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Pauper Cube Backdraft

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Dann war es also mal wieder soweit und in Bochum sollte eine grosse Party starten. Mit insgesamt 12 Leuten sassen wir um einen Tisch und unser Gastgeber erklärte noch mal kurz die Regeln. Aus seinem Pauper Cube hatte er für jeden drei Booster zusammen gestellt, wobei jede Farbe einmal enthalten war und der Rest wurde zufällig aufgefüllt. Wir machen einen Backdraft, das bedeutet, die Karten, die wir picken, werden nicht in unserem Pool bleiben sondern an eine andere Person am Tisch weiter gehen. Schlussfolgernd daraus heisst das, man nimmt die schlechteste Karte zuerst und versucht, dass man kein brauchbares Deck zustande bringen kann. Schliesslich wird noch ein Partner ausgelost und mit dem wirft man dann seinen erhaltenen Kartenstapel zusammen und baut zwei Decks mit mindestens 40 Karten. Im Two-Headed-Giant spielt man dann in drei Runden gegen andere Teams bis ein Sieger feststeht.

Zunächst dachte ich daran, möglichst wenig mit Werten in der unteren Ecke zu picken. Kreaturen gewinnen schliesslich oft das Spiel. Es geht darum, die Karten zu picken, die das Spiel nicht gewinnen. Freudig sah ich, dass wir auch Länder im Booster hatten. Solange es also Länder, Manafixing oder ähnliche Karten gab, war der Pick relativ einfach, aber auch gefährlich. Am Ende des Boosters blieben die stärksten Karten übrig, sodass der eine oder andere Fatty oder die mehrfarbige Karte mit dem smoothen Mana einfacher gespielt werden konnte. Diese Strategie kann also auch nach hinten los gehen. Aber zunächst blieben die Kreaturen mehr oder weniger aus, ich zeige euch gleich ein Bild des Drafts.

Interessant fand ich, dass beim normalen draften die Zeit zum Auswählen am Anfang lang ist und immer weiter abnimmt. Der Backdraft dreht das auch quasi um. In 15 Karten die schlechteste zu finden mag etwas Sucherei erfordern, ist aber immer noch mit weniger Nachdenken verbunden als sich zwischen vier Kreaturen entscheiden zu müssen, wenn die Anzahl der Karten geschrumpft ist. Die Nachdenkzeit nahm für mich immer mehr zu, je weniger Karten im Booster waren. Aber es blieb bei mir und auch bei den anderen Draftern am Tisch alles im Rahmen und rechtzeitig zur gelieferten Pizza waren auch alle Karten gepickt. Es kam nicht mal zu Verwirrungen in der Kartenanzahl – bei einem 12er Draft nicht immer selbstverständlich.

Im zweiten Booster musste ich dann auch Removal in meine Picks aufnehmen, da ich es immer noch besser fand, Kreaturen zu zerstören als selbst damit angreifen zu können. Vielleicht war das ein Fehler und eine 1/1er wäre weniger flexibel gewesen als ein relativ grob eingegrenztes Removal, das sich auf fast alle Win-Conditions der Gegner richten liess. Im Endeffekt liess sich wohl auch ein Deck aus meinem Haufen bauen, selbst wenn man nicht mit einem weiteren Spieler den Pool zusammen geworfen hätte.

Hier endlich mal das Bild von dem Pool. Links ist der erste Booster und von oben nach unten sind die Picks in der Reihenfolge, wie ich sie genommen habe (die Pestilence war nicht dabei).

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Zunächst wurde dann die Anzahl der Plätze, die der Haufen weiter wandern sollte, mit einem W12 bestimmt. Natürlich kam die 12… aber dann gaben wir die Sachen vier Plätze nach links und bekamen unseren Teampartner zugelost. Ich weiss nicht ob jemand damit seine eigenen Karten auch wieder im gemeinsamen Pool hatte, aber bei Tayfun und mir war das nicht der Fall. Mein Pool ging an den Gastgeber.

Wir bekamen den Pool mit der Pestilence und fanden schnell heraus, dass blau und grün nicht die starken Farben im Pool waren. Die Pest wollten wir natürlich auf jeden Fall spielen, vor allem, da wir mit den offiziellen Two-Headed-Giant-Regeln spielen wollten, bei dem die Pest auf jeden Spieler Schaden macht – also doppelt so effizient auf Spieler ist als im Duelformat.

Tayfuns Deck war schnell als rot/grün identifiziert, da wir die rot/grünen Multicolorsprüche als stärker einstuften als die anderen Farbkombinationen und in grün noch ein paar Karten als stark genug ansahen wie beispielsweise die Spinnen. Echte Fatties oberhalb von 4/4 waren aber nicht dabei. Dafür gab es noch ein Claws of Wirewood, das auch direkten Schaden auf die Gegner machen konnte.

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Mein Deck wurde dann schwarz und weiss. Es hatte einige Synergie mit drei Auren, die das Totem-Guide Hartebeest suchen konnte. Order of Leitbur war eine nette Dreingabe, denn mit Schutz vor Schwarz würde die Karte nie an der Pest sterben.

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In den Runden stellte sich schnell heraus, dass wir nicht die drei Spiele machen konnten. Diese Erfahrung gab es ja schon öfter bei Two-Headed-Giant-Turnieren und ich fand das auch nicht überrasched, dass man in der Zeit (50 Minuten) nur ein Spiel macht.

In der ersten Runde spielte unser Team namens „Copy und Paste“ gegen das Team, das den Roiling Thunder im Pool hatte. Der rot-schwarze Spieler flutete vor sich hin und das glich meinen anfänglichen Mulligan auf 5 mit anschliessendem Manascrew noch so rechtzeitig aus, dass wir uns von den anfänglichen Beats auf lächerlichen 7 Lebenspunkten stabilisieren konnten. In der Zeit musste Tayfuns Deck fast alles alleine machen.

An wirkliche Highlights erinnere ich mich in dem Spiel nicht. Tayfuns Spinne wurde mal in einem Cage of Hands gefangen, den er gut mit Hull Breach zerstören konnte, als sich unser Gegenspieler mal wieder austappte. Eventuell war das auch der Zug, in dem er mit einer Vettel einen 3/3-Zentauren, der Lebenspunkte gibt, wieder auf die Hand nahm, um ihn erneut auszuspielen. Aber mein Mana Tithe konnte den noch mal verhindern.
Am Ende gewannen wir die erste Runde sogar noch.

Zweite Runde und ich habe keine Ahnung mehr, was wir gespielt haben. Jedenfalls wurden wir runtergelost. Diesmal ging Tayfun auf 5 Karten und musste eine wackelige Hand halten. Wir haben die Runde 0-1-1 gespielt wenn ich mich richtig erinnere.

Dritte Runde, in der wir gegen den Gastgeber und Florian spielten, also zur Hälfte gegen meinen Pool. Florian hatte ein grün-blaues Deck (eventuell noch mit Splash) und sein Partner ein schwarz-rotes Deck mit (natürlich) reichlich Removal.
Leider stellte sich heraus, dass sie durch das Pooling auch noch starke Kreaturen bekommen hatten. 3/3 Flieger mit Trample waren hier quasi nur schmückendes Beiwerk, auch 6/6er und 4/4er waren reichlich vertreten. Das ging mit den Manabeschleunigungskarten aus meinem Pool natürlich zu einer gefährlichen Mischung. Doppelblocks waren auch nur eine schmerzhafte Lektion, welche Removal so alle am Start waren.

Daher war am Ende der Kartenvorteil eher bei den Gegnern und bei eigentlich recht ausgeglichener Kartenqualität gewannen sie das erste Spiel und damit den Gesamtsieg in diesem „Turnier“.

Einige der Mitdraftenden hatten seinen Cube schon ein paar Mal gedraftet und wussten so etwa, worauf man sich einstellen konnte. Für mich war es das erste Mal und mit Pauper habe ich auch keine weitergehenden Erfahrungen. Ich weiss zwar, dass es wenige Möglichkeiten für echten Kartenvorteil gibt, aber vielleicht habe ich nicht entsprechend gedraftet. Sign in Blood und Serrated Arrows waren beispielsweise deutlich stärker als ich sie eingeschätzt hatte.

Der Abend hat Spass gemacht und ich hoffe, dass es nicht wieder ein Jahr dauert bis ich noch mal mit dem Cube spielen kann.

2 Kommentare

  1. Rob Anybody meint:

    Hallo Marcus,

    schön, dass es dir gefallen hat. Kannst übrigens gern meinen Namen im Artikel nennen 🙂
    Und ja, mein Removal war verboten stark: Terror, Terminate, Arc Lightning, Firebolt, Serra Arrows…

  2. atog28 meint:

    Ach ich komme jetzt in das Alter, da bin ich froh wenn mir nach sechs Wochen noch mein Passwort einfällt… 🙂

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