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Die Schlösser der Loire Villa Rü ** 1st **

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Meervolk erlebt derzeit eine Renaissance. Das wird nicht nur durch zahlreiche Artikel bei Starcitygames visualisiert sondern auch die Top-8 Ergebnisse von Wassertropfen-zeigenden Decks untermauern diese These.

Habe ich mich beim ersten Turnier in der Villa Rü noch mit den Feen amüsiert, wollte ich mir dieses Wochenende beim zweiten Turnier einen königlichen Spass mit dem Meervolk gönnen. Oder, wie es in der Geschichtsschreibung heisst, politische Fehlentscheidungen durch prunkvolle Architektur ausgleichen.

In einem Anfall monarchischem Übermutes wollte ich diesen Blogeintrag zunächst in Artikelform verfassen. Allerdings hielt mich ein anderer selbstgefälliger Gedanke davon ab. Mon Dieu, ich könnte es auch für die Chaiselonge – die Couch – nehmen.

Der Pöbel würde mich weniger lynchen, schriebe ich es aus halbliegender Position der Couch, noch dazu wäre das Publikum ein ausgewähltes und Guillotine war nicht einmal geboren – was sollte mir also passieren?!

Sollte dieses NLP (Trashs BMX-Geschichte) wirklich funktionieren, müsste der Decktitel das sein, was ich euch nun unterbewusst über die ersten Zeilen moderierte. „Die Schlösser der Loire“. ‚alt! Sprescht esch bitté mit eine fransós´che Accént… ‚Díe Schlösé de Loire… perfect!

Bon! Die Titel von die Blog hat schon verraten, dass ich geworden bin Erstér. Darum es euch interessiert sehr, wie ich gespielt habe…

*räusper*

Dies ist die Deckliste, und wer sich Mühe gibt, die „Compare“ Funktion auszuprobieren wird feststellen, dass sich 19 Karten im Main gegenüber dem Vorgänger geändert haben. Es ist damit eigentlich schon eine ganz neue Liste.

Die Compare-Funktion meiner Deckdatenbank vergleicht das aktuelle Deck mit der alten Liste und zeigt, welche Veränderungen in Main und Sideboard vorgenommen wurden. Damit ist es möglich, die Entwicklung eines Decks zu verfolgen. Solch umfangreiche Änderungen deuten auf ein frühes Entwicklungsstadium hin.

Gehen wir die Entwicklung mal durch. Zuerst hatte ich in der vorherigen Version ein Merfolk-Deck auf selbstgestrickter Basis. Mich wunderte, dass niemand Surgespanner oder Grimoire Thief in den Listen spielte. Die halte ich für grundsätzlich sehr gut. In der Praxis sieht es differenziert aus, dazu später mehr. Bon.

Die Länder. Genau, die zuerst. Vier Mutavault sind im einfarbigen Deck die zusätzlichen Mervölker und machen einen nachgezogenen Lord um so leckerer. Auf den Basic Islands schrieb ich neunzehn berühmte Die Schlösser der Loire (Wikipedia). Dabei kam es zu witzigen Situationen, dass beim Spielen Schlösser nebeneinander zu liegen kamen, die in der Realität kilometerweit entfernt voneinander sind – aber was soll’s…

4 Lord of Atlantis
4 Merrow Reejaray
Diese Karten sollten niemanden verwundern. Es ist den älteren Spielern schon seit längerem klar, dass der Merfolk-Lord der stärkste der ursprünglichen Lords (aus Alpha/Beta-Zeiten) ist, denn er kostet nur 2 Mana während die anderen Lords im 3-Mana Segment angesiedelt sind.

Witzigerweise ist das nicht unbedingt ein Vorteil. Spielt man Aggro, möchte man einen 1-drop, dann einen 2-drop und dann einen Lord spielen. Vielleicht will man das, weil man es von den anderen Strategien her so gewohnt ist, aber mit Merfolk-Lords hat man danach noch 1 Mana übrig. Zunächst mal kann man damit nichts machen. Wie man das füllt, dazu eventuell später.

Der Merrow Reejaray ist hingegen ein echter Lord nach neuem Standpunkt, der auch nur die eigenen Merfolks pumpt. Schliesslich ist in Zeiten, in denen jeder, der es sich leisten kann, vier Mutavault spielt, nichts ärgerlicher, als das die gegnerischen Länder unblockierbar für 3 vorbeikommen.

Dem schiebt der Reejaray einen Riegel vor und bietet eine Tap-Funktion, die im Standard mindestens so nützlich wie Islandwalk ist um die eigenen Fische in den gegnerischen Touch-Down-Bereich zu werfen.

4 Stonybrook Banneret
Diese Meervölker habe ich anfangs dismissed. Erst im Artikel von Brian Benjamin Peebles-Mundy (Merfolk in the Modern Standard), der mich zum Umbau auf die Aggro-Strategie bewegte, fand ich die Bannerets als wesentlichen Bestandteil seines Aggro-Plans, obwohl Kostensenkungen über eine 2-mana 1/1er als für Aggro nicht passend beurteilt werden können. Das stellte beispielsweise Adrian Sullivan am Freitag (Fish for Standard) fest und ihn ekelten die Bannerets im Aggro-Build genauso wie mich (weshalb sie in der ursprünglichen Controlliste fehlen, obwohl sie da noch mehr gemacht hätten).

Und in der Praxis sind sie wirklich zweifelhaft. So wie „Die Schlösser der Loire“ gebaut ist, gibt es nur wenige Merfolks die von der Kostenreduktion profitieren. Grimoire Thief und Lord of Atlantis sind ohne farblosen Kostenbestandteil immer von einer Kostenreduzierung ausgenommen, und der Rest scheint nicht so wesentlich, dass man den Effekt nutzen kann.

Hingegen hat Sean McKeown (Plenty more fish in the sea) die Bannerets zu den festen Bestandteilen des Decks gezählt, ohne mit der Wimper zu zucken. Vielleicht war ihm eins klar, was mir erst nach genauerer Analyse auffallen wollte.

Wenn man sich Peebles-Mundys Deck aber genauer ansieht, dann geht es um die Wizards. Eigentlich ist das kein Merfolk-, sondern ein Wizard-Deck und die Interaktion der Bannerets zielt auf die Wizard-Karten. Hierbei allen voranzustellen sind:

3 Sage’s Dousing
Zusammen mit der Kostenreduktion eines Bannerets ergibt sich ein Mana Leak mit „Draw a card.“ Wenn man zur Hälfte der Kosten eines Cryptic Command einen Counter mit Kartenzieheffekt spielen kann, warum sollte man dann auf die teuere (Manakosten) Rare zugreifen?
Im Deck von Peebles-Mundy sind alle Kreaturen Wizards, in meiner Version haben sich neben den Reejarays, die von Zaubern nichts halten, auch noch Rogues eingeschlichen. Der Wizard-Count reichte mir aber aus um die Dousings zu spielen.
Grund warum es nur drei sind: ich habe kein viertes gefunden. Sonst wären die

3 Rune Snag
sicherlich weiter reduziert worden. Die Karte wirkt auf mich gegen das „Bespritzen mit Weissheit“ (hierzu gibt es einen passenden Kommentar vom EvilBernd, den ich hier aber nicht wiedergeben möchte…) so antiquiert, dass ich sie direkt in eines der Museen in den Schlössern der Loire verbannen möchte. Man zieht nicht mal eine Karte! Skandal!

4 Silvergill Adept
Wie konnte ich die nur übersehen? Natürlich war mein ursprüngliches Deck keine Aggro-Strategie sondern der Mühl-Plan, denn mein Ziel war ein Mühl-Deck zu bauen im aktuellen Standard und Drowner ist dafür die beste Karte. Nach der Lektüre von… ich kann es nur immer wieder aufgreifen… Peebles-Mundys Artikel war ich dem Mühl-Plan aber nicht mehr so zugeneigt. Er schrieb, er habe das schon ausprobiert und es habe nicht funktioniert. Ein grosser Vorteil an Internet-Artikeln ist, wenn man dadurch Testergebnisse austauschen kann.

Im Aggro-Plan sind die Adepten natürlich die beste Wahl. Ein Merfolk hat man immer auf der Hand (dachte ich beim Bauen, in der Praxis kann es da schon eng werden) und durch das Kartennachziehen ist man selbst gegen Pyroclasm oder Wrath nicht direkt im Kartennachteil.

Überhaupt hat „Die Schlösser der Loire“ so viele Kartenzieheffekte, dass es viel flüssiger (haha) läuft als die bisherigen Aggro-Varianten die ich spielte (wobei das Sea Stompy 2006 auch ganz gut war in der Hinsicht). Velocity heisst das wohl in der Fachsprache, und „Sea“ Stompy, das kann man heute auch mono-Blau spielen.

Kommen wir nun vom „festen Kern“ des Decks zu den Karten, mit denen man herumexperimentieren kann.

4 Mothdust Changeling
Musste man früher noch Merfolk of the Pearl Trident spielen, kann man nun endlich einen 1-drop spielen, der sinnvolle Optionen bietet. Seine Tap-Funktion bildet zusammen mit Grimoire Thief oder Surgespanner eine Combo, die man im Aggro-Deck aber nicht unbedingt braucht, weil man die Kreaturen mit der Spielfunktion „Declare Attackers“ in dieser Weise kombinieren will – das tappt die Viecher schliesslich auch.

Der Changeling kann besonders punkten, weil er diese Funktion in verfahrenen Situationen bietet, aber noch viel stärker, da er ein Wizard ist, wenn man Sage’s Dousing spielt. Ich fand es angenehm, mit Weisheit erst herumzuspritzen, wenn ich zwei Wizards im Spiel habe, so dass Instant-Removal auf den Wizard mir nicht den Kartenvorteil ausgleichen kann.

3 Unsummon
Damit zur angesprochenen Lücke, die sich ergibt wenn man den Lord of Atlantis legt. Wie oben schon erwähnt, haben wir nach 1-drop, 2-drop, Lord in diesem Fall ein Mana frei. Was damit tun? Entweder legt man einen Mothdust Changeling (optional darf man „Pounce“ sagen, wenn man das früher bei Pouncing Jaguar schon gemacht hat) oder man lässt es offen.

Was macht man mit offenen blauen Mana? Wenn sie zu zweit sind kann man den Counterspell antäuschen (der nun Rune Snag oder Sage’s Dousing heissen darf), aber mit einem blauen? Da gibts nicht mal den Force Spike.

Darum wird hier Unsummon gespielt, der bei Removal auf unsere Merfolk-Horde eine Kreatur retten kann, was sicherlich nicht die beste Option ist, aber immerhin machbar. Grundsätzlich aufgenommen habe ich Unsummon, da es eine gute Möglichkeit gegen die Reveillark-Combo bietet (wenn man nicht so matschig ist und Karten mit dem Namen Reveillark damit anzielt). In der Praxis, aber das wäre eher Thema für einen Reveillark-Artikel, spielt dieses gegen vermutete Unsummons seine Kreaturen mit CIP-Effekten aus – die will man dann auch nicht bouncen.

2 Psionic Blast
Die beiden „blauen Chars“ – ich muss immer lachen bei der Beschreibung – sind nur als universelles Removal im Deck. Sie fehlten mir in Benjamins Liste. Jedes Aggro-Deck, dass Burn spielen kann, sollte das tun, denn das erleichtert das Spiel wenn sich der Gegner wider Erwarten stabilisiert.
Es wurden nur zwei, da ich sie relativ spät ins Deck einfügte und Platz schon schwer zu finden war. Das Deck war schon fertig, als ich die Player Rewards wegsortierte und mir dabei die Blasts noch in die Finger fielen.

2 Cryptic Command
Dann wollte ich die blauen Commands auch noch unbedingt mal spielen. Die Frage ist hier allerdings: warum? Sie sind der Hard Counter mit Kartenziehen, eine Aufgabe die schon das Sage’s Dousing übernimmt, wenn alles gut zusammenkommt. Wenn es aber schlecht läuft brauche ich auch keinen Spruch am oberen Spektrum der Manabasis (die beiden einzigen 4-Mana Sprüche).

Die Commands waren eine Art Metagame-Entscheidung. Ich dachte, auf relativ viele Aggro-Decks zu treffen. Bei den letzten Turnieren im Villa Rü/Phoenixhort Bereich waren immer Elfen-Decks am Start. Diese könnte ich mit einem Austappen ihrer Horde überraschend besiegen, so dachte ich. Es gab keine Elfen-Decks, also war ich entsprechend enttäuscht von dem Spruch.

4 Grimoire Thief
Die habe ich mir extra bis zum Schluss aufgehoben, denn sie sind die brisanteste Änderung an der Liste von Benjamin. Er spielt an dieser Stelle Sygg (und dehnt den weiss-Splash auf Oblivion Ring aus) was mich aber nicht überzeugt. Zwar liesse sich sehr einfach weiss splashen über das Merfolk-Land und Adakar Wastes (nicht dieses Land aus Fifth Dawn – ach nee, aus Future Sight, das macht nicht mehr als ein basic Plains und ist trotzdem gegen Cryoclasm anfällig!) aber der Weiss-Splash überzeugt mich nicht.

Grimoire Thief kann hier so viel mehr, denn er bietet den zusätzlichen Counterspell mit dem ominösen blauen Mana offen, dass wir nach dem Lord of Antalya noch frei haben. Zwar ist die Mühl-Funktion des Thiefs meist ohne Bedeutung, im Vergleich zur Earwig Squad aber zahlenmässig genauso gut, und dafür mit Wiederholfunktion ausgestattet – auch wenn man nicht aussuchen kann, was man entfernt.

Schliesslich wird der Mühl-Effekt gerade von eher unerfahrenen Spielern überschätzt und lenkt damit von den wesentlichen Karten ab.

Gegen Kontrolle ist der Thief insofern lustig, dass die darin gefangen genommenen gegnerischen Karten dem Gegner unbekannt sind. Während der Controlspieler normalerweise mehr Informationen hat als der Aggrospieler, bietet der Thief eine Aggrokarte (nichts anderes sind 2/2er für 2 Mana) mit der Möglichkeit mehr zu wissen als der Control-Spieler. Wenn man darin beispielsweise einen Wrath of God gefangen hat, lassen sich sehr einfach weitere Kreaturen ins Spiel bringen, da die Fähigkeit den Thiefs einen ausreichenden Schutz darstellt, den Wrath zu countern. Der Gegner weiss nicht welche Karten gefangen sind – insofern kann man die Taktik auch anwenden wenn man gerne blufft und hoffen möchte, dass der Gegner nicht 4 Mana tappt und „Call“ sagt. Elefant hin oder her.

Über das Sideboard möchte ich nicht so viele Worte verlieren, denn es ist auch noch eher experimentell.

Shapesharer
Shapesharer ist eine bereits etablierte Sideboard-Tech gegen Legenden oder andere Decks die einzelne dicke Kreaturen legen (Tombstalker). Hier helfen die vier Mothdust Changelings, den eigenen Shapeshifter-Count zu erhöhen.

Drowner of Secrets
Diese Karten sind aus dem alten Build ins Sideboard gewandert. Zusätzliches Tap-Outlet ohne weitere Überlegung.

Surgespanner
Gegen Kontrolle könnte man damit was bouncen (gleiche Problematik wie bei Unsummon, aber man darf damit auch Länder, Planeswalker oder Teferi’s Moats nehmen).

Venser, Shaper Servant
Ein zusätzlicher Wizard, der von den Bannerets profitiert. Ähnliche Gedanken wie bei Surgespanner, aber mal eine andere Karte.

Sower of Temptation
Auch ein Wizard übrigens. Die Karte spielt Benjamin im Main, ich habe dafür die Commands reingetan. Der Sower wäre die bessere Wahl gewesen. In einer neueren Version würde ich die beiden Karten genau austauschen.

Flashfreeze
Zusätzliche Counter gegen Big Mana oder RDW-Varianten, hier hätten es drei sein sollen um alle Rune Snag auszutauschen aber ich habe nur noch zwei gefunden.

Trickbind
Universeller Fähigkeits-Gegenzauber, zum Beispiel gegen Reveillarks Mirror Entity. Da das MU gegen das Reveillark Deck auch ohne Trickbind gut ist, kann man die Slots besser füllen.

Sigil Tracer
Gegen das Dragonstorm Deck (wobei Mothdust Changelings raussuchen nicht so beeindruckend ist wie Bogadan Hellkite – aber den Grapeshot kopieren könnte theoretisch schon den Sieg klauen – aber dafür muss man eine zusätzliche Kreatur offen halten, das Mana ist in der fünften Runde nicht mehr problematisch).

Warum spiele ich nicht…

Sygg, River Guide
Benjamin Peebles-Mundy schwört auf den Weiss-Splash und da er Sygg im Main spielt gehe ich davon aus, dass das die wesentliche Karte ist. Er meint dazu, dass es hilft, seinem Lord Schutz vor.. beispielsweise rot… zu geben um damit das ganze Team zu retten. Ich sehe das kritischer.

Sygg wird gegen rot eventuell die Runde in der man ihn legt nicht überleben. Wartet man ab, geht man die Gefahr ein, ein Incinerate auf Sygg countern zu müssen um dann einem Pyroclasm in ausgetapptem Zustand zuzusehen. Gerade gegen rot müsste die Schutz-Fähigkeit hilfreich sein, da es meistens über Schaden die Kreaturen beseitigen will, aber in den von mir vorgestellten Situationen hätte ich an der Stelle lieber keinen Sygg, der mein Deck auch noch mit Manaproblemen belastet, die ich ohne ihn nicht habe.

Die Schutz-Fähigkeit hilft weiterhin nicht gegen Wrath oder Damnation, hier ist der Grimoire Thief (diese beiden Kreaturen stehen in Slot-Konkurrenz) eindeutig vorzuziehen.

Oblivion Ring
Surgespanner kann bouncen, ich spiele mehrere Counterspells – wozu Oblivion Ring? Dann lieber den Blast gespielt um „Flores“-mässigen Reach zu haben.

Aquitect’s Will
Diese Karte hatte ich seltsamerweise in der früheren, eher auf Kontrolle ausgelegten, Version und nahm sie gerade dann heraus, als ich Islandwalker hinzufügte (Bannerets). Bei den Testspielen gegen den Goldfisch (er hatte immer Islands, logischerweise, schliesslich ist er ja ein Fisch) brauchte ich das Aquitect’s Will nie und hätte statt dessen lieber etwas anderes gespielt (Unsummon wurde es dann). Mit dem Sorcery tappt man sich immer aus und gibt in Verbindung mit dem Thief die Counter-Funktion auf, wenn es auch nur eine Theoretische ist.
Noch dazu ist der Will ein schlechter Late-Game Topdeck.

Merrow Harbinger
Die Karte ist nicht zu teuer, denn sie würde von den Bannerets profitieren, aber es war einfach nur kein Platz mehr im Main (und Tutoren ins Sideboard packen ist wie für Manafixing splashen).

Ancestral Vision
Den Suspend-Spruch fand ich schon immer doof. Warum soll ich mit dem Kartenziehen drei Runden lang warten? „Die Schlösser der Loire“ ist ein auf Tempo ausgerichtetes Aggrodeck, dass diese Karte einfach nicht spielen kann. Dann lieber ein Merfolk of the Pearl Trident.

Ponder
Etwas besser als Ancestral Vision und wäre auch beinahe ins Deck gekommen. Ponder löst das Problem der ersten Runde (Unsummon hat da noch nicht so viele Ziele) und lässt sich auch notfalls zu einem anderen Spruch hinzudenken. Hat man in der dritten Runde kein Play, löst Ponder das mit relativ grosser Warscheinlichkeit. Dennoch fand ich keinen Platz dafür.

Faerie Conclave
Aus Tempogründen liess ich das getappt ins Spiel kommende Land beiseite. Ich kann mir keine Situation vorstellen, in dem es besser wäre als Mutavault – und selbst das hat manchmal Probleme mit den doppelt-blauen Manakosten von Grimoire Thief oder Lord of Atlantis. Eher würde ich den Land-Count zur Diskussion stellen und auf 22 Länder heruntergehen ohne Gefahr zu laufen, dass zusätzliche vier Länder durch gegnerisches Removal entfernt werden können.


Kommen wir nun zum Turnierbericht. Am sonnigen Samstagvormittag stand ich um 11.07h vor der verschlossenen Tür der Villa Rü. Da um 11.15h die Anmeldung schliessen sollte, war ich etwas panisch (und, nebenbei bemerkt, extra auf den kostenpflichtigen (plus 5 EUR) Parkplatz des Giradet-Hauses gefahren, um nicht in der Parkplatzsuche noch mehr Zeit zu verlieren; in Dülmen parkt man kostenlos… *grummel*). Sollte das Turnier doch nicht stattfinden?

Hatte sich Wolke am Ende überlegt: Hey, wenn da nicht genug Leute um 10.00h sind, dann mache ich wieder zu? Das konnte ich ihm dann doch nicht zutrauen und rief EvilBernd an, der sich bereits im Turnierraum befand. Wenig später öffnete er die Tür und Patrick (dessen Namen ich irgendwie anders nennen sollte, aber ich hab’s schon wieder vergessen) und ich wurden doch noch reingelassen.

Nach der Anmeldung verging noch eine gefühlte Dreiviertelstunde bis zum Start des Turniers, gerade begann ich darüber nachzudenken, ich hätte doch noch einen freien Parkplatz suchen können…

Insgesamt 23 Personen spielten dieses Mal mit. 13 waren wegen Legacy gekommen (haut mich, wenn ich die Zahl falsch im Kopf habe) und 10 spielten Standard. Wieder vermisste man die üblichen Verdächtigen aus Essen – da es aber ein Running Gag wird, hoffe ich, dass sie zumindest für den Gag weiterhin abwesend bleiben. Wie bekannt ist, hindern Abiturvorbereitungen derzeit einige Spieler sich für die bunten Karten zu begeistern.

Runde 1 – Carsten – UW Reveillark
Das erste Spiel war direkt gegen Carsten, den ich, neben Michael Müller und EvilBernd als wesentliche Konkurrenten, kannte. Im ersten Spiel kann ich mich nur an zwei Sower of Temptation auf seiner Seite erinnern, die durch seine drei Mind Stones und fünf Länder im wesentlichen Gegensatz zu meinen zwei Ländern standen, mit denen ich nichts machen konnte. Ich gab auf und merkte mir, dass ich den Banneret zuerst legen muss und nicht den Adept. 0-1

Im zweiten Spiel begann ich mit zweite Runde Adept und zog einen Adept nach. Da ich noch Sage’s Dousing gegen eventuelle Wraths hatte (und Adepten ohnehin gerne gegen Wrath tausche) spielte ich noch den zweiten Adept und einen Lord bevor Carsten ins Spiel fand. Er suspendete zwei Riftwing Cloudskate auf vier Mana, was natürlich bitter ist. 1-1

Carsten blieb auch im dritten Spiel anfangs zurückhaltend, ich konnte mit Grimoire Thief, gefolgt von Banneret und Reejaray schnellen Druck machen. Drei Reveillarks fand der Grimoire Thief, aber leider kein Wrath. Carsten resettete bei 13 das Spiel, ich feuerte beide Psionic Blast auf ihn und griff noch zwei Runden mit einem durch einen weiteren Lord of Atlantis gepumpten Mutavault an, das an seinem (vierten) Reveillark vorbeikam. 2-1

Runde 2 – Nils Bartels – PyroStorm
Nils sass zuvor neben mir und in Carstens Denkpausen warf ich einen Blick rüber und wusste so schon, dass er PyroStorm spielte, so wie die anderen Spieler in der zwischenründlichen Pause Carsten und mir bei einem vierten Spiel zusahen. Nachdem die Standardrunde komplett erheblich vor der Zeit zu Ende war, wollten wir mit der nächsten Runde beginnen und nicht auf die Legacy-Spieler warten, was nach einer kurzen Diskussion (EvilBernd: Report von der RÜ 1/2) gelang.

Nils liess sich, wie man es von dem Storm Deck vermutet, anfangs leicht mit Banneret und Reejaray und zweitem Banneret verhauen. Auf 8 Leben (sein Zähler) gab ich mit vier ungetappten Ländern und zwei Sage’s Dousing den Zug ab. Er konnte gar nicht mehr gewinnen. Er unsuspended den Lotus Bloom, ich sage Ok, dann spielt er Rite of Flame und ich sage Ok. Dann haue ich mich (gedanklich) rechts und links so, dass ich vom Tisch fliege. Kann das sein? Das sind genau die Sprüche, die ich mit Weisheit bespritzen will und ich lasse sie durch? Natürlich kommt er exakt auf 9 Mana und spielt Dragonstorm. Voll Gram spiele ich noch ein Sage’s Dousing auf Dragonstorm und Nils sagt Ok und legt den Storm-Spruch in den Friedhof. Nichts passiert. Zufällig fragt aber ein neben dem Tisch stehender, was denn mit der Storm-Fähigkeit sei – und so kommen noch zwei Borgadan Hellkites, die meine Merfolks auseinandernehmen. Argh. 0-1

Ich benenne mich im zweiten Spiel in Bauer Anton um und beginne mit Mothdust Changeling, Reejaray und Mutavault den Angriff. Ein Psionic Blast macht in Runde fünf den Abschuss bevor er abgehen kann. 1-1

Die dritte Runde beginnt Nils mit einem Chargeland, während ich mit Silvergill Adept und Lord of Atlantis / Mutavault einen schnellen Start habe. In der entscheidenen Runde muss er seine Manabeschleuniger, Incinerate und Grapeshot spielen um meine Kreaturen zu killen, aber damit bleibt noch immer das Mutavault übrig, was ihn tötet. 2-1

Ich habe ein Faible dafür, das erste Spiel in einem Match zu verlieren und dann bergauf das Match zu gewinnen.

Runde drei, Kai, schwarze Räuber
Kai würfelt eine 17 auf dem W20 und ich übertreffe ihn mit einer 20. Im ersten Spiel halte ich nach Mulligan eine vier-Land Hand, die mir nicht verraten hat, dass noch weitere vier Länder auf der Bibliothek lagen. Kai legt nach zwei Angriffen mit Prickly Boggart eine Earwig Squad – na gut, das könnte den Flood etwas begünstigt haben. Dass ich meine Hasenpfote nicht streichelte, verschlimmerte es noch zusätzlich. 0-1

Im zweiten Spiel beginne ich mit Island, Mutavault, Mothdust Changeling, 2x Lord of Atlantis, Merrow Reejaray, Sage’s Dousing und kann mit Changeling und Mutavault schön Druck aufbauen. Dann aber ziehe ich nur Grimoire Thiefs und Cryptic Commands nach, während Kai mit Stinger und Oona’s Blackguard und Prowler weiteren Druck aufbaut. 0-2

Runde 4 – Jonas – UW Reveillark
Zum Abschluss des Tuniers also nochmal mein Lieblingsmatchup. Carsten meinte schon, das MU sei positiv für das Merfolkdeck und das ist es tatsächlich. Sogar, wenn man Karten reinboarded, die gegen Reveillark nicht helfen (in diesem Fall Venser und Surgespanner). Aber eins nach dem anderen.

Das erste Spiel macht der den Würfenwurf gewinnende Jonas nicht viel, bis er auf 10 Leben ist, ausser meinen Mothdust Changeling mit Condemn zu belegen, da ich Grimoire Thief habe, die in seine fliegenden Counsel of the Soratami blicken könnten. Zu meiner landlastigen Starthand finde ich erneut nur noch weitere Länder, so dass ich, als er zum Beatdown-Spieler wird, auf eine Ansammlung von neun Schlössern blicken darf. Eventuell gebe ich zu früh auf. 0-1

Das zweite Spiel wird ein Gemetzel aus Banneret und Adepten (20, 19, 16, 11, -). 1-1

Jonas nimmt für das dritte Spiel einen Mulligan on the play. Ich habe eine langsame Hand, die durch seinen Mulligan aber ok wird und lege anfangs zwei Adepten und einen Grimoire Thief, die er aber töten kann. Die letzten sechs Lebenspunkte machen zwei Mutavaults in Verbindung mit einem Lord of Atlantis. Hätte ich die Runde zuvor mit einem Mutavault zusätzlich angegriffen (allerdings Condemn-Gefahr), hätte es auch ohne Lord gereicht. 2-1

Schliesslich werde ich Erster und Carsten Zweiter im Standard-Event. Damit konnte ich das Event schon zum zweiten Mal gewinnen (siehe Zweites Turnier im Phoenixhort) und wieder mit einem selbstgebauten Deck.

Dieses Mal lehnte ich mich deutlicher an den aktuellen Trend im Standard, aber das kann beim nächsten Mal schon wieder anders aussehen. Ich hoffe, dass euch dieser Blogeintrag gefallen hat – wie gesagt hätte ich beinahe einen Artikel für Magicuniverse draus gemacht, aber dachte mir dann, dass es vom Niveau her noch so ähnlich wie FNM ist.

Vielleicht schlage ich mit diesem Eintrag aber auch den Rekord. Witzig fand ich nämlich, dass sich über 2000 Leute mein schwarzes Feen Deck vom letzten Turnier ansahen, obwohl das wirklich nicht berühmt war – warscheinlich nur, da Feen Decks im Standard gerade modern waren. Und das sind nun ja die Merfolk-Decks.

Wer weiss, vielleicht sind auch mal „Die Schlösser der Loire“ en vogue…

5 Kommentare

  1. Belcadrach meint:

    Viel interessanter war, dass ich resetetettete und Teferis Moat ins Spiel legte und du mich mit den Tropfsteinhöhlen der Loire eintütestest test.

    Aber vielleicht kommt doch noch mein Bericht. Dann haben schon wieder drei Leute berichtet 🙂

  2. atog28 meint:

    Ja, wie ich auch in dem Spiel keine Venser und Surgespanner eingeboardet hatte… -.-

  3. Kreator meint:

    Sehr nett, kleines Deckfeature mit Turnierbericht, sowas liest man gerne. Weiter so 😀

  4. TMM meint:

    ähm 3 rune snag?

  5. TMM meint:

    ich mag das pony. können wir bitte bitte das neue design behalten? danke.

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