PTQ Utrecht 9.12.07 *82ter*

Tada!

Endlich wieder eine Überschrift und eine Kategorie die eindeutigen Magicbezug haben. Wie so weniges in der durch sich langsam aber stetig nähernde Jahresendveranstaltungen gestressten Zeit, haben wir uns diese (also Zeit) genommen und sind am Sonntag ins niederländische Utrecht gefahren, wo im Nationaal Denksportcentrum nicht nur Magic Karten zur Seite gedreht wurden sondern gleichzeitig auch Damesteine gestapelt und Bridge-Spieler zueinanderfanden.

„Is et Tarot?“ fragt denn auch ein mich an meinen Biologielehrer erinnernde Holländer im Vorübergehen, als wir nach der ersten Runde im Gastronomiebereich die Decks auslegen. Aber ich greife vor…

Nach nur wenigen Stunden Schlaf finden wir uns in einem Auto wieder, und ich habe keine Ahnung, wie wir da reingeraten sind. Zum Glück fährt Chrissi, der auch Dani und Evil abholt – danach geht es in Richtung der holländischen Grenze. Irgendwann verschwindet das Gefühl, in einem Jet zu sitzen (als Chrissi sich etwas mässigt) aber das Jet Lag bleibt. Es ist viel zu früh…

Erinnerungen an die Fahrt zum GP Amsterdam im vergangenen Winter werden wieder wach, ich hingegen werde den ganzen Tag nicht wach, woran auch eine Literflasche koffeinhaltiger, aber alkoholfreier, Limonade nichts ändert.

Wir melden uns beim Head Judge an, der mich entfernt an Men in Black 2 erinnert – diese Postverteilmaschine… – irgendwie stimmt an meiner Wahrnehmung so einiges nicht. Ob es an den Rauchschwaden vor der Site lag (wir trafen Tai stehend, Mo lag irgendwo)? Kann nicht sein, denn gebaut wurde erst später.

Zunächst wurde ein Pool registriert, mit dem jemand anders sein Glück versuchen sollte. Der Pool, den ich registrierte, benötigte tatsächlich Glück – und zwar, dass man ihn bekommt. Neben Nath, dem Discard-Elf und Gaddok Teeg gab es Changeling Titan, Briarhorn und Incremental Growth, zwei Lash Out, zwei Moonglove Extract, foil Austere Command, drei Sentinels of Glen Elendra und ein entsprechender Harbinger. 18 blaue und 15 rote Karten waren grundsätzlich alle spielbar, das grün war zusätzlich noch sehr tief und Removal gab es ausreichend. Als mein Gegenüber den Pool registrierte, lobte er das gute weiss, dann das brokene blau (entsprechend steigerte es sich nachdem er schwarz übersprang weiter) und endete in einem „This pool is absolutely insane!“. Dann entdeckte er die goldenen Karten und die beiden Extracts.

Aber dann ging es, wie gesagt, ans Bauen. Oder ans Bauern, wie in meinem Fall. Ich bekam einen Pool, der sich grundsätzlich von dem unterschied was ich registrierte. Noch niemals habe ich einen so schlechten Pool gesehen, weshalb ich eigentlich direkt ein Gewinnspiel für Couchmagic plante, um das am besten gebaute Deck aus dem Pool zu prämieren. Da meine Coldsnap-Preise euch allerdings absolut kalt lassen (ich sehe es doch an dem noch immer fehlenden Link) verzichte ich darauf.

Ausserdem haben Marion und ich gestern abend beim Resümee ein klares Urteil gefunden – ich hätte das Deck anders bauen müssen. Hier ist allerdings das, was ich baute. Ihr könnt natürlich, obwohl es kein Gewinnspiel gibt, trotzdem mal versuchen, was man mit dem gemacht hätte, was so aussieht als ob jemand absichtlich alle 15th pick Karten zusammengesucht hätte:

Die Spiele sind leider sehr langweilig. In der ersten Runde gings direkt gegen Tai, als ob der Shuffler wüsste, das wir immer gegeneinander gepairt werden müssen. Er hatte ein auch nicht so überragendes Deck, aber immer noch besser als mein Haufen. Insbesondere spielt er wenige 1/1 Kreaturen, während meine Kreation davon viel zu viele hat.

Nur mit einem Leaf Gilder gegen meine Chandra, Adder-Staff Boggart und Skeletal Changeling spielt er einen Incremental Growth und gewinnt damit auch noch das Spiel. So gehts nicht! Wir spielen insgesamt drei Spiele, die er alle drei gewinnt. Im Spiel nach dem offiziellen Ergebnis legt er per Leaf Gilder und Smokebraider in Turn 4 einen Cloudthresher. Nice play!

Während ich mich in der zweiten Runde von einem nahezu draftdeckfähigen Merfolk-Build vermöbeln lasse – ein zunächst unempathischer Gegner (Ruben) der seiner sozial-Skills beraubt auch den Drowner immer in meiner Upkeep nutzt um sich auszutappen. So kann ich mit meinen 1/1 Kreaturen immer zu ihm durchkommen und ich soll noch auf der Rückfahrt ausrechnen, das seine mir nach seinem 2-0 gegebene Begründung, damit könne er mein Removal besser wegmühlen, kompletter Quatsch ist.

Nehmen wir an, er kann den Drowner aktivieren wenn ich 28 Karten in der Bibliothek habe und mein Zug ist. Ich spiele ein Weed Strangle und habe eine 1/28 Chance, es zu ziehen. Sollte ich mehr Removal ziehen, vergrössert sich die Chance auf 2/28, 3/28 etc. aber egal – hier gilt es eben mal mit 1/28.

Nun mühlt er mir drei Karten. Damit hat er eine 1/28, 1/27 und 1/26 Chance, das Removal zu erwischen. Ich ziehe danach dann und habe 1/25, das Removal zu ziehen. Das soll also der gute Plan sein. Rechnen wir mal nach: 1/28+1/27+1/26 = 0,1112, das sind etwa 1/9 auf jeden Fall 11,12%. Ich ziehe danach mit 4% (1/25) das Removal.

Ich denke, dass es besser ist, den Drowner offen zu lassen und erst nach dem Draw zu mühlen. Damit ergibt sich 1/27+1/26+1/25 = 0,1155, also 11,55%, das Removal zu mühlen. Zudem hat der Spieler nur 1/28 Chanche, zu beginn die benötigte Karte zu finden, also nur 3,57%.

Wie gesagt, die Spiele waren uninteressant aber ich habe noch niemanden getroffen, der zum einen im Upkeep den Drowner einsetzte und es auch noch toll fand. Im zweiten Spiel hatte ich nur zwei Forests und zwei Swamps. Fands trotzdem spannend…

Nach einem soliden 0-2 Start könnte man noch eine Runde gewinnen, wenn man es dem Deck denn zutrauen würde. Ich versuche es und werde gegen Remco gepairt, ein Spieler älteren Semesters (mit Lesebrille) und sehr nett. Ich lasse ihn mehrfach kleinere Spielfehler zurücknehmen, korrigiere aber nicht, dass er einen Token in den Friedhof legt (ein vorbeischlendernder Judge nimmt die Tokenkarte und legt sie beiseite). Das erste Spiel gewinne ich eindeutig auf Basis von Chandra. Ausserdem ist er auf weiss screwed – erst im zweiten Spiel bemerke ich, dass er nicht UBw Faeries sondern WBu spielt.

Im zweiten Spiel bin ich leicht screwed und bereits auf 4 Leben, als ich ganz langsam, Schritt für Schritt, mein Board entwickeln kann. Er hat den Burrington (oder so, den 1/1er mit Protection Red) und Kithkin Greathear mit Runed Stalaktit (also 3/2 fs) und Hornet Harasser, ich habe einen Changeling Titan und Skeletal Changeling. Dann lege ich einen Boggart Loggars, das ist der Ausgleich. Aber er zeigt mir Cairn Wanderers, die fliegen und haben potentiell Forestwalk. Als er angriff, gab ich ihnen Forestwalk (er versäumte auch den Rest in die rote Zone zu schicken, ich hatte nicht genug Mana um Loggers und das Skelett zu aktivieren).

Dann legte er Kithkin Balloonist nach, ich musste Fodder Cannon auf sie spielen, zog glücklicherweise noch weitere Skeletal Changelings nach. Er zog Dolmen Gate, traute sich aber wieder nicht in den Angriff, da er nun durch einen Gegenangriff des Titans bereits sterben könnte und ein Angriff mit weniger als allem tatsächlich keinen Sinn machte.

Ich durfte Deathrender legen und in der folgenden Runde equippen (ich musste Mana zum regenerieren offen lassen) während er Land um land zog und ausspielte.
Immerhin gewann ich dann mit einem Boggart Sprite-Chaser mit Deathrender (das ist ein 4/5 Flieger). Das Spiel war unglaublich unterdurchschnittlich…

Mit 1-2 droppten dann alle aus unserem Auto. So fuhren wir schon am Nachmittag wieder nach Hause. Dani war etwas unzufrieden, vier Stunden zu fahren um nur drei Runden zu spielen, aber das Flair des PTQ war eben die Entschädigung. Es musste wenigstens niemand warten, da wir alle droppen konnten…

Am 22.12. ist der nächste Termin. Warum sich nicht selbst zu Weihnachten eine PT Teilnahme in Kuala Lumpur schenken…

10 Gedanken zu „PTQ Utrecht 9.12.07 *82ter*“

  1. Ich finde den Pool gar nicht so schlecht.
    Auf den ersten Blick verstehe ich nicht, warum du schwarz spielst. Nur wegen den Removal?

  2. Ok, raus mit der Sprache! Was hättest du gebaut?

    Dawnfluke-Beatdown
    (mit Shields of Velis Vel und Brion Stoutarm)

    Nein, warscheinlich auch das gute Deck, das Marion mir gestern abend zeigte. OMG, ich werd mich in Stuttgart neben sie setzen (dafür haben wir schliesslich geheiratet…)

  3. 1 Runed Stalactite
    1 Ponder

    2 Boggart Sprite-Chaser
    1 Adder-Staff Boggart
    1 Mudbutton Torchrunner
    1 Stonybrook Angler
    1 Fire-Belly Changeling
    1 Soulbright Flamekin
    1 Whirlpool Whelm
    1 Wings of Velis Vel
    1 Blades of Velis Vel

    1 Pestermite
    1 Streambed Aquitects
    1 Goatnapper

    1 Faerie Harbinger

    1 Deathrender
    1 Wild Ricochet
    1 Brion Stoutarm

    1 Giant Harbinger
    1 Chandra Nalaar
    1 Mulldrifter
    1 Glarewielder

    Oder deine Version mit Splash blau statt grün (Mulldrifter, Pestermite, Harbinger) für mehr Fairy-Beats.
    Auf jeden Fall gehören denke ich mal die Blades ins Deck.

  4. es gibt verschiedene grundsaetzliche gründe den drowner im upkeep zu aktivieren:

    1.) geclashten spoiler millen (obv.)
    2.) bei inkfathom drivers (je nach spielstaerke des gegners und dessen einschaetzung von einem selbst sollte man vielleicht aber aus taktischen gruenden auch davon absehen)

    kommen wir nun von den trivialen gründen zu den mathematischen und taktisch relevanten bzw. allgemeingültigen gründen und zwar gibt es hier genau einen:

    dazu müssen folgende gegebenheiten gesetzt sein:

    1.) man ist sich sicher den gegner in jedem fall mit dem millplan zu töten bzw. töten zu müssen, hierzu ist benötigt das dieser millplan safe durchführbar ist (drowner ist gut protected) und man kann nicht sicher attacken
    2.) man ist sich ebenso sicher, dass der gegner im normalen fall nicht in der lage sein wird durch den zusätzlich geforcten damage genügend schaden anzurichten (hier gibt es einen unterfall, nämlich den dass man nur die für den block unerheblichen kreaturen wegtappt – natürlich unter einberechnung aller möglichen eintretbaren eventualitäten)

    zurück zum hauptpunkt, es sei gegeben , dass der millplan die richtige entscheidung sei und dies über den drowner of secrets zu erfolgen habe, dann ist es mathematisch nur sinnvoll, da der gegner eine inkarnation im deck haben könnte, da diese eingeshuffled wird (when put into graveyard) in diesem fall kann man durch upkeep milling die zeit des überlebens des gegners um einen zug verkürzen

    ich führe eine einfache beispiel rechnung an :

    es sei :

    der gegner hat 10 karten in der library
    man selber habe 5 meervol kreaturen (eine sinnigerweise drowner of secrets)

    millt man nun nicht im upkeep ist die chance, dass der gegner die incarnation direkt zieht 10%, dann millt man eot (immer einzeln und je nachdem im response auf die incarnation ability) es verbleiben also je nachdem 4 oder 5 karten in der library, nun hat der gegner eine erneute chance die incarnation zu ziehen von ca 20-25%. sollte dies erfolgen hat man im naechsten zug safe gewonnen, ansonsten allerdings erst im zug danach. man gewinnt also safe nach 4 turns, zu 10% nach 2 turns, und zu ~20+% nach 3 turns

    wenn man allerdings im upkeep millt hat der gegner im ersten draw entweder 16% oder sogar 20% chance die incarnation zu ziehen (je nachdem ob sie gemillt wurde oder nicht obv.) es verbleiben also nach dem draw 5 karten in der library, man untapped und millt erneut in seinem upkeep übrig bleibt nur die incarnation (es sei denn er hat sie im zug vorher schon gezogen dann ist er definitiv tot), also zieht er seine letzte karte (incarnation) und ist zu 100% im darauffolgenden zug tot
    man gewinnt also safe nach 3 turns und zu 16-20% nach 2 turns !!!

  5. harbringer fallen natuerlich unter den geclashten fall und das removal auf den drowner oder anderes meervolk gespielt werden betrachte ich aus offensichtlichen gruenden auch gar nicht oder aehnliche faelle

  6. Wenn er denn die Fähigkeit einzeln aktiviert hätte; und wenn er nicht ausdrücklich seine Angst vor Removal als Grund angeführt hätte – dann wäre ich geneigt, ihm zu glauben. Du hast es ja gut dargestellt.

    Das einzige Argument wäre, dass man weiss der Gegner spielt eine Inkarnation und soll sie ziehen. Das wusste er aber nicht. Bei Removalangst (Schwester von Manaangst) ist das Mühlen nach dem Draw eindeutig im Vorteil. Gibt ja keinen Sudden Death in dem Format.

  7. Also: wer über diesen Pool jammert, der hat echt keine Ahnung vom limited!!!
    Mehrere Bomben + solides Removal. da muss man nur noch die farben richtig kombinieren.
    Wenn ihr nen schlechten pool wollt, dann nehmt meinen vom PTQ LE, das war echt zum heulen, da nutzen alle skills nichts. Mit dem crap haufen auf dem 40 mann ptq nix reissen );

  8. Solange alle Bibliothekskarten unbekannt sind, hat Mühlen niemals einen Einfluss auf den gegnerischen Draw. Sinnvoller wäre ein Mühlen nach dem Draw Step dementsprechend nur, weil der Drowner länger enttappt bliebe. Incarnations, Harbinger oder Zusatzinformation durch Clashes o.ä. (besonders lustige Mind Games beim Inkfathom Divers) bilden natürlich eine Ausnahme. Davon abgesehen dient Mühlen nur dem Deckende und verschlechtert gegnerische „Tutoren“, da die Auswahl verkleinert werden kann.

  9. @mmgun.. ah ja, Bomben und „solides“ Removal. So so. Weiss nicht, was du hier siehst, eine Bombe und anderthalb Removal sind Grund genug zum weinen. Und wie wirds dann gebaut, ohne Manafixing, Mr. Ihr-habt-doch-alle-keine-Ahnung!? ^^

  10. 1 Treefolk Harbinger
    1 Springleaf Drum

    1 Adder-Staff Boggart
    1 Woodland Changeling
    1 Soulbright Flamekin
    1 Fire-Belly Changeling
    1 Kithkin Daggerdare
    1 Leaf Gilder

    1 Inner-Flame Acolyte
    1 Gilt-Leaf Ambush
    1 Mudbutton Torchrunner

    1 Deathrender
    1 Briarhorn
    1 Neck Snap
    1 Brion Stoutarm
    1 Lys Alana Huntmaster

    1 Rootgrapple
    1 Giant Harbinger
    1 Chandra Nalaar
    1 Changeling Titan
    1 Glarewielder

    2 Guardian of Cloverdell

    Random Lands

    Macht sicher nicht 0-2 drop

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