Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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GP Strasbourg Deck/Roadtrip

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Was passiert wohl, wenn ein etwas in die Jahre gekommenes Random-Kiddie mit seinem 1643er Constructed Rating, ohne Byes und mit einem selbstgebauten, einfarbig grünen Deck zum Grand Prix nach Strassburg fährt…

Wie bereits im letzten Blogeintrag angedeutet, haben wir getestet. Zunächst war ich von Frank Karsten’s Deck sehr begeistert, bis ich dann feststellte, dass es gegen mono-Rot verliert. Gegen andere Aggro-Decks auch – meistens ohne irgendwelche Chanchen. Ausserdem erwartete ich mono-Rot in grossen Mengen. Denn das Deck ist billig herzustellen (man kann das wohl auch unter 30 EUR zusammenbauen) und hat eine hohe Gewinnwarscheinlichkeit. Also musste ein Deck her, dass gegen dieses mono-rote Deck gewinnt.

Während ich das weisse Weenie (wir berichteten) noch gegen rot fit machte, fiel mir auf, dass es immer noch dagegen verliert. Aber ein Aussenseiter des Deckspektrums, ein monogrünes Mid-Range Aggro Deck, schlug sich ganz gut. Bei der Testsession am Dienstag beschloß ich, dieses grüne Deck zu verbessern und schliesslich zu spielen.

Anfangs beinhaltete es zufällige Saproling-Generatoren (die 0/5 Mauer davon im Sideboard, fast schon peinlich…) und Essence Warden. Damit wies es selbstverständlich keine guten Ergebnisse auf, aber Martin (aka „der Meister“) meinte, den Haste-Anteil noch zu erhöhen und schlug Uktabi Drake vor. Schlagartig hatte das Deck einen neuen Start: Forest, Essence Warden – Turn 2 – Forest, Wall of Roots, Uktabi Drake, attack (3).

Die neue Ausrichtung brachte mehr Flieger, gegen die das rote Deck keine Gegenwehr ausser Burn hat, womit die Essence Warden eine höhere Lebenserwartung erfuhren – und zusammen mit den Mauern das rote Deck am gewinnen hindern konnten. Es ist fast schon zu einfach.

Gegen das UB Control habe ich allerdings nicht mehr getestet (ebensowenig wie gegen Mana Ramp), sondern nur gegen die Karsten Version. Bevor wir zum eigentlichen Turnierbericht kommen, hier noch ein paar…

Testergebnisse
Grün : Rot – gespielte Spiele: 22 – gewonnen: 14 (63%)
Grün : Karsten – gespielte Spiele: 15 – gewonnen: 11 (73%)
Grün: WW – gespielte Spiele: 3 – gewonnen: 2 (~50% – zu wenig Daten)

Dabei habe ich pre- und post-board bei dieser Darstellung zusammengefasst.

Los gehts
Am Freitag nachmittag ging es für uns los – Jörg fuhr, ich machte den Navigator. KMB und Gunnar faulenzten auf der gemütlichen Rücksitzbank.

Natürliches Thema – „was wird gespielt?“. KMB brachte sein RG Aggo namens „Radhau“ mit. Diese Liste nahm sich auch Jörg vor und entzifferte die „X-Spells“. Gunnar griff souverän zum mono-roten Deck. Als ich vom mono-grünen Deck erzählte, erntete ich zunächst ein lächelndes Grinsen. Nach dem Sideboard dann auch lachendes Dissen.

So wurde die Penumbra Spider zum Running Gag, denn sie käme ja immer wieder. Alle 2km durfte ich mir anhören, das spiele man nicht und es wäre absolut lächerlich. Da ich ab der vierzigsten Erwähnung nicht mehr zuhörte – nur noch den „Spider Numbra Gang“-Joke nahm ich wegen seiner ausserordentlichen Prägnanz wahr – erspare ich meinen Lesern die Wiedergabe dieser Lamentierung.

Ich freute mich also, als es kurz vor Strassburg in einen 10km Stau ging (dann sprach man weniger von Spinnen), nachdem sich alle nochmal auf deutscher Seite an einen Baum gestellt hatten, weil es einfach keine Rastplätze mehr nach Ludwigsburg gibt. Ich habe einen Shell-Atlas, ich habe Beweise!

Ohne genauen Stadtplan, aber mit gutem Orientierungssinn, war die Site nicht all zu schwer zu finden. „Wacken“ war das Zauberwort. Halt wie „Spacken“. Genau da wollten wir hin!

An der Hauptstrasse gabs einiges an neu-moderner Architektur, und die Tramstation nannte sich auch „Wacken“ – wo stehen nun also die Banner „Enter to unleash the power of Magic“ – oder was auch sonst peinliches auf diesen Plakaten steht?! Nirgens. Wir irrten ein bisschen die Strasse rauf und runter, als KMB einen offensichtlichen Magicspieler fand und diesen fragte – es ging noch in eine Sackgasse und am Ende dieser war eine rote Wellblechhalle – eine dieser Fertigkonstruktionen, die nicht mal ins Grundbuch eingetragen werden, weil es sie beim nächsten Sturm ohnehin wegweht.

Von aussen – kein Zeichen auf ein Magic-Event. Alle Hinweisschilder standen drinnen, auch die aufblasbare Säule stand drinnen. Da gab es wohl Mecker vom Inhaber?!

Naja, jedenfalls meldeten wir uns noch am Abend um acht an, steuerten unser nahegelegenes Hotel an zum Check-In und machten uns auf den Fussweg zur Innenstadt um noch was zu Essen zu bekommen.

An der „Rue du Dome“ fanden wir nach längerem Suchen tatsächlich eine gastronomische Perle im ansonsten ziemlich öde scheinenden Einkaufsstrassen-Einerlei. La Taqueria, ein Tex-Mex Lokal mit jungem Publikum fand schliesslich nach dem Münzwurf (bei dem der Italiener gewann) das erste Play. Ich kann ein bisschen französisch, die anderen nicht so. Die anderen bekamen ungefähr was sie erwarteten, ich vertrompte mich bei der Bestellung und fand ein halbes Schwein auf Fritten. Zut! Auch der Cocktail war wässrig und seit wann macht man Daiquiris mit Tequilla? Fazit: nicht empfehlenswert. Der Kellner verschwand nach dem Präsentieren der Rechnung. Der Judge in uns forderte DQ without Prize, aber irgendwann gingen wir dann auch. Kam mir alles sehr komisch vor…

Jörg trat mir im Hotel noch ein Mars ab und ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass wir mit Frühstück bestellt hatten. Hotel und Frühstück waren auch ganz brauchbar. Am nächsten Morgen ging es dann gemütlich zur Site.

sideboard

4 Penumbra Spider
3 Krosan Grip
2 Magus of the Library
1 Scryb Ranger
1 Stonewood Invocation
1 Weatherseed Totem
1 Liege of the Pit
2 Dodecapod

Am Abend hatte ich noch das Sideboard bearbeitet und inzwischen sah es so aus wie nebenstehend. Das Harmonize kam raus, dafür zwei Magus of the Library rein. KMB misfiel diese Änderung – und zur Abwechslung hätte ich auf ihn hören sollen. Die zwei Dodecapods sollten was gegen das gedachte schwarze Aggro-Deck mit Discard machen können, oder aber gegen das Discard vom UB Control (denn die Kreaturen wären dann nicht counterbar, da triggered ability).

Zum Liege of the Pit wurde ich später noch gefragt, ob ich den tatsächlich spielen würde. Diese „Secret Tech“ geht auch auf Martin (aka „der Meister“) zurück, der diese Karte gegen gegnerische Urborg spielen würde. Der Liege erlaubt den zusätzlichen Druck, den man gegen das Deck braucht.

Im Nachhinein würde ich heute das Sideboard lieber anders konstruieren. Mir fehlte Avoid Fate, das ich häufig gegen Temporal Isolation oder Tendrils gerne gesehen hätte. Auch das Harmonize wäre besser gewesen, sowie ein zweiter oder dritter Liege of the Pit.

SpiderNumbraGang

19 Forest
1 Urza’s Factory
2 Pendelhaven

3 Might of Old Krosa
4 Essence Warden
4 Uktabi Drake

3 Scryb Ranger
4 Wall of Roots

4 Call of the Herd
2 Weatherseed Totem
2 Gaea’s Anthem

3 Harmonize
2 Stonewood Invocation
3 Timbermare

2 Spectral Force
2 Squall Line

Dies ist die Deckliste, die ich registrierte. Auf PlanetMTG wurde sie auch veröffentlicht, allerdings ist da ein vierter Might of Old Krosa enthalten, den ich auf jeden Fall nur empfehlen kann. Seit gestern meine neue Lieblingskarte.

Ansonsten ist das Deck schon durch die Testsessions gelaufen und entsprechend sind die Häufigkeiten der Karten im Maindeck kein Zufall. Den vierten Scryb Ranger verschlug es ins Sideboard, weil er gegen Blau gut ist, bei anderen Match-Ups aber nicht so viel bewegt. Das Deck braucht auch nur 2 Spectral Force bzw. Squall Line, weil sie dazu dienen, den Sack zu zu machen. Mehr davon wären nur hinderlich – denn die Harmonize erlauben einen erweiterten Zugriff auf das Deck.

Spider Numbra Gang

Man spielt also eigentlich Aggro, hat aber auch Control-Elemente wie das Totem, Mauern oder Card Draw, die gegen andere Aggo-Decks wirken sollen. So ist zumindest der Plan.

Auch die Essence Warden haben sich standhaft gehalten. Sie sind der einzige wirkliche One-Drop (Greenseeker wäre auch schön, aber dessen Fähigkeit ist mir nicht wertvoll genug) im Format und stellten sich gegen andere Aggro-Decks als spielentscheidend heraus.

Wie es weitergeht, dann im nächsten Teil… Tag eins

5 Kommentare

  1. Couchmagic » Blog Archive » GP Strasbourg Tag eins meint:

    […] « Teil 1: GP Strasbourg – Deck/Roadtrip […]

  2. Couchmagic » Blog Archive » Spiel 2008 - Tag 1 meint:

    […] gefragt. Ich könnte nun hier dicke Links einfügen auf meine Berichte von GP Dortmund, Turin oder Strasbourg – aber da mir Trash schon genauso oft gesagt hat, dass er meinen Blog nicht liest, wie er mich das […]

  3. Couchmagic » Blog Archive » Roter Damm meint:

    […] GP Strasbourg Time Spiral Block Constructed – Mai ‘07 – zweiten Tag gemacht – La Mer – 9-6 gespielt, 104. Platz […]

  4. Couchmagic » Blog Archive » Stille Ecke meint:

    […] von Strassbourg (”La mer!”) wieder zusammengesetzt. Neulich las ich noch den Blogeintrag und wie ich mit dem Mono-grünen Deck alle verhauen habe – und mich immer noch ärgere, gegen […]

  5. Couchmagic » Blog Archive » Block-Constructed Highlander meint:

    […] der Block, in dem ich ein reales Block-Constructed-Turnier relativ erfolgreich mitgespielt habe (GP Strasbourg 2007) aber wenn es darum geht, nur eine Karte spielen zu können – Highlander! – dann machen […]

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