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Erstes Planechase Deck bekannt

Elemental Thunder, das ist der Name des zuerst vollständig bekannt gegebenen Planechase-Deck (ja, Planechase, die Serie mit den extragrossen Karten, für die es in US und DE tatsächlich Launch Parties geben wird; Chase wie in „Jagen, verfolgen“ – weil man die Planes jagen wird wie… ja, absehbar für jeden mit Instinkt für Plots von Hollywoodfilmen: es gibt immer eine Verfolgungsjagd).

Ich könnte jetzt sagen: ich bin enttäuscht. Bin ich aber nicht, weil ich es mir schon fast gedacht hatte. Quasi „Die gesetzten Erwartungen wurden erreicht“. Was gedacht?! Dass die enthaltenen 60-Karten-Decks so langweilig sind, dass ich sie auch selbst hätte bauen können. Echt, das war mein erster Gedanke: was? Der Schrott ist da drin? Das hättest du auch selbst bauen können.

Mal ehrlich: was soll das immer mit diesen 1-ofs und 2-ofs? Warum geht Wizards nicht hin und druckt mal eine vernünftige Deckliste. Auch wenn die Decks Casual im Fokus haben, braucht man sich nicht mit dieser beschissenen Manabasis herumärgern. Ja, die Manabasis ist beschissen. Vier Terramorphic Expanse müssen da rein, nicht zwei. Und die Shivan Oasis sind echt 100% schlechter als Jungle Shrine, die braucht kein Mensch mehr. Gruul Turf macht auch nur dann Spass, wenn Mosswort Brigde am Start ist. Ist sie aber nicht. Schade drum.

Ich sehe ja ein, dass man die Spieler dazu animieren will, die Decks umzubauen. Wenn man ihnen etwas perfektes (oder zumindest ein nahe des Optimums befindliches, als spielbar eingestuftes Casualdeck) in die Finger drückt, dann benutzen sie es wie Spielzeug. Es wird so gespielt, wie es aus der Schachtel kommt und fertig. Die Mission, weitere Karten an den Mann zu bringen, scheitert daran, dass die Leute es nicht verstehen, dass man die Decks auch umbauen darf. Kann. Darum hier so schlecht, dass man: sollte. Muss.

Aber ja, da sind Leute da draussen, die kapieren Magic nicht. Die wollen eine Schachtel aufmachen, damit spielen und es dann wieder zurück in den Schrank stellen. Die holen die Karten einmal die Woche raus und behandeln sie nicht anders als das Siedler von Catan-Kartenspiel oder Uno. Da sind die Kartensätze auch vorgegeben und man käme nie auf die Idee, sich mal ein Discard-Deck in Uno zu bauen. Wäre auch der Siegbedingung nicht hilfreich. Also der eigenen.

Ich fürchte aber, dass diese Klientel sich über Planechase angesprochen fühlen könnte und dieses Produkt mehr Einsteiger interessiert, als es zunächst wirkt. Oder mal den ersten Schritt vor dem zweiten gefragt: wen soll Planechase eigentlich ansprechen? Wer ist die Kundengruppe für dieses Produkt?

Für Einsteiger spricht meiner Meinung nach, dass die Decklisten unausgereift sind und verbessert werden wollen. Die enthaltenen Karten gehen in eine Zeit der inzwischen out-of-print-Ära zurück, so dass so etwas wie Rumbling Slum vielleicht für Einsteiger, die bei Guildpact nicht dabei waren, interessant ist. Dies bezweifele ich aber angesichts aktueller Karten wie Spellbla Behemoth und Co. – viele der enthaltenen Karten sind in der aktuellen Serie durch bessere oder gleichwertige Karten ersetzbar.

Für Fortgeschrittene spräche die Geschichte mit den Planar Cards. Das ist so nice to have, dass man es erst dann braucht, wenn das normale Spiel schon langweilig genug ist. Einsteiger trauen sich das auch gerne zu (und ihnen wird das nun auch endlich zugetraut, was kotzen mich die ehemaligen Portal- und Einsteiger-Wischi-Waschis an; aber inzwischen hat WotC einen anderen Kurs eingeschlagen. Einsteiger sollen nicht mit Regeln erschlagen werden, aber dieses in Watte packen und ach, das ist alles gar nicht so schwer mit den Vanille-Kreaturen, das geht so auch nicht).
Die Extraregeln mit den Karten belasten das Spiel tatsächlich auch nicht so sehr (glaubt mir, und als Beweis führe ich an, bereits zwanzig Tage mit Planechase in allen erdenklichen Spielvarianten, Einzel- oder Multiplayer, getestet zu haben, mindestens 80 Spiele kamen so zusammen!) dass man es nicht auch schon früh integrieren kann.

Nach den Spielerprofilen wird es eher den Casual-Spieler als den Turniergänger interessieren, da die enthaltenen Karten in keiner Weise turnierrelevant sind. Ok, „Mountain“ wird gespielt… aber sonst…
Also bleibt meine Einschätzung der ambitionierte Casual-Spieler als angezielte Gruppe. Hier dürfte der Marktanteil des Produkts am höchsten sein, wenn man nicht irgendwas falsch gemacht hat.

Ach ja. Falsch gemacht. Da war noch diese Deckliste.

Warum also diese Leute mit so unwirklichen Karten zuwerfen, die man nur zum Feuermachen oder Tischausrichten benutzen kann? Wie gesagt: ich sehe ein, dass man bestimmte Karten einfach nimmt, weil die Spieler das Deck verbessern sollen. Niemand will hier vier Duals (weder Ravnica- noch Ping-Lands), aber bei zwei Shivan Oasis und zwei Terramorphic Expanse?! Sorry, aber da bin ich rückwärts vom Stuhl gefallen. Als ob mir Wizards selbst eine Ohrfeige geben.

Dann der restliche Kram. Ivy Elemental. Ja, ich fand die Karte auch mal gut. Aber das war vor Feral Hydra und auch noch vor Apocalypse Hydra. Natürlich könnte man mit Smokebraider super in dicke Ivy Elemental beschleunigen (kleiner Tipp am Rande: Ivy Elemental ist tatsächlich schlechter als jede andere grüne Kreatur mit festen Werten, die inzwischen für X Mana als X/X auf die Welt darf und nicht als X-1, X-1; Ivy Elemental ist immer eins kleiner als eine andere, nicht-skalare Kreatur) aber die Synergie mit Nova Chaser ist erstaunlich effizienter (und einfarbiger noch dazu). Da hätte ich, trotz Themenverstoss, lieber Feral Hydra die man nachträglich weiterpumpen darf.

Relentless Assault – nach anfänglichem Hype als die Karte erschien (sie war die erste Karte, die dem Spiel eine zusätzliche Phase hinzufügte) und dem Ausprobieren ihrer Effizienz kam man schnell auf die eingeschränkte Nutzbarkeit. Vor allem im Vergleich mit dem, was Rot für 2RR noch alles machen kann, liefen ihr letztlich sogar Lava Hounds den Rang ab, was vielleicht auch an den ineffizienten roten Kreaturen liegt, die den ersten Kampf nur teilweise überleben. Win-More par Excellence.

Also die Raredichte ist schon relativ hoch, aber dann auch so Schätze wie Tornado Elemental, die man in jedem Tauschordner auf das Playset vervollständigen könnte. Ist Cloudthresher denn wirklich so eine schlechte Überlegung? Der hätte sogar thematisch gepasst und wäre sogar noch schneller auf den Tisch beschleunigt. Das Tornado Elemental ist so langsam, so behäbig. Erst muss sich mein Gegner für den Mahamoti austappen und dann lege ich das Tornado Elemental und dann greife ich an. Nee, beim Cloudthresher kann ich auch schon vorher mein Elemental legen und wenn ich es im Block brauche, soll es so sein. Immerhin hat das Tornado Elemental auch Punkte, die für es sprechen – es ist besser gegen Horden von Drachen – aber andererseits: wer hat schon einmal Horden von Drachen beim Gegner gesehen und dann noch lange genug gelebt um davon zu erzählen?

Das hinterlässt alles so den „Naja“-Effekt. Fires, Hull Breach und der beste Fatty aller Zeiten (Verdant Force) sind sicherlich Kaufanreize, die aber hinter dem Must-Have Planechase-Karten, die man nur in dieser Box bekommt, verblassen. Wie auch eine anständige Deckliste verblasst wäre. Denn das ist nur ein nettes Zugeständnis, dass man ein spielbares Etwas erwerben kann und sich nicht so fühlt, als hätte man die MSRP nur für die fünf Planechase-Karten ausgegeben.

Doch.

7 Kommentare

  1. Schizzo1985 meint:

    Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.
    Eigentlich wollte ich mir ja das komplette Set holen, aber nach dieser Liste pfeif ich drauf. Da spiel ich lieber weiter mit nem normalen Chaos Stapel. Die sind wenigstens nicht zu unfassbar star in ihrer Wirkung wie die Planechase Karten.

  2. Peer meint:

    nice! Gutes beispiel mit der hydra:)

  3. Endijian meint:

    Plan bis gestern:
    Set kaufen.

    Plan ab heute:
    -Warten bis alle Planechasekarten revealed sind.
    -Schicke Proxis machen (Farblaserdrucker, ihr wisst schon).
    -In schicke Sleeves hüllen, schönen Würfel dazulegen, in eine hübsche Spieleschachtel packen und ins Regal legen.

    Ich bin ein asozialer Geizkragen, ich weiß, aber dafür Geld ausgeben?

    Es ist ja noch nicht einmal der fehlende Gegenwert, der mich abhält, sondern das von atog beschriebene Schrottdeck.
    Es gab mal eine Zeit, da haben sie in die Precons essentielle Commons auch 4 mal reingetan. (Tempest – 4 Muscle Sliver, z. B.)
    Ich kann ja verstehen, dass bei Intropacks die „Verbesserungsmöglichkeiten“ im Vordergrund stehen, aber bei solchen Sets bin ich der „Magic – The Gesellschaftsspiel“ oder „Siedler – The Gathering“-Spieler, den Atog oben beschreibt.
    Zur Hölle, mit den Commondecks, die der Pischner hin und wieder mal auf seinem Blog vorstellt, kann man mehr Spaß haben. Gerade auch mit Leuten, die eher selten spielen – die müssen sich dann wenigstens nicht jede Karte durchlesen.

  4. Kenshin meint:

    Mich stört an den one-ofs eher die Tatsache, dass so ein Deck dann völlig unberechenbar wird. Bei Commons tut es ja echt nicht weh ein Playset reinzutun, Smokebraider z.b.

    So ist aber die Varianz absolut haarsträubend und der Anfänger hat zwar jedes Spiel was komplett anderes vor sich, aber er lernt einfach fast nichts von den essentiellen Sachen, die man am Anfang braucht. Später lernt man auch beim Highlander spielen noch verdammt viel, aber am Anfang brauch man meiner Meinung nach einfach mehr Konstanz um die groben Muster zu erkennen. Sonst ists yugioh…

  5. Endijian meint:

    Es ist btw der Hammer, wie viel besser das Deck wäre mit nur 4 Smokebraider, 4 Harbinger…

  6. trischai meint:

    Das 2te Deck Metallic Dreams finde ich noch schlimmer.

    einmal sieht die Manabasis wackelig aus. Was aber noch viel schlimmer ist das Deck ist vollkommen interaktionslos. Man legt Dorks und zieht Karten das wars.
    Krönender Abschluss ist noch Door to Nothingness.

  7. atog28 meint:

    Ja… stimmt. Und „The Eon Fog“ will man auch nicht wirklich als Planeshiftkarte haben.

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