Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Stachelrochen

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NatsQ in der Kaktusfarm

Stachel = Kaktus. Rochen = Fisch. Aber: Ich = kein Fisch. Wie das?

Eigentlich habe ich gar keinen Gedanken an ein Merfolk-Deck verschwendet. Klar, ich habe früher das Ninja-Merfolk MdCh hoch gehalten (man könnte sagen ich habe mich getappt damit er flog), aber trotz weiterer Formatlegalität seinerseits (und meiner auch…) ist das Merfolkdeck für mich an zwei Aspekten gestorben:

  1. Lord of Atlantis
  2. Faerie-Deck

Das führe ich kurz aus. Das Merfolkdeck, wie ich es spielte, war das Buttermesser in einer Zeit, in der Feen-Decks die „Brot und Butter“-Decks der Standardumgebung waren. Jeder und seine drei Omas spielte die geflügelten Freunde, und noch dazu mit Basic Lands, als ob es Path to Exile bereits gegeben hätte. Die Wahrheit war: es gab KEIN Path to Exile UND nicht genügend Multi-Länder.

Dann änderte sich mehreres an dieser Konstellation. Es kamen mehr mehrfarbige Länder ins Spiel, namentlich Arcane Sanctum aber das war nicht das einzige seiner Art, es gab mehr. Weg gingen die Islands, ausserdem verschob sich das Feendeck zeitweise so, dass es mehr schwarze Manaquellen haben wollte, wegen der Ausrichtung auf Thoughtseize und Bitterblossom, zumindest rede ich mir das ein. Mistbind Clique spielt man ja auch mit einer blauen Quelle – die Counterspells ja sowieso. Aside. War nicht mal ein Artikel vom MaRo in dem er erwähnte, die Counterspells sollten alle UU in den Spruchkosten haben? Wieso hält sich da kein Negate oder Spellstutter Sprite dran? Ganz klar subventioniert, die Scheisse! Würde Negate UU kosten und Spellstutter auch, die Karten wären immer noch spielbar, aber längst nicht so stark wie aktuell. Bei Spellstutter würde ich wegen der Feen-Zählerei auch eine Ausnahme zulassen, aber Negate hat nur Remove Soul als Vorbild, die noch aus einer Zeit vor der Erkenntnis mit dem stark blauen Aspekt von Countermagie kommt. Aber ich schweife ab.

Wie immer quasi.

/end aside

Hehe.
Als ob… naja… egal!..

Nun ist der fehlende Lord of Atlantis einer von zwei Lords, die die Merfolks haben können / konnten. Ein Deck nur mit Merrow Reejerey ist mir zu schwach. Merfolk war deswegen stark als Aggrodeck, da man 1-Drop (MdCh, na klar), 2-Drop-Lord, 3-Drop-Lord legen konnte. Das geht heute nicht mehr. Schon damals wurde man von Wren’s Run Vanquisher stark gestoppt, eine Karte wiederum, die immer noch zwei Lords (eigentlich sogar mehr) im Format findet. Aber Elfen haben ihre Lords erst in der drei-Mana-Variante und das war damals der Grund, warum Merfolks besser als Elfen waren. Plus das Islandwalk, was häufig genug gegen die wichtigen Matchups (Feen und das Kontrolldeck, dessen Namen ich vergessen habe) wichtig war.

Langer Rede kurzer Sinn: das alles ist weggefallen. Es gibt kein Islandwalk mehr wegen der vielen Duals und Trials, damit sind auch Syggs Evasion-Fähigkeiten eher kontrolllastig (man zahlt Mana für den Angriff als hätte der Gegner eine Propaganda) und vernünftiger Stoff für das Deck ist nicht hinzugekommen. Bei Wake Thresher will ich instinktiv irgendwas mit Seedborn Muse machen, vielleicht mache ich das auch mal, je nachdem was an UG-Material in Alara Reborn kommt. Das bessere Matchup (Feen) ist nicht mehr der Chef im Ring, da diese Stelle von einem BW-Token-Deck, BTW ein eher schlechtes Matchup für die Fische und einer 5C-Control-Variante abgelöst wird, die wiederum durch Volcanic Fallout in der Lage ist, das Merfolkdeck komplett auseinanderzunehmen. Jederzeit, ist ja schliesslich ein Instant.

Nö, also gab es, anders als der Aprilscherzartikel vermuten lässt, bei mir keinen gestachelten Fisch.
Tatsächlich wusste ich bis zwölf Stunden vor dem Turnier (das klingt dramatischer als es ist) nicht, was ich spielen wollte. Während ich wenig Zeit für Testen, Deckbauen oder überhaupt Recherche hatte, was aktuell gespielt wird, beschränkte sich das Erstgenannte auf einen Abend davor – den Freitagabend.

Teardrop und seine Verlobte Lara verabredeten sich mit mir im Düsseldorfer Drachental. Wir hatten das so geplant, dass die beiden bei uns übernachten und wir dann am Samstag nach Dortmund in die Kaktusfarm düsen. Den Abend könnten wir noch mit Testen verbringen, so war der Plan, und als ich im Drachental ankam, sassen sie schon zusammen und Teardrop spielte Gateway mit einem komischen grünen Elfendeck. Ok, dachte ich: Gateway halt. Der Gegner hatte schliesslich irgendwelche Ravnica-Karten auf dem Tisch, vielleicht habe ich mich auch verguckt, aber das sah casual aus.

Um so erstaunter war ich, dass nach dem einen oder anderen Overrun der Satz fiel: „Das ist mein Deck für morgen! Das ist so geil!“. Offensichtlich nicht von dem Ravnica-Man. Ich hielt es für eine momentane Überreaktion. Erythema nodosum, nur irgendwie andersrum. Musodon Amehtyre halt…
Wir spielten noch ein paar Runden Gateway bis die beiden Drafttische gefüllt wurden. Auf Draften hatte ich, obwohl seit Conflux das Format vernünftiger erscheint, kein Interesse und so warteten wir noch ein paar Minuten auf den Meister (puh, wie gewonnene Regionals 2007 doch nachwirken können). Teardrop schaute Stefan über die Schulter, der neben MichaeL nicht nur sass sondern auch mit diesem die beiden erfahrenen Drafter am Tisch darstellte. Ok, Marcel sass am selben Tisch, auch er hat Drafterfahrung – aber sonst wirkt der vorherige Satz noch gesteltzter, sagen wir aber ansonsten waren viele dabei, die die Karten irgendwie seltsam einstuften.

So kam es wohl, dass als letzter Pick noch ein Hissing Iguanar irgendwo ankam. Ob nun beim Stefan oder beim MichaeL, man kann es nicht sagen, aber beide spielten rot. Irgendwer musste wohl ein Basic Land drüber genommen haben. Ist ja auch besser. Für die Sammlung. Die sind schliesslich nicht mehr in den Startern…. Oder der getabelte Grixis Charm als Neunter Pick; diese Karte wird normalerweise auch krass überbewertet, die kann man mal weiterschieben. Stefan erhielt dann 39 Playables VOR der Aussortierung, was es denn ins Deck schafft. Beim MichaeL sah es auch nicht anders aus…

Bevor wir noch die ausliegenden Mikrobenkataloge auswendig können, ja, ein harter Übergang… Stoffmikroben in zehntausendfacher Vergrösserung. Da wird auch Tripper süss… packten wir aber unsere Sachen und zielten auf den Libanesen zu, seit diesem Abend und Karstens Empfehlung ein wirklicher Tipp: Noah’s Deli an der Oststrasse. Auf dem Sofa machten wir es uns an einem Tisch bequem, dem nur noch die Wasserpfeife gefehlt hätte, wenn wir den Platz nicht zum Zocken gebraucht hätten. Das Testen verlief entsprechend causal zwischen den Fladenbroten und den gequollenen Weizenkeimlingen, die tatsächlich einen viel kürzeren Namen haben. Aber den wollt ihr nicht wissen.

Der Abend verlief positiv, wenn auch unter den Formulierungen „wie im Krieg“ und „Knack-knack“ starker Wettbewerb herrschte. Teardrop überstrapazierte sie… „wie im Krieg“ quasi.

Meine Entscheidung verlief irgendwo zwischen älteren Deckkonzepten. Ich hatte ein RW-Deck zusammengebaut, weil ich die Memo, dass BW viel besser ist (Teardrop schrieb bereits darüber und verwies auf seine Liste in dem Gauntlet, den ja keiner liest) nicht bekommen hatte. Ausser diesem hatte ich noch ein Feendeck auf den aktuellen Stand gebracht und das Doran-Deck, dass ich irgendwann im Januar oder Februar mal in Iserlohn (oder Dülmen) gespielt hatte noch um drei Path to Exile erweitert.
Beim Testen fand ich das Doran-Deck am besten. Es konnte in der zweiten Runde Druck in Form von Wren’s Run Vanquisher, Doran, Kitchen Finks oder Order of the Whiteclay (*hust*) aufbauen und nach dem Wrath den zweiten Doran nachlegen.

Die Landbasis war sehr anfällig gegen Martins LD-Deck, aber ich hoffte, dass dieses Deck als zu rogue gelten würde, um es häufiger zu sehen. Auf Rafiq verzichtete ich, da ich die Wren’s Run spielen wollte. Möglicherweise ist die Version mit Rhox War Monk und Rafiq aber noch unanfälliger gegen Massremoval der Marke „2 Schaden auf alles“ als ich es für meine Liste geplant hatte. Es war eben eine ältere Konfiguration, die sich nur auf den Rock-Farbanteil (BGW) konzentriert. Darum auch Llanowar Elfen statt Noble Hierarch – erstgenannte kann man für die Vanquisher zeigen, die ich aktuell noch immer sehr stark finde – und ich wollte Wilt-Leaf Liege spielen, da ich mit viel Discard rechnete.

Gesagt, getan – druckten wir Decklisten aus um zu kontrollieren ob auch alle mindestens 60 Karten spielen. Auf die Frage, wie Teardrop sein Deck nennen wollte (ich sass vor der Tastatur, tippenderweise) kam nur ein „Bäm-bäm… oder so?!“ und ich war zumindest davon überzeugt, dass es nichts mit Bastis Mutter zu tun hat. Seltsame Decktitel erfordern seltsame Zeiten. „Jetzt druck das noch auf deutsch aus, geht das?“ Ja natürlich geht das. „Nein, lass es“ – ah, zu spät. Schon kamen die Überwältiger aus dem Zaunkönigrevier aus dem Drucker. Dieses Deck braucht eine deutschsprachige Liste. Später sollte Teardrop sogar einen Deckcheck bekommen, was mich davon überzeugt: diese Judges sind sich vor nix fies (die meisten Karten in seinem Deck waren englischsprachig).

Superlangweilig, wie ich nun mal bin, druckte ich meine Liste auf englisch, wie auch Lara’s BW Token-Liste, die erstaunlich viele Zombie-Kreaturen spielt. Da müsste es doch eine Entwicklung hin zu einem Zombiedeck geben können…

Am nächsten Morgen fuhren wir zur Kaktusfarm, spielten eine Runde mit irgendwelchen Karten und dann wurde ich auch schon wach. Ha, Glück gehabt: ich hatte die erste Runde tatsächlich gewonnen. Ich frage mich heute noch wie. Vermutlich hat Burning Bernd einfach die Karten in der falschen Reihenfolge gezogen, er war jedenfalls recht ärgerlich obwohl ich sein RW-Deck aus Iserlohn zu kennen glaubte, auch wenn es mehr controlmässig angezogen war.

Als Judges waren neben Michael Wiese, der die Veranstaltung als Headjudge in schwarzem DCI-Hemd leitete (eine Kleidung, die es den Judges nun ermöglich, vollkommen in der Masse zu verschwinden – was war so falsch an den Zebrahemden?) auch noch der Pirat und Marcel Mike Schneider am Start. Letztgenannter als Zebra und der Pirat auch in einem schwarz-weissen Pulli, aber nicht DCI-gerecht, da dieses wohl noch bei Ute läge, da diese es nicht mit nach Hannover… tralala irgendwo da wurde mir die Erklärung zu schnell. Egal. Jedenfalls schwarz-weisse Schrift, dass passt. Mehrfach erwartete ich, dass Michael nach einer Frage sein Hemd aufknöpft um das „RTFC“-T-Shirt darunter herauszuholen, aber das sollte nicht vorkommen. Schade.

Gut, was habe ich geboarded in der ersten Runde?
– Oblivion Ring, 2x Kitchen Finks
+ 3 Cloudthresher

Prompt im dritten Spiel mit zweien davon den Sack zumachen können, nachdem Burning Bernd im zweiten Spiel mächtigen Druck hatte, dank Siege-Gang Commander aus dem Sack (schon wieder ein Sack-Sprichwort, die kann man alle in den Sack stecken und draufhauen) – mit Sack = Windbrisk Heights.

Die Stärke der Heights ist es doch, fünf-Mana-Spells für WW zu spielen, und dann auch noch quasi ohne die Karte gezogen zu haben. Darin liegt das unfaire Moment, wenn das zu einem kurzfristigen Erfolg führt. Weniger unfair wird das, wenn das Spiel nach der Heights-Aktivierung noch ein bisschen dauert; dann relativiert sich der Effekt.

Teardrop sprang herum und freute sich, gerade glücklich gegen Feen gewonnen zu haben; auch Martin machte mit seinem Landzerstörer-Deck mächtigen Eindruck (man stelle sich hier gedanklich das Bild von Sinkhole vor). Dann kam die zweite Runde. Ich spielte gegen malz77, der schon seit Ewigkeiten kein Magic mehr im Standardformat spielte. Dieser Satz wäre witziger, wenn „Ewigkeiten“ ein Name einer Erweiterung wäre, aber das gab’s noch nicht. Egal.

Er brachte ein Combodeck mit, weil man damit gegen den Goldfisch und nicht gegen die anderen Decks testen muss. Das kann man auch ohne Formatkenntnis noch am Vorabend absolvieren. Neben der Quillspike-Combo, die ich vermutete, die er aber gar nicht spielte, nur eben den Devoted Druid, wollte ich ihn auch von fünf Mana abhalten, da er mir irgendwie mal kurz einen Progenitus gezeigt hatte. Oona’s Prowler sorgte seinerseits für frühen Druck und für die Möglichkeit, Empyrial Archangel abzuwerfen um ihn zu reanimieren. Letztlich waren so viele Puzzleteile in der falschen Kombination, dass sich kein stimmiges Bild ergab und ich hatte auch schnelle Beats, so dass ihm kaum Zeit zur Suche blieb. Im ersten Spiel waren es Kitchen Finks und doppelte Wilt-Leaf Lieges, im zweiten Spiel ein zweite Runde Kitchen Finks und nachgezogener Doran in Tateinheit wieder mit den Lieges (so gut, diese 7-Toughness-Bäume in der vierten Runde).

Geboarded habe ich -Doran, -Path to Exile, -Oblivion Ring, -Kitchen Finks, also ziemlich random, und rein gingen 3 Gaddock Teeg (gegen Dramatic Entrance und Makeshift Mannequin, wobei er mir nachher sagte, er spiele davon insgesamt nur so wenig) und der vierte Liege.

In der dritten Runde wurden Martin und ich gegeneinander gepairt. Wir standen beide 2-0 und die Überlegung war schnell gefällt. „Willst du das Spiel spielen?“ – „Nein.“ – „Ich auch nicht.“ – *handshake*

Im Drawbracket hatten sich einige 5C-Control-Decks versammelt, gegen die wir spielen wollten. Mein Matchup war vielleicht nicht so gut wie Martins, aber ich rechnete mir trotzdem vernünftige Chanchen aus, da meine Tiere an einem Volcanic Fallout nicht sterben und nur wenige Versionen noch mit Wrath of God ausgestattet sind, beziehungsweise davon nicht das volle Paket spielen.

Doch es sollte ganz anders kommen als geplant.

Martin und ich sassen dann nebeneinander. Martin wurde gegen Philipp heruntergelost, dieser spielte Feen und besiegte Martin dann sogar noch (wobei das nicht so verwunderlich ist – es geht mehr darum, dass Score und die Tiebreaker leiden, wenn es beim Herunterlosen zu einem Loss kommt). Ich spielte, nebenan wie gesagt, gegen Johannes. Er stand 2-0-1 und spielte… Feen. Ganz klar.

Im ersten Spiel brachte Johannes wegen einer instabilen Manabasis (2 Underground River IIRC) nur wenig auf den Tisch und dank fünf Schaden durch Länder hatten meine Kitchen Finks leichtes Spiel. Das änderte sich im zweiten Spiel (kein Boarding Plan hier), als er eine 2nd-Turn Bitterblossom legen konnte und das Spiel auf 2 Leben, trotz eines zwischengeschobenen Cloudthreshers gewinnen konnte. Ich hatte einfach keine Tiere für Druck (nur ein Treetop Village, war wohl flooded). Dieses Szenario wiederholte sich im dritten Spiel. Was für ein Erfolg – da drawen wir um danach die Runde zu verlieren. Martin und ich waren mit 2-1-1 schon an der Kante zum Drop. Aber es waren ja viele weitere Control-Spieler da, die sich im Drawbracket einen weiteren Punkt holten.

Die fünfte Runde bescherte mir Christoph, an den ich mich nicht mehr sonderlich erinnere. Er spielt BW Token und geht im ersten Spiel an seinem Mulligan und meinem Wren’s Run Vanquisher ein und im zweiten Spiel nach ausführlichem Boarden daran, dass ich irgendwann mal tatsächlich Stillmoon Cavalier finde, als ich selbst nicht mehr daran glaubte, während Teeg sowohl Wrath wie auch Fliegernachschub eindämmte. Dann kamen aber auch alle drei Teegs hintereinander. 3-1-1
(Boarding hier: -2 Colossus, -3 Liege, -1 Finks, -2 Command, -1 Vanquisher, +4 Stillmoon Cavalier, +2 Order, +3 Teeg)

Wieder siegessicherer schaute ich Teardrop beim Stompy-Move zu, den er überall in der Halle verteilte. Tower Above machte ihm sichtbar Freude. Ich freute mich ebenfalls auf René, den ich nur dann treffe, wenn wir in Dortmund spielen, dann aber auch immer gerne. Ich hatte anfangs Probleme, sein Deck richtig einzuschätzen, bis ich es als Esper-Deck, vermutlich eine eigene Version identifizieren konnte, hatte er schon mit Sower und Mulldrifter alles im Griff. Das zweite Spiel verlor ich wegen falschem Boarden und Flood, wobei richtiges Boarden die Flut sicherlich verhindert hätte!
„-2 Command, -2 Colossus, -Doran, -Llanowar Elf, -2 O-Ring, +3 Teeg, +4 Stillmoon Cavalier“ beweisen deutlich, dass ich ihn immer noch auf eine BW-Variante gelesen hatte. Im zweiten Spiel kamen dann mehr blaue Flieger und mir wurde der Megapatzer bewusst. Cloudthresher hätte ich hier gebraucht, aber nicht geboardet. Die Ritter wurden durch Sower natürlich übernommen, waren also total witzlos. 3-2-1

Nun war ich schon ausserhalb der Top8, wobei ich mit dem knappen Ergebnis noch weiterspielen wollte, da ich meinem Deck noch mehr Siege zutraute, wenn ich nur das richtige Matchup bekommen würde. Ausserdem hoffte ich darauf, weniger gute Spieler an den unteren Tischen zu finden, die ebenfalls weiterspielen würden. Die Dichte an bekannten Spielern fand ich in der Kaktusfarm schon erstaunlich hoch. Es war nun nicht so, dass da viele „noobs“ dabei wären, die Szene scheint sich verdichtet zu haben. Schade eigentlich.

Während eines Wiener Schnitzels dachte ich darüber, dass man noch mehr Frischfleisch braucht, dass trotzdem noch mit Engagement an die Sache herangeht. Doch das Problem scheint so zu liegen, dass diese neuen Spieler nach einigen Turnieren schon keine Lust mehr an Magic haben. Ist es vielleicht, weil die älteren Spieler zu arrogant sind? Man sieht dieses aber eher in den Internetforen. Oder eben, wenn man gegen mich spielt. Schliesslich spiele ich auch immer so arrogant.

In der vorletzten Runde wurde ich gegen Florian gepairt – auch hieran habe ich nur fragmentarische Erinnerungen. Das erste Spiel gegen sein BW-Token-Deck hatte ich eigentlich verloren. Ich war auf dem Board hinten, hatte also keinen schnellen Start und Florian konnte dank 2nd-Turn-Bitterblossom (darauf sollte man einen Musterschutz anmelden) das Spiel in die Länge ziehen. Hier und da schummelte ich einen Schaden durch, ein Treetop Village oder eine Order, die an den Token vorbeiziehen durfte. Da er schliesslich sechs Feen-Token hatte, die mich immer wieder pieksen wollten, war es beim Stand von 8 (er) zu 8 (ich) Leben eindeutig, dass er nächste Runde mit den Fliegern gewinnen wird. Ich greife nochmal mit allem an, darunter Treetop Village und Order, er überlegt ein bisschen wie er blockt und schliesslich findet er den Block, auf den ich gehofft habe. Um wenig Kreaturen zu verlieren, lässt er das Village und die Order durch. Ich bastele mit Nameless Inversion auf meine Order daraus eine 4/1 statt 1/4 Kreatur und mache ihm sieben. Er stirbt dann an der Bitterblossom…

Geboarded werden: +4 Stillmoon Cavalier, +3 Gaddock Teeg, +3 Cloudthresher, +2 Order
-2 O-Ring, -2 Command, -2 Colossus, -2 Liege, -1 Llanowar Elf, -1 Vanquisher, -2 Path to Exile

Mit den Worten: „Da boarde ich ja kaum was“ stecke ich die zwölf neuen Karten ins Deck. Florian, der drei Karten boarded, bekommt es irgendwie nicht ganz mit und meint er bräuchte auch kaum boarden. Äh… ja.

Im zweiten und dritten Spiel gehe ich dann ein, während ich im zweiten nicht eine der geboardeten Karten finde – äh halt, ein Cloudthresher zeigt sich, den ich per Evoke spielen muss, da ich über vier Mana nicht hinauskomme, und das trotz noch verbleibender Birds und einem Elf im Maindeck. Im dritten Spiel gibt es ein langes Hin- und her und ich könnte sogar fast noch seiner Token Herr werden, die sich im Luftbereich ansammeln, aber ich finde natürlich erst einen Cloudthresher als er schon zwei Pump-Effekte gespielt hat. Später ziehe ich erst die Stillmoon Cavaliers, die ich mit Painländern aktivieren müsste um die Token zu erschiessen, was aber durch meine angeschlagenen Lebenspunkte nicht funktioniert. Kurz gefasst ist mein Plan nicht aufgegangen, 3-3-1 das Ergebnis.

In der letzten Partie des Abends geht es zu Daniel Feldmann an den Tisch, dessen Deck ich mir nicht notierte. Nach einem Verlust gegen zwei Broodmate Dragons – ah, das ist also endlich das ersehnte 5C-Control konnte ich nach ähnlichem Boarden wie in der Runde zuvor die nächsten beiden Spiele mit dicken Bäumen und Stillmoon Cavaliers nach Hause fahren. Am ganzen Tag bekommt man nicht einmal den Doran in der zweiten Runde, aber im letzten Spiel am letzten Tisch, da klappt das dann mal. Unfassbar. Vielleicht hätte ich auch mehr Mulligans nehmen sollen. 4-3-1

Ich schaute mir dann noch Patricks Runde an, der mit einem Ergebnis von 5-0-3 abschloss, damit ungeschlagen aber doch irgendwie nicht glücklich war. Auch mein „Hey, dann bist du ja jetzt wieder aus dem Drawbracket raus!“ wirkte nur mässig aufheiternd. Immerhin qualifizierte ihn das für die Nationals.

Bitter sah es aus, während ich hinter Teardrops Gegner stand, der sich eine Karte nach der anderen vom Deck luckte. Teardrop sah entsprechend genervt aus. Es war das entscheidende Spiel und eigentlich hatte Teardrop eine gute Ausgangslage denn sein Gegner (also auf meiner Seite des Tisches) ist auf 1 Leben und Thomas ist auf 20, aber nicht, nachdem das getoppte Spectral Procession drei 2/2 Flieger produzierte. Der grüne Mann griff mit dem Vanquisher an, so dass ein Token hopps ging. Dann folgten auf der Gegenseite noch ein Llanowar Elf und ein Vanquisher. Oops. Anders herum natürlich und meine Seite topdeckte den Claus, Good Ranger (oder in der nicht-legendären Variante der Cloudgoat Ranger) für noch mehr Token und fliegende Attacke mit einem Token. Alles sieht super-safe aus. Teardrop zieht, greift mit allem an, hat also noch G offen und kommt mit Treetop Village, zwei Llanowar Elfen und Vanquisher.
Gegen fünf Blocker mit einem +1/+1 Bonus ist das natürlich aussichtslos. Ich rechne, dass Thomas einen Growth hat und dass man das Village auf jeden Fall mit dem Klaus und einem Token blocken muss um 6 Schaden auffangen zu können. Dann blieben noch drei Blocker für den Rest. Ergebnis wäre schlimmstenfalls: Teardrop verliert sein Board bis auf einen Vanquisher, wir verlieren Ranger, zwei Token und behalten drei 2/2 Token (einen Soldaten, zwei Spirit – mit der Wahl auch mehr Bodenkreaturen zu behalten, bei Hurricane sind wir ohnehin tot, aber warum sollte man).

Er legt den Block aus und packt einen Soldaten zur Seite. „Hey, was soll denn das“, denke ich bei mir. Denn er blockt so, dass das Giant Growth auf den Trampel-Affen ihn genau für einen Schadenspunkt erreicht. Hätte der Soldatentoken mitgeblockt, wäre Thomas vermutlich nicht wieder durchgekommen, Hurricane-Topdecks einmal aussen vor gelassen. Gratulation natürlich an Teardrop, der den vierten Platz mit einem sagenhaften Giant-Growth-Topdeck und einem vermasselten Block des Gegners erreichte.

Am Ende wurden die Standings verlesen, beginnend mit dem 20. Platz, der noch Preise bekam. Wie ich später herausfand (aber an dieser Stelle schon fürchtete) war ich 21. und damit knapp an den Preisen gescheitert. Schlimmer traf es noch den Meister, der als Neunter so gerade eben nicht qualifiziert war, und das nur auf Basis von schlechteren Tiebreakern. Hätte ich mal für ihn aufgegeben in der dritten Runde.

Suggested Read: Magic para dummies aus der erfolgreichen „How-to“-Reihe mit der Selbstironie. Gibt auch auf englisch aber eher für zersägte Jungfrauen und hervorgezauberte Hasen. Auch nice.

Si los niños te ownean con sus preconstruidos este es tu libro.“ – schade, dass es keine „Preconstructed“ mehr gibt.

4 Kommentare

  1. Teardrop meint:

    Ich komme in dem Bericht zwar weg wie ein debiles Kleinkind (dar man nicht mal Spaß haben heutzutage?), aber dennoch, obwohl ich dabei war, und das meiste einfach schon kannte, ein super Bericht.

    Du wolltest die Tower Above nicht spielen, selbst Schuld!

    Nur so: Ich habe Vorstellungsgespräche und wir unser Auto.

  2. Seanchui meint:

    Na,
    war doch ein toller Bericht. Warum wird sowas eigentlich nicht zu einem Artikel verfeinert… :-)?

  3. atog28 meint:

    Hatte ich überlegt, aber letztlich interessiert ein 4-3-1 wirklich niemanden.

    Gratz zu den Vorstellungsgesprächen. Zum Auto auch, aber das sagtest du ja schon. Ich drücke dir alle Daumen!

  4. Teardrop meint:

    Also mich interessiert immer Deine Schreibe, nicht Deine Ergebnisse.

    Naja, die auch irgendwie, aber…

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