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Re: 5 peinliche Excel-Patzer

atog28

Regelmässig ärgere ich mich über Leute, die das Thema verfehlen. Oft sind es sogar selbstgewählte Themen. Vom allseits bekannten Magic-Guru (der, der nie Decklisten zeigt) sind wir es alle gewöhnt, aber auch bei seriöseren Zielgruppen ist Augenwischerei, Panikmache und das Verdrehen von Tatsachen an der Tagesordnung. Wie zum Beispiel bei diesem Thema.

Reporting und Datenqualität

5 peinliche Excel-Patzer

Bei „5 peinliche Excel-Patzer“ horcht man ja wohl auf. Das ist ja ein Ding, das muss ich lesen… Auch der Teaser stimmt auf dieses bedenkliche Thema ein: „Falsche Schuldenkalkulation, unvermutete Mehrkosten, irrtümliche Insolvenzmeldungen – Praxisbeispiele zeigen, was falsche Daten und Excel-Wirrwarr verursachen.“

5 peinliche Excel-Patzer

Zunächst erhalten wir zwei Absätze, die ich als Einleitung klassifizieren möchte. Eine Aussage zu den Excel-Patzern findet sich darin noch nicht, aber es gibt noch weitere fünf Seiten, die die Beispiele aufzeigen, also eigentlich alles im Lot. In dieser Einleitung befinden sich ausser dem Link auf Oracle nur interne Verweise innerhalb dieser Bloggingplattform. Ich freue mich über diesen Service, auch wenn ich vermute, dass die Links automatisch anhand der Wörter gesetzt werden und durch die interne Verlinkung die Seitenbewertung bei Suchmaschinen verbessern sollen. Aber halten wir die negativen Schwingungen etwas zurück, denn wir brauchen sie für die fünf peinlichen Excel-Patzer.

Der Reihe nach.
Zu allen Beispielen ist postitiv zu vermerken, dass die Links auf die entsprechenden Quellen gesetzt sind.

Fehler beim Schulden-Ranking
In Worms hat man bei der Erfassung der Schulden in das Feld eine „200“ eingetragen. Sie dachten, es wäre in TEUR, tatsächlich war die Skalierung aber in Mio. EUR.

Das ist ein typischer Eingabefehler, der häufig vorkommt. Ich weiss nicht wie oft ich schon diesen Fehler in Tabellen gesehen habe, wenn Betragswerte verkürzt erfasst werden sollen, kommt es immer mal wieder vor, dass es um den Faktor 1000 zu hohe Werte gibt. Bei einem Access-Seminar wies uns auch ein Dozent darauf hin, dass man die extremen Werte plausibilisieren muss – diese Prüfung ist meiner Meinung nach aber auch allgemeines Wissen. In diesem Fall ist das nicht geschehen, aber wo ist da der Excel-Patzer? Ich sehe da keine Schwäche in Excel. Zwar nehmen sie uns einen guten Teil der Denkarbeit ab, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man das ganz einstellen soll. Durch die Unterstützung hat man mehr Kapazitäten, um organisatorisch zu denken.

Die wundersame Rheinverkürzung
In den 60er Jahren hat jemand einen Zahlendreher bei der Rheinlänge eingebaut und von dieser fehlerhaften Länge wurde immer wieder abgeschrieben? Tatsächlich ein kleiner Skandal, der auch in den Top-Ten-Listen der Wikipedia-Fehler immer mal wieder beobachtbar ist (z.B. das „Wilhelm“ zuviel in den Vornamen von Aussenminister zu Guttenberg). Aber was hat das mit einem Excel-Patzer zu tun? Haben sie einen Excelvorgänger etwa schon Jahrzehnte vor der Marktreife eingesetzt?

Dieser Patzer hat mit Excel überhaupt nichts zu tun, und damit so wenig wie die fehlerhafte Erfassung der Schulden von Worms im ersten Beispiel. Inhaltlich sind zwei Fehler bei fünf Nennungen schon nicht mehr tolerierbar, aber das schlimme ist: es geht noch weiter.

Unvermittelte Mehrkosten
Ein Zahlendreher bei städtischen Baumaßnahmen? Hatten wir den Zahlendreher nicht gerade schon bei der Rheinlänge? Wollen die uns denselben Fehler zweimal verkaufen? Und wieder hat das mit Excel nichts zu tun, und als Patzer geht diese Zahlendreherei zwar noch gerade durch, aber von einer aufregenden Skandalösität lässt sich in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Mehr als eine Randnotiz ist diese Unachtsamkeit nicht. Erneut haben wir den Fall, dass von der fehlerhaften Zahl abgeschrieben wird. Wieder eher eine Frage der Datenqualität bzw. deren Sicherung als wirklich ein Patzer. Ich halte es für völlig normal, dass einige Werte ab einer gewissen Stelle im Prozess als gesichert angesehen und abgeschrieben werden.

Der Hartz-IV-Fauxpas
Ui. Hartz-IV. Damit werden Emotionen beim Leser geweckt. Dieses Thema ist nicht ohne Vorbeurteilung.
Da entstand im Arbeitsministerium (eine öffentliche Anstalt, möchte ich nur mal einwerfen) ein Fehler bei einem Gesetzesentwurf aufgrund eines Fehlers beim Übertragen aus einer Excel-Tabelle in eine Wordvorlage.

Ja. Skandal. Schon wieder ein Zahlendreher (vermutlich der Suchbegriff für die diesem Eintrag zugrundeliegende Recherche Googlesuche) und dieses Mal beim Abschreiben. Als ob dieser Fauxpas nicht schon seitdem die Schrift verbreitet wurde passiert. Ärgerlich, aber es hat mal wieder überhaupt nichts mit Excel zu tun – und das ärgert mich noch mehr.

Plötzlich Pleite
Auch im letzten Fall einer wegen eines Datenfehlers erfolgten Insolvenzanmeldung wird nicht deutlich, wo Excel die Schuld tragen soll.

Ich hätte mir andere Patzer in Bezug auf Excel vorgestellt, wenn man schon diese Überschrift wählt. Oder aber die Überschrift wäre „5 Patzer beim Datenverarbeiten“ oder etwas ähnliches. Für einen überschriftskonformen Inhalt schlage ich Aspekte vor, die direkt mit Excel zu tun haben. Manchmal verschieben sich Zellbezüge, wenn man Formeln kopiert. Dies kann unerwünschte Effekte haben, die plausibel aussehen. Die Standarddiagramme haben eine Skalierung, die unterschiedliche Werte ähnlich aussehen lassen oder Abweichungen übertreiben. Auch dabei gilt es, zu kontrollieren, ob das, was gesagt werden soll, ausgedrückt wird. Externe Daten sind ebenfalls intransparent – dabei muss man sicher sein, die Daten des aktuellen Stands zu benutzen und nicht die aus einem vergangenen Zeitraum. Auch dieser Patzer schleicht sich leicht ein. Solche Themen gelten für mich als Excel-Patzer. Aber nicht Zahlendreher oder falsches Abschreiben bzw. Eintragen.

Die Moral dieses Eintrags hätte als Inhalt vollkommen ausgereicht. Alles andere ist aufgeblasene Augenwischerei. Oder auch „Stammtischparolen“. Ähnlich spektakulär: Euro nur noch 78 Cent wert. Dann lieber nach DSC00001.jpg suchen.
Aber ich bin mir sicher, meine Leser erkennen es, wenn sie es sehen.

PS: ich überlege gerade den Grund für die hohen Verkäufe der Apple-Aktie gestern. Oder vielmehr nicht den Grund, sondern wer da verkauft hat. Die Menge ist schon immens gewesen, wenn das stimmt, was bei onvista steht.

Ein Kommentar

  1. Teardrop meint:

    1.: Stve Jobs hat immer noch (für mediziner nicht verwunderlich) mit seinem Bauchspeicheldrüsenkrebs zu kämpfen (an dem er schon operiert wurde), und hat deshalb erneut eine Auszeit von Apple verkündet.
    5-Jahres-Überleben bei dieser Art Tumor: 5-10%. Und die OP ist 2006 gemacht worden…
    Deshalb stürzte die Aktie.

    DSC000001: Du hast da auf der ersten Seite einen geköpften Mexikaner!!!!!!!!!!!!!!!!!

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