Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Narzissmus, mit Selbstzweifeln

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Ich war auf der Toilette im Hauptbahnhof in Düsseldorf. Wie auch bei einigen an Sanifair angeschlossenen Autobahnraststellen gibt es dort zum Einlass eine Schranke, die man mit einem Euro überwinden kann. Dafür erhält man einen Rail&Fresh Wertbon von 50 Cent. Auch wenn ihr in Berlin, Frankfurt oder München am Hauptbahnhof seid, könnt ihr diese Bons bekommen.

Den ersten Bon hatte ich schon bei einer Abfahrt zum Urlaub in London erhalten und nachdem ich nun einen zweiten bekommen habe wollte ich die endlich mal einlösen. Ich musste sowieso zwanzig Minuten auf den Anschluss warten.

Also ging ich mir ein erfrischendes Getränk bei einer Bäckerei bestellen. Die freundliche, aber trotzdem auf das gleich-angeschreit-werdende Servicekraft erklärte mir, dass er nur einen Bon pro Vorgang annehmen könnte. Ausserdem erst ab einem Einkaufswert von 2,85 EUR. Das würde auf der Rückseite des Bons stehen. Ich drehte den Wertbon um und da stand tatsächlich das, was er mir gerade erklärt hat. Erfreut über diese Neuigkeit kaufte ich ihm trotzdem die Flasche für 1,95 EUR ab und versuchte mein Glück dort, wo man mehr als drei Euro bezahlen müsste…

In der Buchhandlung sah ich mir das eine oder andere Magazin an und griff dann zu einem Buch aus der Spiegel-Bestsellerliste. Es lag mit etwas unter neun Euro im Zielbereich des Bons. Aber auch bei dieser Verkäuferin blitzte ich ab. Man nehme nicht an dem Bonsystem teil. Ich bekundete meine sympatische Zustimmung und erfuhr im weiteren Verlauf des Gesprächs dass es durch die Preisbindung nicht interessant sei, da die Zahlungen des Bon-Partners nicht verlässlich rechtzeitig eingingen.

Verwirrt aus dieser scheinbar unlogischen Verknüpfung, aber trotzdem um eine Information reicher, verliess ich die Buchhandlung – und schliesslich auch den Bahnhof – mit einem Bon mehr als ich sie betreten hatte.

Inzwischen habe ich zwei Bons, dessen „Wert“ sich für mich zweifelhaft beschreiben lässt. Ich habe das Gefühl, dass diese Bons nur mein Portemonnaie vollmüllen und ich sie irgendwann, sollte ich etwas zu den zweifelhaften Bedingungen zur Einlösung finden, nicht mehr einlösen darf weil der Zeitraum überschritten wurde. Auf ihrer Webseite beschreibt Rail&Fresh, dass die Partner für die Einlösebedingungen verantwortlich sind – aber die Aufschrift auf den Bons und nach den oben genannten Vorfällen ist es klar, dass diese Bedingungen von Rail&Fresh vorgegeben werden.

In einer Zeit, in der viele über den ALS Ice Bucket Challenge nachdenken, sind es auch diese scheinbaren Kleinigkeiten, über die ich mir Gedanken mache. Es hat den Anschein, dass man diesen Wertbon einlösen kann, aber die nächste Stufe ist erreicht, wenn man diese Bons nicht mal mehr einlösen kann. Bei Sanifair hatte ich jedenfalls keine Probleme mehrere Bons auf einmal und auch bei egal welchem Einkauf einzulösen. Dafür erscheinen die Preise in den teilnehmenden Raststätten auch etwas höher zu sein.

Die Bahnhöfe legen nun also nicht nur nach sondern auch noch eine Schippe drauf. Am Ende geht man dann lieber raus aus dem Bahnhof und zum nächsten Restaurant. Ich hoffe, dass sich mehr Shops ein Beispiel an der Buchhandlung nehmen und solche Systeme nicht unterstützen.


Dann war ich auch noch bei der Post und wollte ein Einschreiben abholen. Der gestrige Zustellversuch scheiterte, da ich nicht zu Hause war. Entsprechend hatte ich einen Benachrichtigungsschein und ging damit am folgenden Tag – wie annonciert – zur Postfiliale. Dort war das Schreiben aber nicht auffindbar. Statt dessen bekam ich einen Zettel mit einer (kostenfreien) Rufnummer, die ich anrufen sollte.

Dort kam ich nach einer computergestützten Menuführung bis zur Sachbearbeiterin durch und schilderte ihr, dass das gestern fast zugestellte Schreiben heute in der Filiale verschollen ist. Sie sicherte mir eine Suche zu und ich bekäme dann in den folgenden 14 Tagen Post. Was mit meinem Schreiben ist (dicke viele Magic Karten übrigens) – das stände dann in dem Schreiben.

Was ist jetzt hier passiert, habe ich nachher überlegt. Die Angestellte in der Filiale findet den Brief nicht – und ich als Kunde muss nun bei der „Zentrale“ anrufen, weil man dort für die Zusteller zuständig ist… und dort einen Nachforschungsauftrag starten? An welcher Stelle wird das denn auf den Kunden ausgelagert?

Ja es kann sein dass ich nicht den Eindruck hatte, dass die sich viel Mühe beim Suchen gegeben hat; oder dass die Prozesse zwischen Zustellern und Postfiliale abgestimmt funktionieren – aber warum muss ich als Kunde da noch durch diese unsägliche Warteschleife am Telefon, wenn ich gerade in der Filiale war. Das läuft total verkehrt.


Ach müsste ich in meinem Blog mehr über Magic schreiben? Hat mich die letzten Tage nicht so interessiert. Aber kann ich ja auch noch machen. Die letzten Tage ist etwas untertrieben – das könnte der längste Abstand zwischen zwei Postings seit langem sein (auch gemessen an der zwischenzeitlichen Entwicklung von Spam-Kommentaren die abgewehrt wurden…)

Aber vielleicht sollte ich noch was über Khans of Tarkir oder das Speed vs. Cunning Deck schreiben. Oder auch darüber, dass es bei WUBRG in der Kartensuche nun die Möglichkeit gibt, zufällige Kreaturen für Real-Life Momir Vig zu generieren…


Für meine Artikelserie über 32 Decks sehne ich mich insgeheim nach einem Block, der sich um vierfarbige Karten dreht – wobei ich die gedankliche Weiterentwicklung der Nephilims (vierfarbige Kreaturen aus dem Ravnica-Block) nicht sinnvoll fände. Auch eine Grundlage für vierfarbige Decks zu finden ist schwierig. Nun aber der Dolchstoss als Antwort von Mark Rosewater auf die Frage
What’s our chance of seeing a four-color focused block?

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