Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Magic, wie es sein sollte

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Unsere mittwöchliche Magic-Runde spielt üblicherweise Multiplayer. Zu viert, fünft oder – in letzter Zeit öfter auch zu sechst versuchen wir immer noch diese Formate hoch zu halten, bei denen sich mehr als zwei Spieler die Sprüche um die Ohren hauen. Aufgrund diverser Ausfälle war es heute aber nur ein Mitspieler, den ich zum Kartendrehen einladen durfte. Daher spielten wir zur Abwechslung mal „Duell“. Ein Format, dass für uns neu ist – aber auch irgendwie „Magic, wie es sein sollte“.

Vor den interessanten Eigenheiten dieses „Duell“-Formats habe ich aber noch eine Anmerkung zum Cube-Draft von letzter Woche.

Cube

Zunächst bin ich etwas enttäuscht dass mich niemand auf den fehlerhaften Link in dem Eintrag „32 Decks 2015“ hinwies. Es ist ja so, als ob niemand sich mit dem Link beschäftigt hätte. Ich auch nicht?! Genau. 😀

CEP – Cube of Extreme Potential (Hier der richtige Link)

Mein Cube ist ein „Reject Rare Cube“. Er besteht aus Rares, die man normalerweise nicht spielen will. Daher kommt der Name „Cube of extreme potential“. Die Karten haben eben alle sehr viel Potential. Ich finde diesen Cube sehr praktisch, denn er entlastet mich von vielen schlechten Rares, die ich sowieso nicht spielen will. Wegschmeissen kann ich sie auch wieder nicht und so gibt es wenigstens noch ein Limited-Format, dass man mit einem niedrigen Power-Level gestalten kann.

Als Cube müssen gewisse Regeln eingehalten werden. Wirklich unsinnige Karten passen aus zwei Gründen nicht in den Cube. Catalyst Stone, ein Artefakt dass Flashbackkosten senkt, wäre zum Beispiel sinnlos wenn der Cube nicht um dieses Thema aufgebaut ist. Zweitens wird der Draft interessanter wenn man die Karten alle beinahe gebrauchen kann und nicht gewisse Karten von Vornherein ausschliesst. Damit wird der Draft schwieriger. Ich habe daher versucht, die Karten zwar aus der untersten Kiste zu holen, aber trotzdem noch eine gewisse Spielbarkeit zu erhalten.

Dabei haben wir festgestellt, dass es noch einige Karten gibt, die als zu stark eingestuft wurden.

Luminate Primordial wurde übereinstimmend als zu stark bewertet, was man als objektiv oder subjektiv bewerten kann. Jedenfalls ist es relativ zu den anderen Karten im Cube schon sehr stark, eine Kreatur zu haben, die einen Swords to Plowshares-Enters-the-Battlefield-Effekt mitbringt. Es gibt auch Combo-Material um diesen Effekt mehrfach zu bekommen.

Stalking Assassin wurde auch als stark eingestuft – und ich fand den auch toll, als ich ihn mal aus der Grabbelkiste auf der Spiel herausgefischt habe. Aber gegenüber aktuellen Standards ist es sehr schlecht, so viel Mana für die Fähigkeiten dieses Assassins zu zahlen, wenn man ihn auf anderen Kreaturen dieser Farben nicht nur umsonst bekommt, sondern auch noch einfarbig.

Letztendlich sind einige starke Karten im Cube gerechtfertigt, auch wenn nicht in jedem Durchlauf alle Karten gespielt werden – wir waren zu sechst und der Cube kann acht Spieler versorgen. Einige Rares blieben also in der Kartenbox. Dabei fiel mir aber auch auf, dass drei Spieler eine rot/grüne Kombination gespielt haben, und diese drei sassen auch noch nebeneinander im Draft. Entweder sind wir also schlechter als der Cube, oder die roten und grünen Karten versprechen ein Deck mit dem man wenigstens noch Kreaturen auf den Tisch bringen kann.

Ab und zu (also alle zwei Jahre mal) kann man sich ja mal auf einen Cube einlassen. Bis 2017 dann also…

Ratings und Gatherer

Entweder ich habe was nicht mitbekommen, oder der Gatherer hat in den letzten Sets nicht mehr die Liebe bekommen, die man mal in ihn gesteckt hat als die Wizards ihre Seite verunstaltet umstrukturiert haben. Und ja, ich habe die Sprache umgestellt! 😀

Auf WUBRG habe ich mich endlich mal mit dem Problem der nicht korrekt berechneten Deck-Ratings beschäftigt – was nur eine Kleinigkeit sein sollte und letztendlich auch war. Wer WUBRG auf Facebook folgt, kann dort mehr über den Bugfix lesen. gitbook…. Dann wollte ich mich auch noch um ein seltsames Phänomen kümmern.

Die letzten beiden Sets haben keine Ratings mehr bei den Karten. Zunächst dachte ich, dass die Wizards das Format geändert haben und der Import vom Gatherer in WUBRG an einer Formatierung stolpert. Aber bei näherer Betrachtung und Diagnose hatte ich einen Aha-Moment. Der Gatherer listet für Karten seit Fate Reforged keine Community-Ratings mehr. Alle Karten von Fate Reforged und Dragons of Tarkir haben dieselbe Bewertung: fünf Sterne und null Abstimmungen.

Beispiel: Acid-Spewer Dragon

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sich plötzlich alle Gatherer-Leser nicht mehr für die Kartenbewertung interessieren. Auch die Diskussionen zu den Karten finden quasi nicht mehr statt. Ob es sich um eine Uncommon oder eine turniertaugliche Mythic-Rare handelt, die Ergebnisse meiner Stichproben waren immer dieselben. Keine Ratings, keine Diskussion.

Wie es dazu kommt, das weiss ich nicht. Wenn jemand von euch etwas dazu gehört hat, würde ich mich freuen darüber mehr zu erfahren.

Für WUBRG wird das bedeuten, dass es eine Funktion, die KMB bereits vor Jahren kommentierte, noch etwas mehr Verfeinerung bedarf sowie einer eigenen Bewertung, die damit auch nachvollziehbarer sein kann.

Den Nutzern ein Rating zu zeigen, das sie nicht beeinflussen können, scheint mir genauso sinnvoll wie die Daten der „Konkurrenz“ unbedacht zu übernehmen.

Die Frage wieso einige Varianten der Karten ein anderes Rating als ihre Artgenossen haben, ist schnell geklärt wenn man sich bewusst macht wie diese Ratings entstehen. Random Guy trifft randomly auf random Karte und rated ebenso randomly ohne die anderen random Varianten analog zu behandeln. Zu den random Entscheidungshilfen, die einem da zur Wahl stehen (angefangen von den physischen Eigenschaften der Karte bis zu ihrem Einfluss auf etwaige Formate; ein kurzer Check zeigte sogar, dass unterschiedliche Sprachen unterschiedliche (oder meist keine) Ratings haben), lassen sich fast genauso viele Kriterien ableiten auf die man ein Rating beziehen könnte, so dass eigentlich genauso viele Ratings existieren müsste.

Worauf ich letztlich hinaus will: Kartenratings sind shizz. Deckratings auch aber irgendwie weniger, wobei sich bei Decks die zeitliche Komponente (die auch für Karten sehr relevant ist) größer auswirkt, wie du selbst schon bemerktest.

Bis ich mir darüber abschliessende Gedanken gemacht habe, wird es aber noch etwas dauern.

Duelle

Nun aber endlich zu den Duellen, ein Format auf dass wir alle schon so gespannt sind. Vermutlich werden im Duell mehr Spiele durch Mana entschieden als im Multiplayer. Mit der entsprechenden Sichtweise wirkt es jedenfalls so, dass bei Teamevents Mana in der Hälfte der Fälle, in denen man spürbar flooded oder screwed ist, durch die Aktion des Partners oder entsprechende Manaprobleme bei einem Gegner zu einem ausgeglicheneren Spiel führt. Das habe ich aber nicht statistisch durchgerechnet – es soll aber für die Mehrzahl der heutigen Spiele stehen.

Dann war da noch dieses eine Spiel, dass zur Abwechslung nicht das letzte sondern das vorletzte war – und es ging sehr lang. Zur Einstimmung zeige ich euch zunächst ein Foto einer Spielsituation bevor ich euch erkläre, wie es dazu kam, was man darauf sieht und was sich daraus ableiten lässt.

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Vielleicht wollt ihr das Bild für die Beschreibung offen lassen (es ist anklickbar, aber auch 3,5MB gross). Aus meiner Perspektive heraus seht ihr auf dem Bild mein UW Enchantress Deck, dass relativ frisch umgebaut ist. Hier ist die entsprechende Deckliste.

Hippy spielte ein WGB-Deck (Abzan) mit dem Toughness-Thema. Es spielt diverse Defender und generiert Leben über Angelic Chorus und Trostani, Selesnya’s Voice, kann mit den Wänden auch kleinere Angreifer blocken; spielt aber sehr wenig fliegende Kreaturen. Der Deckplan sieht vor, dass auch 100/100-Token ins Spiel kommen dürfen und Populate sorgt dann für entsprechende Hysterie beim Gegner.

Auf dem Bild erkennt man auf der linken Seite bei ihm schon zwei Angelic Chorus und zwei Proper Burial. Rechts davon liegen zwei Abzan Beastmaster, die zu Beginn des Spiels für Nachschub gesorgt haben, aber irgendwann hatte ich eine höhere Toughness. Trostani befindet sich daneben und die Würfel davor sind sechs 8/8-Token und ein 5/5-Token. Drei der 8/8-Token haben einen Wachdienst von mir bekommen. Auf der rechten Seite liegen bei Hippy noch zwei unbedeutende Wände und 0/5 Schaafe die jeweils ein Leben im Upkeep geben. Sein Lebenszähler dürfte hier etwa 45 anzeigen. Dazu auch gleich noch mehr.

Bei mir liegen – von links nach rechts – eine Trostani, die ich mit Mind Control geklaut habe. Dann ein Kor Spiritdancer mit Flight of Fancy. Dann zwei relativ gleich verzauberte Kreaturen die jeweils Unquestioned Authority, Spirit Loop und Sage’s Reverie sowie eine weitere Verzauberung tragen. Ich glaube der linke war damit circa 38 Power und die grösste Kreatur auf dem Board. Vom Angriff weiterhin getappt sind ein Hopeful Eidolon mit Angelic Destiny (8/8 durch die drei Drogskol Captain). Die Lords haben ihrerseits wieder Verzauberungen für Lifelink und etwas Pump.

Ich habe noch vier Karten in der Library. Ein Plains und drei Fetchländer. Die drei Handkarten sind auch Länder. Im Friedhof befinden sich nur noch marginale Damage-Faktoren. Ich bin auf 606 Leben.

Das war ein Mathe-Spiel

Die Züge hatten sich seit einiger Zeit so entwickelt. Ich griff mit den im Bild getappten Kreaturen an und fügte nach und nach mehr Verzauberungen und Drogskol Captain hinzu. Der Schadensoutput steigerte sich von anfangs 40 über 60 dann auf etwas unter 100 und schliesslich über 115 auf maximale 142. Ein Grossteil davon war auch mit Lifelink. Hippy griff dann zurück an mit den 8/8-Token und ich nahm Schaden im Bereich von 30-60. In seinem Zug tauschte er mittels Recurring Nightmare wiederholt zwei Wände zwischen Spiel und Friedhof aus, wobei er pro Durchgang 23 oder 29 Leben bekam, je nachdem ob es eine 0/5er oder 0/8er war und ob sie in den Friedhof oder ins Spiel ging. Auch hier kamen immer mehr Effekte hinzu.

Ich griff ihn also immer wieder für etwa 2/3 seines Lebens an, er machte in seinem Zug aber etwa dasselbe wieder an Leben. Zusätzlich war da noch Trostani und Proliferate, die für einen etwa 20 Lebenspunkte grossen Puffer sorgte. Während dieser Züge hantierten wir immer wieder mit unhandlichen Lebenspunkte-Verrechnungen (Bin bei 312 und bekomme 27 Schaden), bei denen man auch „ich habe genug Leben“ sagen könnte – aber wir konnten beide genug Schaden zufügen um das relevant werden zu lassen.

Obwohl es an ein oder zwei Stellen knapp bei Hippys Lebenspunkten war (und ich es eventuell zu safe spielte) kam ich am Ende nicht mehr gegen seinen Lifegain an und gab kurz nachdem das Foto entstand auf weil es absehbar war, dass ich out of cards gehe.

Fazit:
Ein interessanter Gedanke war aber, dass mein Deck den maximal möglichen Schadens-Output erreicht hatte. Nicht absolut, aber für dieses Spiel (wenn ich besser enchanted hätte, wäre da mehr drin gewesen). Am Ende waren es 142 Schaden und es konnte kein Punkt mehr werden. Für das Deck bedeutet es, dass auch ein Effekt, der mich vor dem Kartentod bewahrt hätte, nichts bringt, denn das Spiel hätte ich nicht mehr gewinnen können.

Für alle Decks stelle ich mir die Frage, ob dieser „maximale Damage Output“ berechenbar ist. Das spielt in den meisten Fällen keine Rolle, aber ich vermute, dass dieses Deck schon einen recht hohen Wert erreichen kann. Vermutlich höher als die meisten rot-grünen Aggrodecks.

2 Kommentare

  1. Hippy meint:

    Sehr interessantes Spiel. Markus deck hat mir durch die großen Flieger, die ich nicht genügend blocken konnte die Möglichkeit genommen über Planeswalker zu agieren (Serra Avatar token etwa), auf der anderen Seite hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine der tree of redemptions gezogen, die mir richtig viel Leben gemacht hätten, bzw. richtig große Token generiert hätten. Deswegen machte mir der enorme lifegain durch lifelink auf Markus Seite kein Kopfzerbrechen, ich vermute, dass das Deck auch über Schaden hätte gewinnen können, es sei denn, die Bäume wären alle ganz unten in der Bib gewesen….

  2. Mario Haßler meint:

    Ich habe noch nie Würfel mit lauter Zehner- oder Hunderter-Zahlen drauf gesehen… Tolles Spiel, so muss das sein! Vielleicht hätten ein Bezahle-Lebenspunkte-für-irgendwas-Effekt und „Die Sanduhr umdrehen“ geholfen…?

    Mein Freund und ich haben mal bei meinem roten Direktschaden-Deck nachgezählt, wie viel Schaden alles zusammen ergeben würde. Habe die Zahl vergessen, aber ich weiß noch, dass wir überrascht waren, wie oft die 20 LP dort reinpassten.

    Bei allem, was wiederholt Spielsteine erzeugen kann, wird es wohl schwierig, den maximal zufügbaren Schaden zu berechnen, da man dann auch die Menge der Karten in der Bibliothek, etwaige Kartenzieher usw. berücksichtigen muss.

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