Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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No, I can’t!

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Es ist gut, dass ich im Stau nicht bloggen kann.

Ich meine – ich könnte. Es gibt diese Laptophalterungen für’s Auto, hauptsächlich für Handelsreisende, und ich könnte so im Stau stehend meine eMails checken, YouTube-Videos gucken oder eben bloggen. Aber ich denke, dass würde stark ablenken und darum belasse ich es beim Erstgenannten. Wenn ich aber bloggen würde, könnte ich sofort all die Gedanken aufschreiben, die es nicht wert sind, geteilt zu werden.

Beispielsweise über die Twen-Blondine im Siebener-BMW. Eigentlich der Typ Frau, die man im Klein- bis Kleinstwagen akzeptiert, rollt auf der Nebenspur in ihrem alten Siebener dahin. Obwohl man dem Auto die Zeichen der Zeit ansieht und der Wagen zahlreiche Beulen hat, sind es keine „Oops, beim Einparken vertan“-Beulen sondern sie wirken eher wie Kampfspuren. Eine wie von einem Laternenmast verursachte Beule hinter dem Vorderrad und eine leicht gestauchte Motorhaube nehmen der Langversion nichts von ihrem stattlichen Auftritt. Dabei wirkt die junge Fahrerin eher so, als würde sie sich niemals in ein Auto setzen, dessen Alter in Jahren die Fahrzeuglänge in Metern übersteigt. Kleiner vier aunomma.

Sehr verwunderlich, diese Situation, und ich bin recht froh, dass ich im Stau nicht bloggen kann. Oder kann ich? No, I can’t.

Die zweite Ernüchterung kam beim Auspacken der morgentlich hastig eingepackten Deckboxen. Habe ich aus Versehen..? Ja, ich habe. Genau drei Longboxen passen in meinen Magicrucksack und wie in den vorherigen Wochen füllte ich die drei Boxen hinein, die ich als… quasi… die prominentesten Deckboxen… wenn man so will. Eben die Longboxen, die ich immer mitnehme. Man ahnt es schon (ins Blaue, Grüne oder auch im Kreis): die Boxen, die ich immer mitnehme, enthalten alte Decks. In der ’stillen Ecke‘ entstanden aber neue Decks. Die wollte ich spielen. Nicht die alten, ausgelutschten haben-wir-im-Mai-Zweitausendneun-mal-aktualisiert-Decks. Mit-Eventide-Karten-die-wir-zu-faul-wegzusortieren-waren-Aktualisierung. Genau diese langweiligen Dinger hatte ich wieder im Sack und dabei hatte ich die eine Box extra mit allen Decks gefüllt, auf die ich nun für eine längere Zeit keinen Bock hatte und ganz nach hinten unten geschoben.

Am Morgen hatte ich sie wütend herausgezogen und in den Rucksack gelegt. Schlaftrunken und halb wütend über mich selbst, warum ich sie so versteckt habe. Nun waren sie wieder da: die alten Decks.
Die alten „habe ich kein Bock drauf“-Decks. Bravo.

Also hatte ich nur einen Bruchteil der Decks „am Start“, die ich ursprünglich spielen wollte. Das Phytohydra-Deck (und ich fürchte auch es ist nicht gut geworden) war beispielsweise noch zu Hause, dafür habe ich ein ganz tolles Lock-und-Nerv-Deck dabei. Óle óle! Oh jemine; is‘ nich‘ ok!

Marc O. aus E. war nach zweiwöchentlichem Aufenthalt in Mexico auch wieder wohlbehalten zurück und obwohl ich mich sowohl bei einem Pentagramm wie auch bei anschliessendem Emperor freute, ihn als Nebenspieler und dann als Gegner zu haben, sollte dieses Glück nicht lange andauern. Im Emperor konnten wir (Hippy als Emperor mit mir und Ingo als Flanken) trotz schnell überranntem Ingo noch gegen die drei anderen ausharren. Hippys fünffarbiges Deck mit Kicker-Kreaturen und Zur, dem Enchanter, der die gegenfarbig auslösenden Sanctuarys aus Apocalypse ins Spiel brachte, konnten noch Marc mittels eigenem Arena-Trigger und gekickertem Thornscape Battlemage von dem Podest der letzten drei Lebenspunkte schubsen. Danach konnte ich den gegnerischen Emperor direkt angreifen. Frank hatte mit seinem Shadow-Deck nicht genügend Kreaturen mit höherer Toughness zu bieten, die gegen Raka Sanctuary also alle eingingen. Sein Deck war für eine Emperor-Platzierung eindeutig zu sehr Aggro. Ich spielte das seit langem eingemottete „BURN“-Deck, eine frühe Fassung eines Idiot Life-Decks.

Es hat sich einiges geändert in der Zwischenzeit. Konnte man damals mit Change of Heart noch die Kreaturen vom Angriff abhalten, sorgen nicht nur Peters Shroud-Schlüpfrige Butze und Trollasketen für lange Gesichter. Marc hatte auch zahlreiche Kreaturen, die sich selbst opfern können und damit zu schlechten Zielen für Buyback-Sprüche werden. Zudem die wesentlich grösseren Kreaturen heute schneller auf dem Tisch liegen. Wenn in der vierten Runde sechs Power mit drei Bodies auf dem Tisch liegen, reicht ein Change of Heart gar nicht mehr aus.
Es hatte wohl schon seinen Grund, dass ich das Deck lange Zeit nicht mehr spielte. Ausserdem ist der Carmouflage-Faktor, das Deck in der „Flames of Rath“-Preconstructed-Deckbox mit dem per Edding markiertem „Burn“ aufzubewahren auch verloren gegangen. So kann ich das Deck auch nicht mehr weiterspielen. No, I can’t.

Das Spiel gewannen wir nach einem in kritischer Situation ohne Buyback gespieltem Ally auf den per Enchantment auf „14/14 Double Strike, Lifelink, Vigilance, Trample, Protection from Creatures“ aufgepumpten Schlüpfrigen Butz bei Peter, der Hippy aus dem Spiel zu nehmen drohte. Auf 5/5 und ohne einen Grossteil der Fähigkeiten zurecht gestutzt konnte man ihn auch wieder blocken.

Nach dem Spiel beging ich dann den (aus heutiger Sicht) Fehler, mich mit Marc (nicht dem aus E.) an den Vierertisch zu Andreas und Marcel zu setzen. Bereits nach zwei Spielen war mir klar, was mich hier erwarten sollte. Die beiden hatten nur Turnierdecks dabei. Standard Naja-, Jund- und Mill-, sowie extendedtaugliche Affinity und Discard-Decks. Die Spiele entwickelten sich recht eintönig, da Marc und ich konstant nur mit Casualdecks spielten, deren Kartenqualität hinter der der Turnierdecks weit zurückblieb. Während Andreas im Junddeck also Sprouting Thrinax legte, also ein 3/3-Männchen mit Sonderfertigkeit, oder Marcel im Najadeck zum Woolly Thoctar griff, hatten wir an der Stelle entweder was mit 2/2 oder oft genug auch einfach gar nix. Aus Andreas‘ und Marcels Sicht lief das Spiel immer nach dem Schema: Männchen auf den Tisch, dann Removal auf gegnerische Männchen. Fertig.

Die einzige Abwechslung war das Mühldeck, dass einen etwas anderen Plan verfolgte, letztlich gingen wir aber auch gegen das andere Deck alleine ein. Wenn man dann noch ein Deck spielt, dass auf acht Wrath-Versionen zurückgreifen kann und keine kommt, ist das zusätzlich frustrierend, aber letztlich ist es eben so. Ich weiss gar nicht, wie viele Spiele wir gemacht haben. Marc und ich haben jeweils immer andere Decks zum selben Ergebnis geführt und die beiden haben uns jedes Mal mit Broodbraid Elfen und Arcbound Ravager überrannt. Gähn.

Einziges Spiel, dass wir gewinnen konnten, war, als sowohl Marc wie ich auch zu Aggrodecks griffen, und meine Merfolks und Marcs Kithkin (IIRC) auch die Combat Phase nutzten.
Aber es ist nochmal knapp geworden…

Immerhin waren nach diesen Tantalus-Spielen (mit den alten Decks, das noch so am Rande) noch drei Matches mit Hippy, Ingo und Marc (der nicht-Hustende, erneut) möglich.

Dabei fand ich ein neues Deck, dass ich in die Elementalbox gepackt hatte: das Schamanen-Deck.

Das ist nun auch legal (im Gegensatz zur 56-Karten-Fassung zuvor) und es musste einfach rot in das Deck. Warum das nun so seltsam aussieht, erklärt sich in Etwa wie die Entstehung von Erde und Mond. Hier sind zwei Decks aufeinandergeprallt, die dann jeweils einen Teil in diesem Deckkörper hinterlassen haben. Der Rest ist jeweils in die Kartenkisten zurückgewandert.

Aus dem Schamanendeck stammen die meisten Kreaturen. Die schöne Synergie zwischen Sachi, Daughter of Seshiro und Centaur Omenreader spielt leider keine Rolle, wenn man sie am oberen Ende der Manakurve hat. Teuere Schamanen sucht man leider auch vergebens. So schön das Ganze ist, man muss sich auch davon trennen.
Schliesslich fand ich beim Kartensortieren noch ein Deck aus Kamigawa-Zeiten, dass mit Aggravated Assault unendlich viele Combat Phases erzeugen will. Daraus stammen die Sakura-Tribe Elder (eine Karte, bei der ich nie den Bindestrich falsch setze, weil es ja der Elder vom Sakura-Stamm ist) und eben der ganze rote Kram. Rage Forger ist im Schamanendeck ja gesetzt.

Ich dachte auch noch daran, entweder weiss oder schwarz mitzusplashen. Schwarz hat nette Schamanen. Ok, eigentlich eher nicht nette Schamanen. Weiss bietet irgendwelche Sprüche, die man unbedingt braucht – schon wieder vergessen, was das war – aber ich habe mich ja ohnehin dagegen entschieden.
Momentan ist noch zu viel im Deck, da muss noch einiges raus, aber ich will die Karten erst mal ausprobieren. Beim Spielen ist es dann mit zwei Viridian Shaman und zwei Rage Forger regelrecht explodiert, wirklich eine sehr fiese Karte, diese Rage Forger.

Ein zweites neues Deck stelle ich euch auch noch vor. Auch dieses ist natürlich noch in einem frühen Stadium und noch nicht fertig ausbaldowert. Es handelt sich um die alte Idee von mehr Ländern ins Spiel und tralala. Schliesslich gibt es jetzt Landfall, das muss man ausnutzen.

Wie frech ist eigentlich Grazing Gladehart? Die Karte ist so Uber, das habe ich anfangs gar nicht realisiert. Als ich die Antilope (nie eine Prolope gesehen, BTW) im Rahmen der Draftbewertung in den Fingern hatte, dachte ich mir, dass ist bestimmt eine ganz nette Karte. Aber ganz nett trifft es nicht. Die Karte ist der Hammer. Zuerst waren an dieser Stelle Lifegift eingeplant, aber wie soll man es sagen: Lifegift – das braucht man jetzt so gar nicht mehr. Eine Karte zum Kaminanzünden. Grazing Gladehart ist zusätzlich, dass sie dasselbe kostet auch noch eine 2/2-Kreatur und gibt doppelt so viel Leben pro Land. Wie frech ist das denn (oder wie schlecht ist Lifegift).

Das Deck performte (what a word!) gar nicht so schlecht, aber es sind noch zu wenig Daten um wirklich Verbesserungspunkte erkennen zu können.

Angesichts der Turnierfreaks wäre es aber geraten, dass ich mir auch mal ein Casual-Solitary zusammenbastele. Die Karten dafür liegen ja irgendwo rum, nur die Reset habe ich vor Jahren mal abgegeben. Als die rauskam, fand ich die wirklich geil und habe mir davon mehrere Playsets angelegt. Natürlich waren sie in irgendwelchen Lulli-Decks. Mit Homariden und Cantrips zum Beispiel, daran kann ich mich noch erinnern. Und es gab auch keinen Storm oder solche Combos, wofür man Reset unbedingt brauchte. Aber dann hat mich mal jemand aus dem damaligen Freundeskreis überredet, die Karte wäre unglaublich schlecht. Ich sollte sie lieber verkaufen, wo sie ja schon auf fünf Mark gestiegen ist. Ich habe mich damals beeinflussen lassen und die Karten alle abgegeben. Sogar mit einem guten Gefühl. Inzwischen beisse ich mich etwas in den Po und ärgere mich über meine nur noch als naiv zu bezeichnende Glaubhaftigkeit. Was für ein riesiger Unsinn.

Reset ist doof. Klar. Und Black Lotus war auch doof. Und Jitte war auch doof. Tarmogoyf – nur ein 1/2 Bärchen.

Karteneinschätzungen mache ich jetzt lieber selbst. Dann kann ich nachher immer noch sagen, das habe ich nicht gesehen. Diese ganzen „Doof“-Sager können mir gestohlen bleiben. Das ist die Reset-Geschichte.

Wenn man dann mit dem Legacy-Turnierdeck im Casual die Leute niedermäht, hat man dann Spass? No, I can’t.

2 Kommentare

  1. Schizzo1985 meint:

    Spiel Oracle of Mul Daya im Landfall Deck. Kann einfach alles 😉

  2. atog28 meint:

    Heute angekommen. Von Bernd. Der hat mir auch noch einen sehr netten Spruch beigefügt. Kenne ich gar nicht mehr, so mit persönlicher Widmung…

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