Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Now that I own the BSC

atog28

what am I supposed to do with this thing?

Der Titel lehnt sich an den Song der Sparks an. Als ich „Now that I own the BBC“ als Titel nutzte, schrieb ich über eine wilde Horde Pegasi. Inzwischen sind wir ein paar Schritte weiter, was die Wertigkeit von Karten angeht (seht – ich schreibe nicht „power creep“!) und für zwei Mana mehr gibt es einen unzerstörbaren Coloss mehr.

In diversen Foren wird darüber gesprochen und heute inspirierte mich der Artikel von Geordie Tait (One-shot Robot, nicht nur über den BSC zu denken, sondern auch darüber, wie man im Casual damit umgeht. Irgendeiner wird bestimmt auf die Idee kommen, den zweite Runde rauszuTinkern, weil es eben geht. Manchmal weiss man auch nichts mit dem Master Transmuter anzufangen. (OMG, die Combo wäre auch noch im Standard.)

„I just feel like these tweets are defending the card as a necessary measure, when in fact it was about as necessary as using an AK-47 to kill a squirrel.“

Hier noch mal Wladimir und Vitali nebeneinander (die sind ja auch unzerstörbar und trample):

Ich meine, mit einem Wrath of God kriegt man die nicht weg. Wrath… das spielt sowieso bei uns niemand mehr. Neulich habe ich mich schon gewundert, wann ich zuletzt mal diesen ikonenhaften weissen Spruch gesehen habe – es ist lange her. Zwar regen sich einige über Massenremoval auf, und das wird auch oft gespielt, aber Wrath?! Woran liegt es, dass sich die Leute über Massenremoval aufregen und warum spielt gleichzeitig niemand mehr Wrath?

Ein Spruch, der sich bei unserer Gruppe eingegraben hat, ist „der Wrath gewinnt eben“. Das ist mir zu einfach und im Grunde genommen auch zu falsch. Wieso sollte ein Spruch gewinnen, der alle Kreaturen vom Brett nimmt? Wrath nimmt einen Spieler der im Vorteil ist, und setzt ihn dahin, wo alle Spieler wieder gleich sind. Das ist zumindest die grobe Beschreibung, im Gegensatz zu einem Living Death dass Spieler im Vorteil zurückwirft und Spieler, die bisher hinten waren, nach vorne bringt.

Aber ganz so platt ist Wrath nicht – denn der Vorteil, der egalisiert wird, besteht nur auf dem Board. Ein Aggrodeck hat nach einem Wrath oft kaum noch Handkarten. Die im Duell mögliche Strategie, gegen Massenremoval wenig Kreaturen zu spielen, wird im Multiplayer meistens nicht wirksam. Aber etwas anderes funktioniert. Neulich habe ich schon mal über die Spirale gesprochen, die sich bei Massenremoval ergibt – oder mindestens habe ich auf Magic Lampoon verlinkt, wo es viel lustiger steht.

Wenn oft Massenremoval gespielt wird, greift man eben zu Kreaturen, die davon nicht betroffen werden. Das kann Regeneration sein, oder Persist, Indestructible und neuerdings auch Totem Armor. Dieses öffnet nur ein kleines Spektrum der Kreaturen, denn oft sind das recht langweilige Viecher. Utility-Kreaturen haben keinen Wrath-Schutz eingebaut (noch nicht) und so sterben Mother of Runes, Archivist und Kira, Great-Glass Spinner trotzdem noch am Wrath.

BSC sieht nun genauso wrathresistent aus und verspricht, wenn er einmal trifft, den Gegner auch zu töten.

Nun ja. Grosse Aufregung. Verständlich.

Das gibt den Kindern, die bisher umständlich mit dem Vampir die Marken vom Land für den Marit Lage Token nehmen mussten, ein neues Spielzeug. Statt Sneak Attack, Progenitus, Fling braucht man nur noch den BSC. Gerne auch mit alternativen Wegen, ein Artefakt ins Spiel zu bringen (nur Goblin Welder oder Sharuum sind durch die Reinmischformel leicht benachteiligt).

A pro pos Progenitus. Der war auch immer mal für einen ungewöhnlichen Kill gut; aber ist das wirklich Casual? Ich finde es zwar episch, einen 175 Marken tragenden Kresh auf einen Gegner zu flingen, der über 200 Lebenspunkte hat, wenn das Spiel schon auf der Kippe steht, aber so wirklich schlimm, wie ich mal über Progenitus im Casual gelästert habe („Salam!), war der auch wieder nicht.

Von Pegasus Stampede ganz zu schweigen.

Daher glaube ich, dass BSC gar nicht so schlimm ist. Jedenfalls nicht schlimmer als Tainted Strike. Die hat auch schon für Tod im Aufgussverfahren (instant) gesorgt. Wenn man es darauf anlegt, ist Tainted Strike ohnehin tödlicher als BSC, weil seine Combos auch etwas unhandlich sind und eigentlich unterbrochen werden könnten, von Tinker mal abgesehen. Vielleicht sollte man häufiger Control-Magic-Effekte spielen, auch Mark of Mutinity auf den BSC wird am Ende vielleicht sogar lustig.

Einige Decks wird ein resolvter BSC aber immer noch ganz hart rannehmen. Andere werden darin keine Bedrohung sehen. Leider lässt er sich nicht wie ein DSC mit einer 12-Toughness-Kreatur oder einem grossen Regenerierer handlen, das bedeutet gerade für mein grünes Highlander eine wirklich schwierige Frage – dieses Deck hat vielleicht nur zwei oder drei Möglichkeiten, mit dem BSC umzugehen.

Am besten wird sein, den BSC zu countern. Counter sind auch gegen Massenremoval ganz gut (etwas, dass BSC auch kann, ist Massenremoval zu sein, nämlich, wenn er angreift und der Gegner schon ein paar Poison Marken hat). Das löst viele Probleme – von E wie Eldrazi bis M wie Mutilate, alles lässt sich countern. Derzeit sind Counter so unbeliebt, weil vergleichsweise schwach, und dabei ist das Konzept recht sinnvoll. Vielleicht lassen sich auch die weissen Counterspells in Erwägung ziehen, wenn man nicht blau spielen will.

Kleiner Exkurs:
So langsam hätte ich gerne was gegen Poisonmarken. Gegen Lebenspunkteverlust oder Mühlen gibt es auch Karten, und die Siegbedingungskarten lassen sich disenchanten. Die Endgültigkeit der Poisonmarken tut Magic ebensowenig gut wie die Annihilator-Fähigkeit. Dabei sollte man die Poisonmarken nicht entfernen, obwohl das auch eine Möglichkeit wäre, damit umzugehen – dann sollte das aber Teil von Kosten einer Fähigkeit sein. Etwa so:

Antidote – 1W
Enchantment
Remove two poison counters from target player: You get a poison counter.

in der Art wie Leeches. Aber ich dachte eher daran, die Siegbedingung zu verändern, oder das Erhalten von Poisonmarken.

Wall of Antipoison – 1G
Creature – Wall
Defender
~this~ enters the battlefield with 3 heal counters on it.
If you would get a poison counter and ~this~ has heal counters on it, remove a heal counter from ~this~ instead of getting a poison counter.
0/5

Insane Shrine Wizard- 1UU
Creature – Vedalken Wizard
Whenever you would get a poison counter, draw a card instead.
2/2

Switch Position – 2BBB
Sorcery
Exchange life totals and poison counters with target opponent.

Enlightened Healer – 2W
Creature – Human Cleric
You don’t lose the game because of poison counters as long as Enlightened Healer has more Endure Counters than you have poison counters.
1W: Put an Endure Counter on ~this~
T: Prevent 2 damage to target player.
1/2

Der Schlüssel zu gutem Design (nicht magic-ese) ist es, Produkte herzustellen, die die Leute kaufen wollen.

„Schwere Kost! Weihst du noch, Blightsteel Colossus…“

5 Kommentare

  1. Belca meint:

    Insbesondere freuen sich nun andere Formate nach der Kleinkindkombo Tinker – Koloss auf die Babykomba Tinker – Blightsteel Koloss.

    Aber ich mochte auch Decks, die mit UU Counterspell spielten…

    Hierüber:
    “Schwere Kost! Weihst du noch, Blightsteel Colossus…”
    habe ich lange nachgedacht, bis ich zumindest eine Idee hatte 🙂

  2. eddos meint:

    „Die Endgültigkeit der Poisonmarken tut Magic ebensowenig gut wie die Annihilator-Fähigkeit.“
    Word.
    Der Reiz am Spiel war ja eigentlich, das es immer eine Antwort auf gestellte „Fragen“ gibt (Annihilator als Frage wird genau genommmen ja von Tajuru Preserver beantwortet, blöd nur, dass die Frage immer von einem 9+*/9+*-warum begleitet wird).
    So sind wir doch irgendwie bei einem „Powerlevel“ von vor ich-weiss-nicht-vielleicht-6-Jahren, nur jetzt mit 10 lp und ohne lifegain.
    Ohne Antworten wie die von dir oben ersonnenen (Enlightened Healer würde ja sogar zum Proliferieren passen,Insane Shrine Wizard+Phyrexian Vatmother combo ftw.!)reisst das Gift doch ein tiefes Loch ins Spielgefühl.

    ist es eigentlich schwul, Loch und Gefühl in einem Satz zu bringen 😉

  3. atog28 meint:

    Anihilator ist für sich genommen nicht so tragisch (wenn wir alle in einer optimalen idealisierten Welt spielen, in der jeder jede Runde ein Land legt und der Eskalationsstufe [nur] einen Schritt auf einmal entgegen geht)*. Die ausgedachten Karten sind fern jeder Balance, gebe ich auch zu (ein Enchantment „Creatures with Infect deal no damage to players“ könnte man noch hinzufügen), entweder zu narrow oder unbeabsichtigte Combos.

    @Belca: naja, so ein kleines Rätsel hier und da baue ich gerne ein und denke auch, dass sie entsprechend aufgenommen werden.

    In einen Satz gebracht überlege ich derzeit, wie die Tendenz, Karten herzustellen die Spiele rapide beenden und die Flexibilität dieser Karten, diversen Antworten zu entgehen, zusammenpasst. Es schreit geradezu danach, dass Wizards‘ Designabteilung unter anderem provozieren will, dass die Spieler bessere Counterspells bekommen wollen („ihr wolltet es doch so!“) – unter der Annahme, dass man das Spiel noch eine längere Zeit produzieren will (diese Grundthese lässt sich zumindest überprüfen).

    *) Ich erinnere mich an ein 2HG-Spiel, bei dem jemand den Common 7/7 Anihilator für vier gesaccte Token in der dritten Runde gespielt hat. Kurz mit dem Partner beraten: hast du ein Removal? Ich bin screwed… du hast einen Lightning Bolt… ok, Scoop**. Bei solchen Spielen war das Mischen Zeitverschwendung.

    **) oder spielt jemand ernsthaft einen Lightning Bolt auf einen Eldrazi Spawn aus einem Nest Invader?

  4. eddos meint:

    „In einen Satz gebracht überlege ich derzeit, wie die Tendenz, Karten herzustellen die Spiele rapide beenden und die Flexibilität dieser Karten, diversen Antworten zu entgehen, zusammenpasst.“

    Mir drängt sich da ein kleiner Vergleich auf:
    Vergleiche Magic mit Architektur, Designer mit Architekten.
    Größe ist in Mode, jeder will so ein riesen Teil in die Welt setzen,und wenns 13/13 für ein Mana ist (Chinas Skyline ftw.).
    Krosan Cloudscraper als der Turm zu Babel ist als mahnendes „Hochmut kommt vor den Fall“-beispiel zu nennen, wobei ich nicht urteilen kann, ob er denn seinerzeit gespielt wurde.

    Letztlich wird es neue Baumaterialien geben (Mechaniken, Keywords als neue Verbundstoffe), die aber letztlich nur schmückendes Beiwerk bleiben, wenn sie nichts wirklich großes Bewegen (Jace als Niedrigenergie- oder intelligent-design-Variante, vielleicht auch als Rechenzentrum?).
    Wenn wir bei diesem Vergleich bleiben, dann liegen diese Fatties nicht an irgendeinem Kalkül, sondern am Gigantismus, am (letztlich doch sehr männlichen) „Meiner ist größer“, angelehnt.

  5. Teardrop meint:

    Die Amis lieben „Meiner ist größer!“.
    Und bei denen findet eben die meiste Marktforschung von Wizards statt, bzw. die, auf die gehört wird.

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