Strippen im Bus

Doofer Sonnenbrand. Mein ganzes Gesicht ist rot, aber es wird langsam braun. Und es tut weh. Besonders am Haaransatz, wo die Sonnencreme nicht hinkam. Oder die Hände, die sie dahin bringen sollten. Doofe Hände.

Sonnenbrand, den hab ich mir dieses Wochenende beim Segeln in Holland geholt. Im Nacken auch. Doofer Nacken. Das Schaukeln auf dem Wasser war auch ganz nett, abgesehen von einem flauen Gefühl am Samstag, als wir gegen den Wind kreuzten und ich dauernd von einer Seite auf die andere geworfen wurde.

Horizont angesehen? Check.

Als wir so durch das blaue Wasser fuhren und den grünen Bäumen beim wachsen zusahen, fiel mir ein, dass sich einige bestimmt ganz in der Nähe für ein Vintage Turnier angemeldet hätten. Evil wollte ja noch am Mittwoch mit seinem Fisch-Deck üben und ich lies mich standesgemäss mit meinem schwarzen Unlimited Deck verprügeln.

Nicht standesgemäss für mein Deck eigentlich, denn es verprügelt sonst lieber selbst, aber ich stellte fest, dass, wenn ich etwas am Deck ändern würde, dann würde ich die 4-ofs und die 1-ofs gegeneinander austauschen. In dem Sinn, dass ich dann mehr von den 1-ofs ziehe und die 4-ofs sich im Deck verstecken. Klartext: ich zog so viele Sengir Vampire und Black Vise an diesem Abend wie in den letzten zehn Jahren zusammengerechnet.

Nein, die Deckliste ist immer noch perfekt und kann auch die nächsten zehn Jahre so bleiben.^^

Auch versäumte ich, nach Dülmen zu fahren wie ich es gerne wieder mal gemacht hätte. Magic-bezogen war mein Wochenende also eher ein Seminar „Praktische Erfahrungen auf blauem Mana“ – wenn man das etwas freier auslegt. Wenn überhaupt. Oder „Workshop: Sonnenbrand für Einsteiger“. Soll’s nun auch in der Sommer-Uni Kurse für geben.

In Firesland Friesland gibt es, wenn man dann mit dem ötchen (Doppel-Umlaut FTW!) unterwegs ist, Einblicke in eine ganz andere Lebensweise. An den Wasserstrassen, die sich wie andere Verkehrswege durch die Siedlungen ziehen, sind Einmündungen zu den Grundstücken, so dass die Anwohner ihre Schiffe in garagenähnlichen Liegeplätzen anlegen. Wie Arme greifen in diesen Wassersiedlungen von der einen Seite die Strassen, von der anderen Seite die Wasserwege an die Häuser.

An den Haustüren findet man Schilder mit „3x Bellen“. Die holländische Sprache beinhaltet nun doch einige Abweichungen zur deutschen, so dass sich synonyme Begriffe bilden. Wer vor der Tür bellt, wird vielleicht als Spinner abgetan und nicht hereingelassen. Wer aber der Aufforderung, im Bus zu strippen folgt, wird vielleicht irgendwo reingelassen, und kommt nicht wieder raus. Ein Ticket lösen reicht völlig…

Nicht nur seit wir von einem niederländischen LKW mit der Aufschrift „Stockcar Racing Team 43“ erfuhren ist bekannt, dass die Holländer gerne Autos zu Schrott fahren. So verkaufte ich meinen alten Volvo über eBay und das Höchstgebot im Gegenwert einer Bratwurst (ohne Senf) erhielt ein Holländer. Denn der andere Bieter hatte wohl nur das Startgebot gesetzt.

Er fuhr mit einem V8-Pickup und Trailer vor, lud den Volvo auf, gab mir gönnerhaft einen Schein (Yeah…!) und stellte fest, dass der Volvo sogar Zentralverriegelung hatte. Was er damit mache, fragte ich ihn und er meinte „Stockkar-Racing“. Logisch. Was soll man mit Schwedenpanzern auch sonst machen…

So wunderte es mich nicht, dass wir im Hafen an einer Wellblechhalle vorbeigingen, der Site in Strasbourg nicht unähnlich, und darin stand ein schwarz gerollter Opel Commodore, die Karrosserie anscheinend auf einem Dragster-Frame, weil vorne hochgeklappt. Darunter eine dicke Maschine und dicke Reifen. Auf dem Vorplatz ein alter Amerikaner (Sabre V8) mit der Aufschrift stockcarteam23.come2me.nl auf der Heckscheibe. Fern ab von Grosstädten hat man die hiesigen Gegebenheiten auf links gedreht. Man fährt mit dem Boot einkaufen und aus den Autos bastelt man lieber Freizeitgeräte.


Auf jeden Fall kenne ich nun die Eigenarten des Segelns. Man bekommt Sonnenbrand, ist den ganzen Tag an frischer Luft und regt sich nur ab und zu über Motorbootfahrer auf, die sich nicht an die Abmachungen halten. Verkehrsregeln halt. Oder man spottet über Fahrer der Bavaria-Yachten, deren Kapitäne scheinbar so viel von der Schifffahrt verstehen wie ich. Quasi die Sonntagsfahrer, immer auf der linken Spur des Fahrwassers – wenn sie nicht gerade im selben kreuzen, obwohl viel Verkehr ist. Kollisionskurs, quasi…

Aber da gerade von „Bain Capital“ die Rede ist – haben die nicht neulich schon wieder was gekauft? War das nicht eine Siemens-Sparte?

Und was hat das Ganze mit Magic zu tun? Diesmal wirklich absolut nichts. Eigentlich überlege ich an einer schönen grün/blau Kombination für ein Block-Constructed Deck, aber das wird wohl eher ein neuer Artikel, vielleicht, wenn das gefühlte Schwanken des Bodens aufhört… ansonsten hat man ja noch den Spoiler der Xten Edition, ist ja auch mal was…

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