Blog über Magic: the Gathering und Brettspiele

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Spiel 2010 – Tag 2

atog28

Heute ging es um die Brettspiele und im Gegensatz zum vollen Donnerstag war der Freitag wieder einmal leichter besucht. Ich bin gespannt, wie es am Samstag wird, denn im letzten Jahr tauschten Donnerstag und Samstag ihr Besucheraufkommen.

Mit etwas weniger Besuchern konnten wir nicht nur zu dritt über die Messe huschen, sondern ab und zu auch mal ein Spiel testen. Bevor ich mich um ein paar Spiele kümmere, auf die wir ein Auge geworden haben, noch schnell den Hallenplan – Halle 6 für die Magic-Begeisterten.

Pirates 2ed
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Ein Spiel, dass sich nicht in der auch nicht als vollständig angepriesenen Liste in der Spezial-Spielbox findet, die man am Eingang kostenlos bekommt, ist Pirates 2ed vom polnischen Verlag Kuznia Gier. Darauf reimt sich Halle 4 und dort befindet sich der Stand direkt am Übergang zur Halle 6. Der Spielplan ist natürlich in der Kaufversion kleiner und die schönen Glassteinchen weichen kleinen Holzwürfeln.

Ziel des Spiels ist es, die Tochter des Gouverneurs zu befreien, die gekidnappt wurde. Nicht von einem Drachen, sondern von einem Piratenzaren wird sie auf einer unbekannten Insel festgehalten. Um diese zu erreichen braucht man zwei Teile einer Karte, die man über die Karten im Laufe des Spiels finden kann (es gibt jeden Teil wohl auch mehrfach). Hat man dann noch 50 Dukaten oder 30 Ehrenpunkte, zahlt man das Lösegeld oder schüchtert den Piratenzaren ein und rettet die Tochter.

Das gibt dem Piratenspiel das Happy-End, dass über die Enterei, die zwischenzeitlich erforderlich wird, um an Waren zu kommen, die man in den Häfen verkaufen kann, oder um Mitspieler vom all zu schnellen vorankommen zu hindern. Während dessen hat jeder Spieler einen eigenen Zug mit drei Aktionen. Eine Aktion ist es, eine der Karten zu ziehen, sein Schiff auf ein angrenzendes Seefeld zu ziehen (in den Häfen werden keine Kampfhandlungen durchgeführt) oder noch Sonderaktionen wie Reparieren, Verkaufen von Waren etc.

Witzig sind die vier Handelsschiffe, die sich unabhängig von den Spielern bewegen und über Symbole gesteuert werden, die auf den Karten sind. Über weitere Symbole wird auch Nachschub gesteuert, und so steigt der Rumpegel des Entführers ebenfalls langsam, bis er irgendwann hoch genug liegt, um das Spiel zu beenden (ich erspare euch die Details, was mit der Tochter des Gouverneurs passieren würde).

Kämpfen ist einfach, der Angreifer hat einen Modifier, die Verteidiger spielen einen Modifier und der Grundwert ist die eigene Kanonenstärke (die Handelsschiffe nutzen Werte neben der Rumleiste und werden mit der Zeit stärker, ebenso wie die Spieler ihre Kannonage in Häfen gegen ein paar Dukaten verstärken lassen können).

Das Spiel läuft flüssig, will vielleicht ein bisschen viel machen, dadurch wird es leicht unübersichtlich. Das Piratenthema kommt wohl gut bei den Damen an, zumindest kenne ich einige, die bei Piraten der Karibik einen Fanstatus haben. Hierfür ist das Spiel nett und auf einer Skala von 1-10, wobei 5-10 die guten Spiele sind, gebe ich dem Spiel eine 6. Würde es also kaufen, überlege derzeit nur, ob wir hierfür ein Alleinstellungsmerkmal haben.

AufRuhr!
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Der interessante Puzzle-Spielplan ist das erste, was an diesem Spiel auffällt. Anlässlich der Kultur-Events kommt das Spiel vielleicht etwas zu spät.

Jeder Spieler ist eine der sechs grösseren Stadtverwaltungen im Ruhrgebiet, wobei niemand Duisburg sein will. Zumindest nicht in den zwei Spielrunden, denen wir bisher zugesehen haben. Die genauen Regeln habe ich noch nicht verstanden. Man bietet auf Ereignisse, die sich wohl über Ereigniskarten definieren. Die Spieler bestechen sich gegenseitig, beziehungsweise den wechselnden Oberbürgermeister (man kann nur die anderen Spieler wählen) um die Aufträge zu bekommen. Die Städte lassen sich auf die angrenzenden Gemeinden ausweiten. Es ist also normal, wenn Dortmund Hamm eingemeindet.

Wer sich für das Spiel interessiert, kann es in Halle 4 am Übergang zum Bereich vor Halle 5 testen oder für viel zu stolze 33,- EUR mitnehmen. Ich konnte mich zwar Lokalpatriotismusses nicht erwehren, aber ein Kauf ist es für mich erst im kommenden oder in einigen Jahren.

Grand Cru
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Weinanbau ist ein grosses Thema. Man bekommt das Vinhos von Whats your Game? nach Hause geliefert (EUR 35,-) wenn man es am Stand in Halle 11/12 bestellt. Dort hat man aber nur fünf Testexemplare, der Rest ist nicht fertig geworden (ca. Mitte November).

Eggertspiele bietet zum gleichen Thema ein Anbau- und Handelsspiel an, das wir gerne getestet haben. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten, eine davon in Halle 11 am Übergang zur Halle 5, die andere am Eggert-Stand in Halle 12.

Wir haben aber noch keinen Platz gefunden.

7 Wonders
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Die Belgier mit dem Sombrero und den markanten T-Shirts (vier Symbole des Spiels sind drauf) erklären das Spiel am Stand direkt am Haupteingang in Halle 12 (Asmodee). Auch ohne die Erklärung kann ich das Spiel nur zum Kauf empfehlen.

Zunächst zu den Regeln: es ist ein Draftspiel, jeder beginnt mit sieben Karten und gedraftet werden sechs. Nach jeder Karte wird diese gebaut, wobei man die Kosten mit Ressourcenkarten kauft, die man gegen einen bestimmten Preis vom Nachbarn bekommt. Mit diesem kämpft man auch nach jedem der drei Booster / Äras und hat hierfür Militärkarten. Ein weiterer Kartentyp sind Siegpunktekarten, dann gibt es Forschung, die nach Sammelcharakter Siegpunkte gibt und Handelskarten in gelb, die das Bauen erleichtern oder Geld oder Siegpunkte geben.

Klingt alles ganz wirr, ist aber mit den Karten sehr einfach zu lernen und zwar spielt man ein komplettes Spiel in einer halben Stunde, auch mit sieben Leuten. Klar ist 35,- EUR etwas viel für ein Kartenspiel, aber ich bin da schmerzloser als die anderen Messebesucher. Wer schon mal eine einzelne Karte für 35,- EUR kaufte, findet einen Starter für diesen Preis nicht mehr so schlimm…

Die Limited-Edition ist komplett vorbestellt/vergriffen. Man bekommt es ansonsten noch bei Stand 4-308 für 35,- EUR. Kaufen! 10! Geil!

Der Pate
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Das neue Spiel von Kosmos (Halle 12) sieht gut aus, konnte uns aber bisher kein Testspiel anbieten. Es gibt einen neuen Mechanismus mit Würfeln, die nach und nach eingesetzt werden und die Aktionen nur teilweise planbar machen. Klang in der Anleitung ganz nett. Ob es mehr als Hausmannskost ist, müsste aber ein Spielchen noch zeigen.

Auch bei Kosmos gibt es noch ein Nichtlustig-Spiel für 9,- EUR, auch dieses müssten wir in den kommenden Tagen noch mal testen.

Schwarzer Freitag
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Wenn Friedemann Friese seine Spiele nicht im eigenen Verlag anbietet, stimmt das bedenklich. Ich denke aber, dieses soll der eigenen Bekanntheit dienen, denn es richtet sich an Spieler, die nicht von selbst drauf kommen würden, mal Fürstenfeld oder Funkenschlag zu probieren.

Von dem Freitagsprojekt abgesehen bietet Schwarzer Freitag ein Börsenspiel, bei dem es darum gehen soll, die Mitspieler vom Kauf bestimmter Aktien zu überzeugen, um von deren Kurssteigerungen zu proftieren. Der derzeitigen Stimmung entsprechend trägt der Bulle auf der Verpackung ein Pflaster auf der Schnauze und es gewinnt der Spieler, der am Ende mehr Geld in stabile Edelmetalle anlegte. Um von 0 EUR dorthin zu kommen, benutzt man den Aktienmarkt, den man per Subventionen befeuert.

Wie das Spiel genau funktioniert, konnte ich noch nicht herausfinden, wir haben es bereits am Freitag eingesteckt. Weil es vom Friedemann ist.

Würfel
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Nachdem ich gestern ein paar orangene Würfel gesehen habe und überlegte, die zu kaufen, änderte ich das in einen sinnvolleren Kauf von viel mehr Würfeln aus der Schnäppchenkategorie. Die durchsichtigen sind für den weissen Beutel, denn da sind zu wenig sechsseitige weisse Würfel drin.

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Auch interessant sind die Schlüsselanhänger. Vielleicht sucht ja jemand genau soetwas.

Den Rest der Bilder beschreibe ich später (und weise in den neueren Einträgen auch drauf hin). Sonst wäre mir das heute zu spät. Gute Nacht also vorzeitig und bis bald.

Im Wandel der Zeit
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Gegen Abend wurde es leerer, so dass wir vor allem in der ohnehin schon leeren Halle 6 einen Platz bei Pegasus ergatterten. Ziel war es, Firenze anzutesten, aber es war nur ein Tisch für Im Wandel der Zeiten frei. Bronzezeit will sagen: da kommen noch mehr Teile.

Beginnend von der Startspielerin wird reihum der Zug ausgeführt, damit jeder gleich oft dran war. In einem Zug würfelt man mit den Würfeln und zwar so viele, wie man Städte besitzt. Anfangs sind das drei. Man hat zwei Rerolls, ausser, die Würfel zeigen einen Totenkopf an. Diese sind gesperrt.

Im Ergebnis hat man dann Nahrung, um die Städte zu versorgen (diese kann auf dem Holztableau gespart werden), Arbeiter um weitere Städte oder Monumente zu bauen (ankreuzen auf dem Bogen), Waren, um von unten nach oben die Pinne weiterzuziehen oder Geld, um Errungenschaften zu bauen, die bestimmte Sonderaktionen ermöglichen. Die Totenköpfe werden gezählt und in der Katastrophentabelle nachgesehen. Einer macht nix, zwei sind 2 Punkte Abzug, drei machen den Gegnern 3 Punkte Abzug, einem selben aber nicht (ausser die Spieler bauen Errungenschaften, die davor schützen) und so weiter.

Sobald fünf Errungenschaften oder insgesamt alle Monumente errichtet sind, endet das Spiel und man zählt die Siegpunkte zusammen.

Ich fand das Spiel grundsätzlich vielversprechend, aber es verlor mich nach dem Testspiel. Bei den Testspielen sollte man immer eine abgefahrene Taktik spielen und sehen, wie das Spiel damit zurecht kommt. Nach anfänglichem Aufbauen mit Nahrung und Arbeitern, in den ersten Runden baute ich nur neue Städte, konnte ich immer am meisten Würfel werfen. Mit sechs Würfeln war es dann möglich, dauernd die Seuche auszulösen (also den Mitspielern 3 Punkte abzuziehen) während man dabei selbst sechs Waren erhält, die man für Errungenschaften verkaufen kann und daraus Siegpunkte generiert. Zusätzlich sorgte ich mich mehr um die Arbeiter als um die Nahrungsversorgung, da man mit dem Bau der Monumente mehr Siegpunkte in einem kurzen Spiel erreichen konnte, als das Weglassen an Minuspunkten einbrachte. Im Ergebnis ging das auf und trotz 17 Minuspunkte für fehlende Versorgung gewann ich das Spiel „bei einer Meile“. Dazu kommt das Glückselement, dass vor allem am Anfang wichtig ist. Wenn man nicht richtig starten kann, hat man einen grossen Nachteil. Gebe dem Spiel eine 3. Würde das auch kaufen, aber wohl nur für 5,- EUR oder so.
„Gar nicht gehen“ trifft auf den Ankreuzzettel zu. Das hätte man irgendwie anders lösen müssen.

Nebenbei bemerkt ärgere ich mich jedes Mal über Pegasus. Was ist es in diesem Jahr? Sie haben einen bunten mehrseitigen Flyer gedruckt, in dem auch das Buch „Besser spielleiten“ als 44seitiges Hardcover als Neuheit vorgestellt wird. Ich wollte das mitnehmen, aber was stellen sie fest? Das Buch haben sie nicht mit zur Spiel genommen. Natürlich – Neuheiten will auch niemand, vor allem nicht die, auf die man noch extra hinweist. Was mich dabei noch am meisten schockiert: die haben am Freitag noch gesucht und wussten das gar nicht – es hat also noch niemand nach dem Produkt gefragt. Klarer Fall, dass ich bis zum nächsten oder übernächsten Jahr warte, um die Neuheit aus dem Grabbeltisch zu fischen.

Die Speicherstadt
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Aufgefallen ist mir „Die Speicherstadt“ vor allem durch ihr Setting im Hamburger Handelsviertel des 19. Jahrhunderts. Ich finde diesen Bereich in Hamburg sehr anziehend und könnte mir stundenlang einfach nur die fast gothischen Backsteinbauten ansehen.

Für das Spiel hatten wir das Glück eines guten Spielerklärers. Es ist unfassbar, wieviel einer Entscheidung, ob es sich um eine gutes Spiel handelt, am Erklärer liegt. Ich würde sogar sagen, es liegt nur am Erklärer.

Bei „Die Speicherstadt“ ist jeder Spieler ein Händler. Das Spiel geht über vier Zeiträume (Jahre, Monate, Wochen, eigentlich egal was) und in jedem Zeitraum werden dreimal Karten aufgedeckt und zwar eine mehr als Spieler teilnehmen. Vom Startspieler ausgehend setzen die Spieler reihum eines ihrer drei Männchen auf die Leiste vor der jeweiligen Karte um darauf zu bieten. Haben alle gesetzt, werden die Karten beginnend mit der ersten an den verkauft, der sie kaufen will. Dabei hat der, der das erste Männchen einsetzte, das erste Kaufrecht, muss aber so viel bezahlen, wie Männchen insgesamt in der Schlange stehen. Wenn er passt, ist der nächste dran (und müsste also 1 weniger bezahlen).
Das interessante daran ist, dass man entweder reich sein muss oder spät dran, damit man die Karte bekommt. Manchmal muss man abwägen, ob man lieber diese Karte nimmt oder sich noch Geld für die weiteren Karten übrig lässt.
Man ersteigert zu Anfang auch Händler, die Rohstoffe in Geld umwandeln können. Man kann das zwar grundsätzlich auch, aber nur 2 Rohstoffe für 1 Geld. Oder drei Rohstoffe in einen anderen tauschen. Die Händler können 1 Rohstoff für 1 Geld verkaufen. Mit den Rohstoffen kann man auch Aufträge erfüllen, die Siegpunkte bringen. Aufträge ersteigert man genauso wie die anderen Karten. Der höchste ist für Kaffee, Salz, Seide und Tabak 11 Siegpunkte. Der kleinste braucht nur zwei Rohstoffe und bringt 5 Punkte. Rohstoffe erhalten kann man über Schiffe, die drei Warensteine an Bord haben (werden aus einem Beutel gezogen) und auch ersteigert werden wollen. Die letzte Möglichkeit ist, Feuerwehrleute zu ersteigern, denn in jedem der vier Zeitalter und am Ende des Spiels kommt es zu einem Brand. Hat man am wenigsten Feuerwehrleute verliert man zunehmend Siegpunkte (nach dem vierten Durchlauf also vier Punkte) und der mit den meisten Feuerwehrkräften gewinnt so viele Siegpunkte.

Nichts ist wirklich neu an diesem Spiel, aber es ist unterhaltsam, hat eine Mischung aus Strategie und Glück (eher etwas mehr Glück durch Karten und Beutelmechanik) und bietet sich für ein schnelles Spiel zwischendurch an. Da wir zum Anfang oder Ende eines Spieleabends immer auch interessante leichte Spiele suchen (siehe Finca) hat sich Manfred das Spiel mitgenommen. Eggert bietet es für 18,- EUR an.

Die Händler
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Direkt nebenan wurde ein Tisch für die Händler frei. Auch wenn wir auch noch Grand Cru testen wollten, waren die Händler ein verlockendes Angebot. Leider wechselte der Erklärbär (warum leider sage ich gleich).

In „Die Händler“ ist jeder Spieler, wer hätte es gedacht, ein Händler. Es gibt sechs Städte und drei Wagen, die zwischen den Städten hin und her fahren um Waren auszuliefern. Jede Stadt hat ihr zugeordnete Waren, die dort eingekauft werden können. Hierfür besitzt jeder Spieler in jeder der Städte ein eigenes Lager. Ziel ist es, die Waren in die anderen Städte zu liefern und dann zu verkaufen. Aus dem so gewonnenen Geld kauft man sich Ansehen und am Ende des Spiels gewinnt der Spieler mit dem höchsten Ansehen.

Diese Zusammenfassung benötigt detailiertere Erklärung. Zunächst mal zur Siegbedingung. Um sich Ansehen zu kaufen kann man am Ende jedes Spielzugs in der entsprechenden Phase Geld bezahlen um eine Stufe aufzusteigen. Man darf eine oder zwei Stufen aufsteigen oder auch passen. Bevor man allerdings aufsteigt, muss man für die derzeitige Stufe Geld bezahlen, um die Stufe zu halten (exponentiell mehr). Das Spiel endet, sobald bei drei Spielern sieben Wagen in einer Stadt ankommen.

Um die Wagen zu bewegen, gibt es die Bewegungsphase, in der jeder Spieler die Plättchen 1, 2, 3 und 4 zur Bewegung einsetzen kann und sie resettet werden, wenn alle aufgebraucht sind. Die Wagen drehen dabei nicht um, so dass man sie strategisch bewegen kann. Nach der Ankunft der Wagen wird am Preisrädchen gedreht, was man hier wörtlich nehmen kann. Bis zu zwei Preise von den sechs Waren lassen sich steigern (auch doppelt) und wenn ein Preis über das höchste Niveau gesteigert wird, fällt er wieder ganz nach unten. Ebenso ist es möglich, wenn der Preis ganz unten gesenkt wird, dass er dann ganz oben ist – wobei die Spieler die Preise nur erhöhen können. Ausser, jemand hat die „Grosse Markthalle“ erworben. Eine Spezialkarte, mit der man den Preis auch senken oder erhöhen kann, nachdem alle den Preis gesteigert haben.

Nachdem die Wagen ankamen und der Preis geändert ist, verkaufen alle ihre Waren zum Verkaufspreis, der immer 500 höher ist als der Einkaufspreis, so dass man auf jeden Fall Gewinn machen muss. Dieser Aspekt „failte“ mir den „reality check“ ein bisschen zu stark. Zunächst das mit den Preisen und dann sind die VK so angelegt, dass sie immer höher sind? Ausserdem können sich zur gleichen Zeit auch gleichartige Waren in der Stadt befinden (die in den Lagern zum EK gekauft wurden) und trotzdem verkauft man alle Waren ganz sicher zum VK? So schön es ist, Kindern den Unterschied zwischen Einkauf und Verkauf nahe zu bringen, aber mehr als für ein Kinderniveau taugt das nicht. Eine Preisskala, so dass der erste (der gerade am Zug ist zum Beispiel) seine Waren für mehr verkauft als der nächste, wäre nicht so schwierig umzusetzen (und eignet sich wohlmöglich als Erweiterungsmodul).

Fast alles wird zwischen den Spielern als Auktion ausgetragen. Wenn es also darum geht, wer die Sonderkarten kauft, nimmt jeder verdeckt Geld in die Hand und der Höchstbietende gibt das Geld für die Karte ab. Das gilt nun auch für die Befüllung der Wagen. Bevor sie losfahren, wird ein Lademeister ausgelost und dieser belädt den Wagen. Diese Idee finde ich schön, aber unser Erklärer hat das nicht ausreichend erklärt, sondern erst während des Spiels. Das war auch das Problem, das ich eingangs erwähnte. Wenn man während des Spiels neue Regeln hinzufügt, muss man sicher sein können, dass diese nicht die Entscheidungen der Spieler zunichte machen. So mussten wir zunächst Waren einkaufen und Marion kaufte als erste drei gleiche Waren in einer Stadt ein (maximum sind auch drei). Der Erklärer meinte dann, man könnte auch in unterschiedlichen Städten und unterschiedliche Waren einkaufen. Ich machte das dann auch als nächster Spieler und Manfred tat es mir gleich. Dann ging es um dieses auslosen des Lademeisters und dann kam der Erklärer mit der Regel, dass der Lademeister den Preis für das Beladen festsetzt.

Marion lud ihre drei weissen Waren ein und setzte den Preis fest – soweit alles ok. Aber: der Lademeister darf nur gleiche Waren verladen und die anderen Spieler dürfen gemischte Waren verladen, jedoch nicht die Ware, die der Lademeister verladen hat. Damit rückte er erst raus, als wir die Ware schon eingekauft hatten. Hätten wir von der Regel gewusst, wäre das Kaufen ganz anders ausgefallen. Solche Regeln darf man nicht zu lange hinauszögern. Also gewannen Manfred und ich in den kommenden Städten zwar das Recht, Lademeister zu sein, konnten aber keine drei Waren laden, sondern nur eine (wegen des gemischten Einkaufs). Ausserdem standen die gleichen Waren in Marions Stadt einfach so rum – hier hätten wir sicherlich auch unterschiedliche Waren kaufen können.

Da war ich schon etwas sauer. Diese holprige Erklärung hilft aber dabei, die Regeln zu hinterfragen. Warum schliesst der Lademeister mit seiner Farbe die anderen vom Beladen aus? Wenn er ohnehin den Preis festsetzt, zu dem die anderen laden können, kann man das auch über diese Wahl lösen und ihm das Recht eingestehen zu sagen: also wenn ihr auch weisse Waren laden wollt, dann kostet das 200 extra pro Ware.
Auch das ist eine mögliche Erweiterung.

Nach drei Zügen war jeder einmal dran und es war halb sieben – also die Zeit, das abzubrechen. Für ein komplexes Spiel sind die Regeln zu simpel (und zumindest nach unserer Erklärung zu holprig) und für ein einfaches Spiel ist es zu aufwändig. 3/10. Ich überlege an der vier, aber es ist eher eine drei. Aus dem Titel und dem Spielmaterial kann man noch was machen, wenn man sich eigene Regeln ausdenkt (aber dann ist es auch keine 35,- EUR wert).

13 Kommentare

  1. Baldur12c meint:

    Könnte Roll through the Ages und Speicherstadt übernehmen, aber ich muss gleich wieder los.
    zu wenig Zeit zwischen den einzelnen Tagen!!!

  2. Ormus meint:

    Danke für die netten Einträge zur Spiel! Ist Essen eigentlich beweglich und könnte ein Stück Richtung Süden verschoben werden? Ich würd mich schon auch gerne mal über die Messe schieben, klingt echt sauinteressant…

  3. Schizzo1985 meint:

    War heute da und wie immer ist es ein HL, im vergleich zu den letzten Jahren aber eher AHL.

    Geh ich Recht der annahme, dass es mal wieder keinen Wizard stand gab oder war ich total blind?

  4. Baldur12c meint:

    @Ormus:
    Wie WEIT nach Süden.
    In Stuttgart findet vom 18.-21.11. die Süddeutsche Spielemesse statt.
    (http://cms.messe-stuttgart.de/cms/spiele10_besucher_messe000.0.html)
    Aber das ist dir vermutlich ZU südlich, oder?

    @Schizzo:
    Was bedeutet denn HL? Selbst google und Wikipedia konnten mir nicht weiterhelfen was du wohl meinen könntest.
    Wizards hatte in diesem Jahr WIEDERUM keinen Stand.
    Das hatten Sie auch irgendwo offiziell angekündigt – Link müsste ich jetzt suchen. Ziemlich peinlich, wie ich finde.

  5. endijian meint:

    „Danke für die netten Einträge zur Spiel! Ist Essen eigentlich beweglich und könnte ein Stück Richtung Süden verschoben werden“

    Hihi @ ormus…

    Du weißt schon, dass Dein Kommentar auf einem Niveau mit
    „Ist München eigentlich beweglich oder könnte das Oktoberfest mal etwas nach Norden verschoben werden“ ist?
    😉

  6. DrLambda meint:

    Hey, diese Anhänger habe ich überhaupt nicht gesehen. Die sind zwar ziemlich nerdig, aber machen schon was her.

  7. Danny meint:

    Ich finde deine Berichte interessant. Bin selber auch Magicspieler und habe auch einige Decks, Einzelkarten, Ordner und Hüllen mitgenommen. Was du mal nächstes Jahr ausprobieren solltest: Die Spiele von Adventure Planning Service (Halle 9) aus Tokyo. Ich habe mir da drei Spiele und ein Erweiterungsset in den letzten drei Jahren da gekauft. Die Leute sind super nett und die Spiele pfiffig und interessant. LG 🙂

  8. Malz77 meint:

    HL=Highlight?!

  9. Schizzo1985 meint:

    Ja HL= Hightlight und AHL= AntiHighlight

    Oder anders ausgedrückt.
    Wie jedes Jahr macht es super viel Spass auf die Messe zu gehen, im Vergleich zu den vorigen Jahren aber enttäuschend wie sich die Messe entwickelt

  10. Zeromant meint:

    Offtopic:

    Wieso verlinken eigentlich Deine Seiten Couchmagic und Couchdraft nicht (zumindest in übersichtlicher Form) aufeinander?

  11. atog28 meint:

    Couchdraft ist eine eigenständige Seite.

  12. Malz77 meint:

    kommt noch Tag 3 und 4?

  13. atog28 meint:

    The person you have called is temporably unavailable…

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