennisstar, oder eine kleine gezeichnete Figur eines bös-/lieben Ausserirdischen. „Bös-/lieb“ in dem Zusammenhang wie „süss-/sauer“, denn der erzählt immer was für böse Sachen man machen könnte und ist eigentlich ganz lieb. Spontan fand ich in EvilBernd eine entsprechende Analogie…

Die Show ist grundsätzlich so ähnlich aufgebaut wie ein Bewegungssimulator, in dem man auch in mehreren Räumen die Story erzählt bekommt, bevor es dann in die eigentliche Attaktion geht. Diese besteht in einem interaktiven Spiel, so ähnlich wie die nächtliche SMS-Show auf dem vierzehnten Kanal, bei der man den Hasen auf dem Bildschirm mit irgendwelchen Sachen zum hin- oder herhoppeln animiert. Möglicherweise verwechsele ich das mit den Hasen von Neun Live, aber dann schiebe ich es auf die Brille oder die Dunkelheit… naja… egal.

Für die Kinder ist das sehr niedlich, weil die mit dem gezeichneten Wesen auf dem Bildschirm sprechen können. Für die Erwachsenen ist auch was dabei. Ach ja, man kann entweder in die englische oder die französische Fassung gehen. Wie die ganzen Holländer, die neben dem Hotel auch die Parks bevölkerten, wählten wir die englische Fassung.

Stitch: „Hm… I’m smelling french fries… I love french fries! Hey, you there in the green pullover!“
Guest: (bekommt ein Mikrofon hingehalten) „Yes?!“
S: „What’s your name?“
G: (murmelt was unverständliches)
S: „So you’re named ‚mrmemmeel‘?“
G: „No, my name is Gus!“
S: „Ah! Hello Gus!“ – Erinnerungen an Informatik, erste Stunde
Gus: „Hello Stitch!“
S: „Guy, where are you coming from?“
G: „From Holland!“
S: „Holland?“
G: „Yes, I’m from Holland“
S: (überlegt…) „Never heard of it!“

Die Konversation geht in die Richtung „Gus, ich habe dich schon mal irgendwo gesehen“ und dann blendet Stitch einen Häftlingsausweis des interstellaren Gefängnisses ein, inklusive dem Video-Still von Gus.

Naja, ich fand es süss.

Auch in dem Moviepark ist die Attraktion, von der mir mein Ex-Chef (darf man das so sagen? Ich denke schon…) mal erzählt hat. Armageddon. Und um es vorwegzunehmen: ich finde das super-scheisse. Mag sein, dass es am Animateur lag, nennen wir ihn „Fred“, der uns in einem atemberaubendem Tempo, hierzu stelle man sich einen überfliessend französisch sprechenden TrashT auf maximum speed vor, irgendwas erzählte.
Zwar hat er zuvor geklärt, wieviele Holländer, Spanier und noch irgendwas da waren, aber so viel ich mitbekommen wollte, erklärte er dann in rasendem französisch, dass ohnehin alles auf den Monitoren übersetzt wird und er nun nur noch französisch sprechen würde, denn nichts anderes mache ja Sinn.
Der Mann nahm seinen Nationalstolz also wichtiger als die Rücksicht auf die Besucher, wodurch ich bereits sauer war, bevor er noch mit irgendwelchen Reaktionen des Publikums zu spielen versuchte. Entsprechend angesäuert hatte ich auf die „illusionez que vous avez peur“-Geschichten keinen Bock. Kurzfassung: man geht nun als Komparse auf ein Filmset und soll dann ganz verängstigt tun.

Auf dem Set bricht dann alles zusammen, ein Feuer aus und von den Spezialeffekten im Rahmen der Berücksichtigung eines Vergnüngsparks ist das auch annehmbar bis gut gemacht. Wenn man sich die halbe Stunde Wartezeit ersparen will, kann man das ruhig machen, verpassen kann man hier nichts. Und dieser Fred, der geht gar nicht.

Der eigentliche Grund, den Movie-Park zu besuchen, sollte die Stuntshow sein. Hierzu aber mehr nach den Magic-Stunts…

Runde 8 – Gaetan David(IRL) Jund
Tisch 602. Direkt unter einer der Auslassöffnungen der Belüftungsanlage. Wer sich mit Trockenbau etwas auskennt, weiss um die Belüftungsanlagen, die in Tiefgaragen verbaut sind, und warum das so ist. Nun, im unteren Segment handelte es sich definitiv um eine Tiefgarage (auch wenn durch Abdecken der Rampen, Aufstellen von „Competition Center“-Schildern und Zustellen mit Tischen die Indizien verschleiert werden sollten, aber dem geschulten Auge bleiben die Spuren nicht verborgen) und das war eine verdammte scheiss Tiefgaragen-Belüftung! Genau auf meinen Kopf. An dieser Stelle durch ein fehlendes Gitter mit Windstärke sechs.

Ich sass keine zwei Minuten, dann tränten mir die Augen. Ich bat insgesamt zwei Judges um Abstellung dieses Makels, ohne dass diese sich sonderlich darum zu kümmern schienen – aber der zweite informierte den Head Judge, der uns erlaubte, das Spiel an einem anderen Tisch durchzuführen. Danke!

Gaetan kommt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, aus Irland (es kann aber auch Island gewesen sein). Sein Äusseres transportiert die Message eines ruhigen Spielers, zumindest aber eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Kung-Fu-Pandabär, aber während der Spiele wurde schnell klar, dass er einen guten Überblick über die Board- und Friedhofsituation behält. Er ist ein viel besserer Spieler, als ich eingeschätzt hatte – wahrscheinlich ohnehin besser als ich.

Im ersten Spiel gipfelt es darin, das Gaetan auf einem Leben ist, ich das aber nicht realisiere. Er hat einen 1/1-Chumpblocker, wie er schon die ganze Zeit Chumpblocker legt. Ha! ein 1-Toughness-Blocker! Da unearthe ich meinen Vithian Stinger und… Gaetan schiebt zusammen. Ach ja! Ich hätte den ja schon die ganze Zeit auf ihn schiessen können… 1-0

Die ausgleichende Gerechtigkeit sorgt dann dafür, dass ich Spiel #2 und #3 wegen akkumulierter Spielfehler, inklusive zu-Spät-merken und darüber-ärgern(tm) verliere. Ich demonstriere also dem Iren kurz, wie schlecht die Deutschen spielen, und streiche deprimiert das „Drop“-Feld an.

8 Gaetan David    Loss   1749 

5-3

Nach der Runde droppe ich also, da meine Kopfschmerzen zu stark werden. Ausserdem bin ich frustriert, kein Spiel in den letzten Runden mehr gewonnen zu haben, vielleicht habe ich auch nicht mehr alles mitbekommen. Das obere Turnier ist schon zu Ende, und ich habe jede Menge Zeit, mit Heiko noch dem Jörg zuzusehen.

Jörg spielt gegen einen italienischen Gegner, if I recall correctly. Dieser macht einen routinierten Anschein, oder bemüht sich entsprechend, aber schon wo ich neben Jörg sitze und ihm beim Spielen zusehe, fallen mir einige Nachlässigkeiten auf der Seite des Italieners auf, die ihn als relativ unerfahrenen Spieler verraten. Es ist das dritte Spiel, nachdem Jörg in der zweiten Runde Manaprobleme hat, bietet sein Gegenüber jetzt den besseren Start in die entscheidende Runde, in der wieder eine problematische Manaversorgung beim Jörg seine Hand nicht so schnell entwickeln lässt. Schliesslich kommt es zu einer Situation, in der er die Wende dadurch auslösen kann, dass der Italiener einen entscheidenen Punkt übersieht. Folgendes ist passiert:

Jörg hat quasi nichts auf dem Tisch (drei oder so Random-Blocker, Rakeclaw Gargantuan IIRC, aber ich weiss nicht mehr was noch). Der Italiener hat ungetappt: einen 1/1 Goblin-Spielstein, eine 2/3-Random-Kreatur (bestimmt Qasali Ambusher!), ein Algae Gharial mit vier +1/+1-Marken (also 5/5) und den 0/1 Viri-bla-Stinger (also diesen Pinger). Jörg findet endlich das rote Mana und kann sich in dieser Runde entweder austappen und Bam-Oida-Elemental legen (Bull Cerodon), oder selbst den Pinger legen, um damit in der nächsten Runde den gegnerischen Pinger abzustellen (dank Unearth). Letztere Version wäre mein Play gewesen, da man sonst mit dem Krokodil nie mehr fertig wird. Jörg riskiert die Austap-und-Bam-Oida-Legen-Variante. Der Gegner guckt, fragt, ob der 5/5 ist und ich denk schon: der sieht das. Aber er sieht es nicht, lässt den Bullen durch und beginnt, sich fünf Schaden zu nehmen. Runde um Runde – und stirbt dann schliesslich. Für die, die es nicht verstehen aus dem Text: Jörgs Gegner hätte gefahrlos mit dem Krokodil blocken können, Pinger schiesst das eigene Goblin-Token ab, Krokodil wird 6/6 und stellt das Bull Cerodon ab. Mit dem Move wäre Jörg nach zwei Runden tot gewesen, aber sein Gegner hat es nicht gesehen. Warum auch die eigenen Männchen abschiessen, wenn man einen Schaden auf den Gegner machen kann…

Zunächst jetzt noch ein unmotivierter Link auf Indiana Jones and the Temple of Peril, die Achterbahn im grossen Park im Stil einer Wilden Maus mit Looping (da ich entsprechendes im Bauch hatte, ersparte ich diesem die Fahrt leider). Aber zurück zum Movie Park, zurück zur Stunt Show.

Also die Stunt-Show: auf jeden Fall mitnehmen! Wir hatten am Horizont dunkle Wolken gesehen und das Glück, die letzte Show vor dem Regen mitnehmen zu können (bei Regen fällt sie aus). In der Show werden verschiedene Motorrad- und Autostunts gezeigt, sowie wie man diese realisiert. Für mich definitiv das Highlight dieses Parks.
Interessant fand ich, dass sie die Corsas umgebaut haben, so dass sie wie normale Strassenautos aussehen, aber eigentlich eine Art Go-Kart mit Plastikkarosserie sind.

Mit der Tour-Bahn, einer Art Gelenkbus, fuhren wir später noch eine Runde durch die Requisiten. Diese Tour ist aber eher langweilig, von ein- oder zwei Showelementen abgesehen. Dabei konnte man aber einen Blick hinter die Stuntshow werfen (leider ohne Erklärung).

Ebenfalls „einen Blick dahinter werfen“ ist das Thema der Attraktion in der Parkmitte, bei der man einem Disney-Zeichnentrickfilm bei der Entstehung zusehen kann. Hierzu gibt es als Höhepunkt nach einem langathmigen Zusammenschnitt aller möglicher Bambi- und sonstiger schnulziger Disney-Comicfilme einen Zeichner von Mulan, der in einem Dialog mit diesem (sicherlich weniger interaktiv als Stitch) erklärt, welches „Making-Of“ für diese Figur stattfand. Ein bisschen wie ein Special bei einer DVD, nur sitzt man live davor, wie er das auf der detailverliebt arrangierten Bühne darstellt. Dazu gibt es Kopfhörer in mehreren Sprachen, mit Otto auf der deutschen Synchronisationsspur.

Den Findet-Nemo-Coaster haben wir nicht mehr geschafft, ein rotierender Coaster wie Fear & Force of Wynja im Phantasialand, bei Youtube sieht man allerdings nicht, ob der genauso aggressiv geführt ist. Es sieht eher wie eine Mischung aus einer Märchentour und einem Coaster aus. Ausserdem gibt es noch eine „Cars“-Attraktion. Tja. Schade, dass Ford das Autodrom im grossen Park sponsort, man hätte eine Um-Thematisierung durchgeführt. So ist diese „Cars“-Attraktion eine zwar niedliche aber letztenendes eben doch eintönige Adaption einer 2D-rotierenden Krake oder einem Untertassenkarussell. Als es später nieselte, war die Attraktion geschlossen.

Ich erkläre, dass ich gedroppt bin, aber die Leute überreden mich zum wieder einzuloggen; beim Falko melde ich mich, um meinen Drop zurückzunehmen. Ob es in Folge dessen zur langen Verzögerung für die letzte Runde kommt, hoffe ich mal nicht.

Runde 9 – Julien Sellos(FRA) Jund/Naya

Ich weiss noch, dass Julien aus Nancy kommt, eine Stadt, die ich komplett falsch einsortiere, obwohl wir ja auch in Strasboug waren. Etwas müde sitze ich während der langen Wartezeit da, und an das Spiel erinnere ich mich nicht mehr. Ich weiss nur noch, dass Julien anfangen wollte…

9 Julien Sellos   Loss   1731 

5-4

Tja…

damit endete mein fulminanter 5-1 Start mit einem realistischen 5-4, und das letzte Spiel hätte ich mir doch schenken sollen. Ein Drop nach der achten Runde und zugucken wäre mir jedenfalls lieber gewesen, denn nun hatte ich noch mehr Kopfschmerzen und freute mich auf die frische Luft am anderen Ende des Tunnels (wobei Tunnel hier als Belüftungsanlage zu verstehen ist).

Diese bescherte mir noch eine Erkältung mit zwei Tagen „Inkubationszeit“, sprich Verspätung, wodurch wir uns den dritten Tag im Disneyland dann schenken und diesen krank im Hotelzimmer verbringen konnten. Memo to self: ich hasse jetzt umfunktionierte Tiefgaragen. Sollte noch einmal so eine beschissene Site ausgewählt werden, werde ich zum Judge-Table gehen und mein Geld zurückverlangen. Dann spiele ich lieber nicht mit, statt mir in so einem blöden Keller eine Erkältung zu holen.

Auch nach so langer Zeit fällt mir noch ein Misplay ein, von dem Jörg mir zwischen den Runden erzählte. Es mag sein, dass ich es falsch wiedergebe, aber ich versuche es mal:
Jörg spielt gegen einen Franzosen und hat den Kampfschaden bereits verrechnet. Gegen die grösseren Blocker legt er seinen Angreifer in den Friedhof. Er hat es mir irgendwie erklärt, aber ich habe es vergessen. Jörg griff mit einer 2/2er in einen 2/2 Flieger und einem 5/5er an, entsprechend blockte der Franzose mit dem 5/5er und Jörgs Männchen war tot. Dann zockt er in der zweiten Mainphase Branching Bolt um die beiden Kreaturen vom Franzosen zu killen. Dieser antwortet per Angelsong und rettet sie.
Ich frage Jörg stutzend, als er die Story erzählt, ob Angelsong nicht nur Kampfschaden verhindern würde, aber er meinte, das wäre schon so, dass damage preventet würde, und er hätte den Bolt mit (Kampf-)Schaden auf dem Stapel spielen sollen. Ich bin nun vollens verwirrt, weil das ja keinen Unterschied machen würde (doch, weil dann mein Angreifer noch leben würde) – und bin noch verwirrter als vollens verwirrt. Man lässt die Geschichte fallen, als neue Pairings ausgehangen werden.

Ein paar Wochen später im Drachental beim Draften macht mein Gegner den gleichen Stunt. Ich erinnere mich an die Geschichte vom Jörg und will das abnicken, lese mir aber den Angelsong noch mal genau durch: aha! Der kann gar keinen Branching Bolt verhindern! Mein Gegner legt seine beiden Kreaturen in den Friedhof und ich mir eine Notiz, dass ich unbedingt verbloggen muss, dass der Franzose den Jörg hier hat auflaufen lassen. Also: im Zweifel lieber einen Judge holen!

Nachdem Marion 5-3 stand und ihr Gegner in der letzten Runde auch kaum noch Ausdauerreserven aufweist, macht sie ihn fertig und schliesst mit 6-3 das Turnier ab. Gratulation dazu! Hoffentlich wird es in Rotterdam noch mal klappen!

Schliesslich haben wir nun noch einen Tagespass für das Disneyland übrig, was in diesem Jahr wohl dazu führt, dass wir die Stadt noch mal besuchen. Nicht im November, denn der Pass läuft im September schon ab, sondern früher. Entsprechend wird man wohl auch kein zweites Mal nach Paris fahren.

Auf jeden Fall werden wir noch einen Tag ins Disneyland fahren und uns die ausgelassenen Coaster geben. Eventuell sehen wir dann auch die Fraktion deutscher Judges, denn Michael W., Claudia und mindestens ein weiterer Judge sahen wir am Montag lässig an uns vorbei schlendern.

Auf dem Besichtigungszettel stehen La Defence, Louve und andere Attraktionen, die mit „L“ beginnen…

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