Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Spiel 2012 – Tag 3 und 4

atog28

Wie schon im letzten Jahr fasse ich das Wochenende der Spiel 2012 in einem Artikel zusammen (Spiel 2011 – Tag 3 und 4). An beiden Tagen war unsere Anwesenheit nur teilweise gegeben. Am Samstag, weil wir später kamen und am Sonntag, weil wir zum Mittagessen und Spiele wegbringen ein paar Stunden Auszeit nahmen.

Die Reizüberflutung muss man sich aber irgendwann auch eingestehen. Wenn ich das früher nicht so gesehen habe, dann sicherlich darum, weil ich mich nur auf die Magickarten konzentriert habe. Die spielten in den letzten Jahren eine immer nebensächlichere Rolle. Darum konzentriere ich mich vermutlich inzwischen auf zu viele andere Aspekte. Gerade bei den Brettspielen haben sich unübersehbar viele Alternativen angeboten. Daneben existieren aber immer noch Spielzeuge, Karten, Fernlenkhubschrauber, LARP (incl. Cosplay), Rollenspiele und in Quintessenz: 80% schwarze T-Shirts, 80% Geek-Stuff und 80% Rest.

Nein, das ist keine schlechte Mathematik.

Spiel 2012: Tag 1 · Tag 2 · Tag 3 und 4

Um diese Spiel abzuschliessen folge ich diesem unsystematischen Vorgehen und schreibe ein paar Spiele auf und was mir noch dazu einfällt. Wir haben – ohne es zu wollen – doch noch ein paar Spiele gefunden, die wir mitnehmen mussten. Die kommenden zwei Jahre haben zwar weniger Wochen als wir die Spiele zum Einsatz bringen werden, aber so war es vor zwei Jahren auch schon. Aber eventuell muss man ja mal eine Messe aussetzen…

Saint Malo
Eine Messeneuheit von alea/Ravensburger, die Qualitätsserie dieses Verlags, wurde vom gleichen Autorenehepaar entwickelt, wie schon Village. Das machte mich ebenso neugierig wie die vier Filzstifte zum bemalen des Spielplans. Das Video bei cliquenabend zeigte aber meiner Meinung nach, dass der Verlag zu faul war, vernünftiges Material zu erzeugen und Pappplättchen beizulegen, die man statt der Kritzelei wiederverwenden könnte. So bleibt ein Testspiel-Gefühl zurück, bei dem man mit der Altersangabe auch ausdrückt, dass die Mitspieler nicht bei Langeweile auf dem Tisch herummalen. Ich mag es nicht. Die Filzstifte müssten einen Sinn machen. So ist es die ökologische Himbeere.

Mercante
Absichtlich fanden wir den Stand von AEG, deren immens grosse Tragetaschen ihren werbewirksamen Wert auf uns übertrugen. „Wo ist denn der Stand, wo es solche Taschen gibt?“ Zufällig wurden wir nach kurzer Zeit von einem Floor Manager angesprochen, was uns interessiert. Als ich sagte, wir gucken uns nur mal an und wollten uns über das AEG-Sortiment informieren, sagte er uns spontan drei Plätze an einem gleich frei werdenden Spieltisch zu. Damit hat er mich wirklich positiv beeindruckt!

Das Spiel, das wir testen dürfen, heisst Mercante und ist eine Neuheit 2012 die auf der Welt „Tempest“ spielt, die auch noch drei andere Spiele beherbergt (Courtier, Dominare und das einminütige Love Letter). Bei Mercante geht es um die Händler von Tempest und es dürfen Warenkarten versteigert werden (nur eine Auktionsrunde, das geht also in Ordnung – nicht zu viel Auktion hier) und danach wieder für mehr Geld verkauft werden.

Damit das nicht zu einfach ist, hat man nur begrenzte Aktionsmarker, man kann anderen Spielern was klauen oder die Preise beeinflussen, man kann Märkte schliessen, es gibt Aufträge zu erfüllen und unterschiedliche Personas. Mit Marion, Manfred (gewann mit 17 Punkten) und dem engagierten Erklärer machte es Spass, das noch kurz vor Feierabend am Samstag zu zocken und unser Erklärer klagte etwas über unterschiedliche Spielertypen.

Die gibt es ja tatsächlich. Interesse und Können sind nicht immer gleichstark ausgebildet. Das wird dann blöd, wenn sich Leute Spiele erklären lassen und die partout nicht verstehen und nach einer Stunde immer noch Basisregeln nachfragen. Als Besucher müsste man da erkennen: das Spiel ist zu fordernd für mich – und entsprechend einfach aufhören. Aber das machen die Leute dann nicht. Vielleicht auch wegen einer fehlerhaften Selbstüberschätzung. Es sind doch nur Spiele.

Ein Live-Beispiel für diesen Spielertyp konnten wir am Sonntag erleben, als wir uns Panic Station erklären liessen.

Panic Station
Während die weissen Goblins das Spiel schon 2011 herausbrachten, kommt das deutsche Original von Pegasus Spiele als Neuheit 2012 auf den Markt. Um ein bisschen zu sitzen haben wir es uns bei Pegasus angesehen. Kooperative Spiele machen uns neugierig. Wenn der Peter im Video „30 bis 40 Minuten“ sagt, dürfte das tatsächlich bedeuten, dass man etwa zwei Spielrunden spielt. Dann müsste das Spiel eigentlich in 80% der Fälle beendet sein. Wenn man es korrekt austeilt (also nicht so, wie der Spielerklärer bei Pegasus) kann es interessanter sein. Aber auch dieses Spiel mag ich nicht.

Als „kooperatives“ Spiel startet es, aber ein Spieler ist innerhalb von ein paar Spielzügen sicherlich ein „Infizierter“ und soll dann gegen die anderen Spieler spielen, in dem er sie ebenfalls infiziert. Mit der Zeit infizieren sich immer mehr Spieler und wenn es keine nicht infizierten mehr gibt, ist das Spiel verloren. Man kann auch auf andere Spieler losgehen, hat aber anfangs keine Waffe (d.h. man hat zwar eine, aber keine Munition). Warum im Hintergrund ein Einsatztrupp in eine Raumstation geht um eine Parasitenhöhle auszunehmen, und dann keine Waffen oder Gegenmittel bereit hat, bleibt mir unklar.

Beim Spielen liess sich ein Raum nach dem anderen entdecken, um irgendwann den Zielraum anzulegen. Es gibt dabei keinen limitierenden Faktor, sodass mir der Eindruck entstand, dass man am besten gar nichts tut ausser im Startraum zu stehen und Räume aufzudecken, dann direkt reinzugehen und das Spiel zu gewinnen. Es ist für das Spiel schlecht, wenn man die anderen Aktionen nicht braucht.

Das geheime Infizieren klappt auch nicht in jeder Runde. Mit der zufälligen Testrunde am Pegasus-Stand beispielsweise nicht. Was aber auch nicht schlimm war, weil absehbar war, dass in der zweiten Runde, zweiter Spieler das Spiel beendet (verloren) gewesen wäre. Ausserdem weiss ich nicht, woher der Spass bei diesem Spiel kommen soll. Aber mir hat auch District 9 nicht gefallen…

Ach, ich schreibe lieber mal was positives. Obwohl mir so viele Aspekte einfallen, was ich an Panic Station verbesserungsfähig finde. Eine Mitspielerin unserer Testgruppe meinte nach dem ersten Thermoscan (der herausfindet, wieviele Leute infiziert sind), da müsste was schiefgelaufen sein. Das war schon ausreichend, um das Spiel für den weiteren Verlauf unspannend zu machen und so lösten wir auf, dass alles den Regeln entsprechend gelaufen war – ihr Freund hatte ihr nämlich bei ihrem Infizierversuch einen Benzinkanister gegeben, was die Infektion countert. Das hatte sie nicht beachtet.

Noch mehr Spiele

(Mercante,
Love Letter,
Courtier,
Dominare) 80 EUR
Fremde Federn 25 EUR
Minen von Zavandor 5 EUR
Pony Express 5 EUR
(Smash Up,
Guildhall) 30 EUR
Funstir 5 EUR
Eclipse: Rise of the Ancients 40 EUR
zig Sleeves 30 EUR
(220 EUR)

Noch mehr Spiele
Wie eingangs schon erwähnt mussten wir noch mehr Spiele in den Kofferraum tragen, wozu mit Pony Express und Minen von Zavandor ein paar ältere Spiele gehören, die es beim Heidelbär etwas günstiger gab. Ausserdem habe ich bei Friedemann Friese (2F Spiele) dann blind die Neuheit Fremde Federn geholt, als ich mir das Rating auf BBG angesehen hatte. Vor Fabrikmanager traf das auf alle 2F-Spiele zu, aber das war uns dann trotz interessantem Thema nicht reizvoll genug.

Der grosse Renner waren wohl die Perplexus-Bälle, die man bei Pegasus in Halle 6 und räumlich nicht sehr viel weiter auch in der Galeria bei Perplexus drehen konnte. Dabei gilt es, eine Metallkugel über einen Hindernisparcourt innerhalb einer in drei Dimensionen drehbaren Kunststoffsphäre von Hindernis zu Hindernis zu bewegen. Neben dem „Original“ gibt es auch noch den „Epic“ mit höherem Schwierigkeitsgrad und den aktuellen „Twist“ mit bisher nicht umsetzbaren Hindernissen.

Bei Perplexus fand am Sonntag abend noch eine Live-Gewinnspiel-Auslosung statt. Das finde ich besser als Pegasus‘ Wettbewerb zum Perplexus, bei dem man erst einen auf das 25. Hindernis drehen musste um dann seine Daten auf eine Postkarte schreiben zu dürfen. Ach ja, ich muss noch die e-Mail-Adresse anlegen!

So. Wieder da.

Achso. Das hier ist von einem magispielenden Messebesucher:

Abends gab es dann leider noch den Super-Ausverkauf bei AEG. „Leider“, da wir die Spiele schon am Samstag bzw. am Sonntag vormittag geholt hatten. Ok. Ein bisschen blöd. Ich geb’s zu.

Bei der diesjährigen Spielemesse hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, auch ein fünfter Tag wäre noch drin gewesen. Auch von mir aus – sonst war ich immer ausgepowert. Jetzt wäre ich gerne auch am Montag noch hingefahren. Genügend Spiele zum ausprobieren hätte ich auch noch gefunden.

Abschliessend interessiert mich, ob ihr auch noch zu anderen Terminen Blogs über Gesellschaftsspiele lesen wollt. Ich sehe jedenfalls noch einige Spielerunden in den nächsten Wochen – bis Januar sind wir ausgebucht. Aber ob wir genug Spielerunden haben um innerhalb eines Jahres alles zu spielen, das bezweifle ich wirklich.

Spiel 2012: Tag 1 · Tag 2 · Tag 3 und 4

4 Kommentare

  1. Teardrop meint:

    Mehr Blogs über Gesellschaftsspiele sind sicherlich immer drin.

    Eine Frage habe ich: „Thurn und Taxis“, kennst Du das? Ist das gut? Es gibt bei uns im Spieleladen da gerade so eine Aktion mit zwei Erweiterungen für 20 Euro…

    Der neue „mehr“ Balken ist gut. Mehr Struktur, Du weißt ja, dass gefällt mir.

  2. atog28 meint:

    Jetzt kann ich es ja so machen, das Offensichtliche zu schreiben. Thurn und Taxis war Spiel des Jahres. 🙂

    Wir haben es nur einmal gespielt, ist eher was einfacheres zum Warmwerden. Ist IMO dem „Zug um Zug“ nicht unähnlich. Bei beiden Spielen finde ich keinen Wiederspielreiz.

  3. Jashin meint:

    Thurn und Taxis ist nicht übel, wobei ich allerdings zugeben muss, dass die letzte Runde schon eine Weile her ist (ich besitze es aber auch nicht persönlich, sondern habe immer nur mitgespielt).
    Zu Erweiterungen kann ich gar nix sagen, ich weiß noch nicht mal, ob ich das mit oder ohne gespielt habe…

  4. Bigmac meint:

    Bei unserer Spielerunde kommt das auch selten auf den Tisch, wobei ich es ganz nett finde, aber aufgrund des hohen Glückfaktors nie einen der vorderen Ränge auf meiner Hitliste erreichen wird. Aber immer, wenn meine Frau -direkt vor mir sitzend- 6 Neue haben möchte und damit meine ganze Strategie countert, sorgt das bei den anderen am Tisch sitzenden für die ganze Palette an möglichen Reaktionen (von Mitgefühl -selten-, über hämisches Grinsen, oder gleichgearteter Verzweiflung -öfter- bis zu nicht druckreifen, niederträchtigen Kommentaren -meist-). Alles in allem ein Stundenspiel, welches durchaus spannend sein kann.

    Martin

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