Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Teardrop

Hi there,

sind denn auch alle da? Ich nehme mich mal ein paar Themen an, aus verschiedenen Gründen. Sie sind gerade aktuell, und sie interessieren mich schon länger, beides irgendwie.

Frauen
Da gibt es gerade wieder verschiedene Diskussionen, über das Verhalten in „social media“ (und ja, ich bin er Meinung, Wizards sollte auf rassistische oder beleidigende Aussagen unter einem „ihrer“ Hashtags reagieren. Wer das Hashtag benutzt, nimmt quasi auch am Turnier teil und fällt damit unter die Aufgabe der DCI!) bis hin zum Sexismus.
Es gibt da einen auch auf dem Goyf verlinkten Artikel, der bei VICE geschrieben wurde.
Das Thema hat seine Berechtigung, und sicherlich ist es auch nicht falsch, von dieser Seite darüber nachzudenken. Ich denke aber, Sexismus ist nicht der Hauptgrund dafür, warum bei Magic nicht so viele Frauen mitspielen. Sicherlich erfährt man auf diesen Turnieren Sexismus, aber auch andersgeartete Ausgrenzung, sei es, weil man jung ist, Spielfehler macht oder Regeln nicht kennt. Dumme Kommentare kann da jeder abkriegen, man nennt es gerne auch „Trashtalk“, und obwohl man das nicht gut finden muss, hat es mit Sexismus ja nun nichts zu tun.
Dieser beklagte Sexismus ja auch nur Frauen betreffen, die tatsächlich am Turnier teilnehmen.
Ich kann ja jetzt nicht direkt aus eigener Erfahrung sprechen, und ich kann den Aussagen, die einige der Damen in dem Artikel getätigt haben, nicht einfach wiedersprechen, denn es handelt sich ja um subjektives Empfinden. Ich denke aber, das Hauptproblem gerade in Deutschland – denn hier habe ich es im Gegensatz zu anderen Ländern vor allem bemerkt – ist die überbordende und vor allem falsch verstandene Kompetitivität.
Ich erkläre kurz: Nur hier habe ich es bereits auf FNM-Niveau erlebt (zumindest in diesem Maße), dass andere als Noobs beschimpft, beleidigt und angegriffen werden. Das Leute meinen, sie hätten Ansprüche auf einen Sieg, das sie einfach besser wären als andere, und deshalb auf jeden Fall gewinnen müssten. Die Art und Weise, wie nach einer Niederlage mit dem Gegner umgegangen wird, ist häufig einfach nicht nett. Und das führt zu einem schlechten Gefühl auch beim Sieger.

Aside:
Ich verliere weder gern, noch bin ich immer ein guter Verlierer. Ich nehme mich da explizit nicht aus. In den letzten Jahren ist das deutlich besser geworden, weil für mich mit geregeltem Einkommen der Einsatz nicht mehr so hoch ist, weil ich insgesamt ruhiger geworden bin und weil ich mich nicht mehr über meinen Erfolg bei meinem Hobby definiere. Ich hole mir meine Bestätigung und mein Selbstvertrauen woanders. Viele Jugendliche und eben ganz viele Magicspieler scheinen das (noch) nicht zu können.
Aside Ende.

Wenn sich nun ein Spieler generell für besser hält, und sein ganzes Selbstvertrauen aus dem Spiel zieht, dann geht er mit solchen Situationen um, indem er den Gegner ignoriert, ja andersherum möglicherweise sogar ein gesteigertes Triumphgefühl erwirbt, wenn sich der Gegner so richtig ärgert.
Und da kommen dann die Probleme ins Spiel:
Wenn Frauen von Ihren Freunden oder Bekannten oder Freundinnen oder wem auch immer an dieses Spiel herangeführt werden, dann definieren sie sich viel seltener nur über dieses Spiel. Es ist nicht Ihr ganzer Lebensinhalt. Sie wollen nicht unbedingt Geld gewinnen, Profi werden oder solche Ziele. Sie* spielen hauptamtlich um Spaß zu haben. Wenn sie aber dann immer wieder, bereits im lokalen Laden, in solche unangenehmen Situationen geraten, dann haben sie ein Problem: Sie verlieren den Spaß. Und da sie nicht so sehr an dem Spiel hängen, gibt es nur eine Lösung: Fernbleiben.

Insofern trifft man auf FNM-Niveau durchaus mal Frauen an, aber es liegt an der Gruppe, ob sie öfter kommen, oder lieber was anderes Unternehmen. Denn wenn man ehrlich ist: Magic kostet Zeit, und die muss man sich nehmen. Und wenn es zur Obsession wird, dann macht es anderen vielleicht keinen Spaß mehr, und dann bleiben die weg.


Routine
Der Atog und der Ich haben uns mal unterhalten, und da kamen wir darauf, dass er von einer Überprüfung betroffen wurde, die ihm nicht passte. Über die Notwendigkeit will ich hier gar keine Worte verlieren, ich bin da auch eigentlich ganz auf seiner Seite. Allerdings wurden ihm von der überprüfenden Stelle zwei miteinander im Konflikt stehende Angaben gemacht:
Zum Einen wurde gesagt, das sei Routine und würde immer mal wieder gemacht. Zum Anderen erfuhr er, dass nur bestimmte Vorgänge überprüft würden, die aber wohl regelmäßig, wenn nicht sogar immer.
Nun wehrte der Atog sich gegen den Ausdruck „Routine“. Solcherart Überprüfungen seien doch nur dann Routine, wenn sie jeden betreffen würden. Ich sehe das allerdings etwas anders. Routine kann sich imho auf verschiedenen Ebenen abspielen, und egal welche der beiden Aussagen am Ende der Wahrheit entsprechen, in beiden kann Routine stecken. Man kann Stichproben nehmen, zum Beispiel zwei jeden Tag. Dann sind auch Stichproben Routine. Oder aber man kann einen bestimmten Vorgang immer kontrollieren. Auch das wäre ja Routine. Oder ist da Jemand anderer Meinung? Vielleicht liege ich da total falsch mit meiner Definition, klärt mich doch auf.


Reprints
Man muss das wohl zweigeteilt betrachten. Zum einen die Möglichkeit für Wizards, alte Karten wieder aufzulegen, und zwar online. Das ist wohl notwendig. Denn bisher kann man nicht alle Formate gleichermaßen auf MoDo und in RL spielen. Das soll sich eher kurzfristig ändern, und das finde ich gut. Ich selbst spiele kein MoDo (ich warte auf eine Benutzeroberfläche, die etwas, ähhh, nachsichtiger ist), aber ich finde, Magic als Ganzes sollte auf MoDo abgebildet sein. Natürlich darf es nicht online mehr Zugang zu den Karten geben, weil sie sich sonst den eigentlichen Markt, das RL-Magic, abgraben. Denn wenn ich die coolsten Karten doch online spielen kann, aber im RL nicht, dann spiele ich doch online.
Insofern müssen sie sich da tatsächlich was einfallen lassen, damit die Karten nicht zu häufig werden, aber da scheinen sie ja dabei zu sein, schließlich lassen sie sich mit dem Release auch wirklich viel Zeit.
Die Reprints, die mit Modern Masters geplant sind, gefallen mir ebenfalls, ich sagte es bereits hier. Karten wieder besser verfügbar zu machen kann den Formaten tatsächlich nur gut tun, dann können die auch von mehr Spielern gespielt werden, Spielern, denen die Version egal ist und die bisher einfach nicht an die Karten rankamen, weil sie sich die nicht leisten konnten.
Meine Lösung für Sammler wäre ja, solche Reprints immer mit einem neuen Artwork auszustatten, dann sind die Versionen unterschiedlich und die Alten halten noch am ehesten ihren Wert. Für mich wäre das übrigens auch eine Variante, mit der ganz alte Karten von der Reserved-List wieder auf den Markt kommen könnten: Nachdruck mit neuem Artwork, und man kommt nur schwer dran. Z.B. als zusätzliche Preise für die Top 4 eines GP, so ein Set Power 9. Damit wertet Wizards diese Turniere gewaltig auf, und bringt gleichzeitig etwas Material unter die Leute.
Wizards könnte auch eine weltweite Power 9-Serie ins Leben rufen, z.B. private Ausrichter, die das als Preise kriegen, 4 Sets Power 9. Jedes Jahr 9 Turniere, die Zahl ist am Ende nur gering und die Preise würden nicht fallen, für die alten zumindest.
Apropos Turniere:


Grand Prixs
Helene Bergeot hat geantwortet:
„Hi Thomas
This question has been raised several times and I’m planning to address it in an upcoming article, but I’m happy to give you a little bit of context.
We distribute GPs according to the number of Magic players (as measured by their activity in tournaments) based in a given region. Currently, there are more than twice as many players in North America compared to Europe, which explains the ratio of GPs in these respective regions.
I hope it helps!
Thanks“

Ok, das sind also die Zahlen, die sie als Grundlage benutzen. Zumindest nachvollziehbar.
Allerdings hat die Sache einen Haken:
In Deutschland gibt es viele Ecken, die gar keinen Shop haben, in denen FNMs stattfinden. Dementsprechend gibt es viele aktive Spieler, die zwar zu PTQs und GPs fahren, aber selten Turniere spielen, dafür aber in Casualgruppen aktiv sind und Draften etc., und die vor allem auch Karten kaufen. Denn bei uns ist es nun mal nicht immer so einfach, FNM zu spielen. Häufig fangen sie früh an, weil der Shop die Überstunden nicht bezahlen will, und dann sind sie weit weg. 40 Km kann man in den USA auf dem Highway durchaus mal fahren, da kann man auch direkt auf dem Parkplatz des Shops parken. Bei uns kostet im Zweifelsfalle auch noch das Parken was, dazu die Fahrt über die Landstraße oder durch die Stadt, da kommt lässig mal 1 Stunde zusammen, und das macht dann keiner. Hinzu kommt auch: In den USA sind die Margen anders, die Booster kosten weniger, und dementsprechend ist die Preisausschüttung höher, demnach lohnt sich eine Teilnahme auch mehr.
Bei uns hier kostet der FNM-Draft 15 Euro (inkl. Freigetränk…), und es gibt 1,2 Booster in den Pool. Wenn ich dazu noch 4 Liter Sprit verfahre (ca. 70 Km), dann komme ich auf erhebliche Kosten, die ich einfach nicht regelmäßig zu zahlen bereit bin.

Bis Denn dann, Euer Teardrop.


* Verallgemeinerung. Ausnahmen sind sicherlich vorhanden und heißen unter anderem Jackie Lee.

Ein Kommentar

  1. atog28 meint:

    Nein, du musst es anders argumentieren. Sie nehmen natürlich das USA-Raster und legen es auf den Rest der Welt.
    Also: WENN in Nordamerika doppelt so viele Spieler sind wie in Europa, und WENN in Europa doppelt so viele Spieler beim gleichen Constructed-GP teilgenommen haben, DANN…

    a. müssen sie viermal so viele Grand Prix in Nord Amerika machen
    b. müssen sie doppelt so viele Grand Prix in Nord Amerika machen
    c. ist es genau richtig so
    d. müssen sie doppelt so viele Grand Prix in Europa machen
    e. müssen sie viermal so viele Grand Prix in Europa machen

    Für alle Antworten gibt es eine logische Erklärung, die die wahre Motivation, WARUM sie Grand Prix machen, verdeutlicht.

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