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Abstimmungswachheit

atog28

Doch, das ist ein neuer Eintrag. Was allerdings das Antonym (Gegenteil) von „Müdigkeit“ ist, würde ich gerne wissen. Vielleicht ist das so wie bei Durst und das gibt es gar nicht. Kommt mir jetzt keiner mit „Wachsamkeit“ – das ist was anderes.

Was ich immer mal verlinkt haben wollte, war der Storm Scale, auf dem Mark Rosewater die Wahrscheinlichkeit angibt, mit der Artefakte (nicht die mit dem grauen Rahmen) aus der Magicgeschichte wiederkommen. Einiges darauf finde ich schwierig nachzuvollziehen. Aber dafür gibt es ja seine Podcasts (Drive to Work), damit man ihn besser versteht.

Darauf muss ich unbedingt noch mal zurück kommen, beispielsweise im Rahmen von Legendary Atog.

Heute wollte ich mich wieder etwas um WUBRG kümmern und zu einer Abstimmung aufrufen. Normalerweise entscheide ich das zwar selber, aber ich bin mir bei einem Punkt wirklich nicht sicher und wollte den zur Diskussion stellen, sobald ich darauf hingewiesen habe, dass es bei den Modern Masters Karten noch nicht die korrekte Rarity gibt (hier habt ihr es zuerst gelesen!).

Das Phyrexian-Hulk-Problem

Ich will mich der Frage langsam nähern. Du kennst bestimmt schon die WUBRG-Kartensuche. Das Ergebnis einer Kartensuche wird da als Liste dargestellt. Wenn ich beispielsweise Heavy Fog oder Phyrexian Hulk suche (was zwei Karten sind, die für meine Frage die neben Basic Lands am wesentlichsten Unterschiede haben), dann sieht das Ergebnis eindeutig aus, wenn man mit dem Kartennamen gesucht hat. So weit, so gut.

Kartensuche nach Phyrexian Hulk

Worauf ich mit meiner Frage hindeuten will, ist der Wert in der rechten Spalte. Dort steht „Rating: 45%“. Dieser Ansatz steht da für jede Karte und soll sie qualitativ vergleichbar machen. Halte das einen Moment im Gedächnis, ich komme gleich darauf zurück, denn mit diesem Wert wird sich noch ein Problem ergeben.

Etwa in der Mitte stehen die Sets, in denen diese Karte gedruckt wurde, und darunter auch, welche Seltenheitsstufe die Karte in diesen Sets hatte. Kann man noch mehr über die Karte erfahren? Ich habe extra eine genommen, die keinen verwirrenden Kartentext hat.

Wenn du „Phyrexian Hulk“ auf dieser Suchliste anklickst, kommst du zur Detailansicht der Karte. Bei dieser Detailansicht wird die Karte nicht zusammengefasst betrachtet, sondern für jede Edition einzeln. Das ist zumindest der obere Teil. Weiter unten gibt es noch mehr (verwirrende) Information, aber ich will erst mal nur den oberen Teil mit den verschiedenen Editionen fokussieren.

Bewertungen

Das Rating für die verschiedenen Printings von Phyrexian Hulk weicht deutlich voneinander ab. Das niedrigste ist (derzeit) 36% für die Version aus M13. Das höchste Rating bekommt die Version der neunten Edition mit momentan 66%. Wie kann es zu diesen Abweichungen kommen und was sagen sie aus? Warum ist das ein Problem?

Einen kleinen Sprung zurück zur Kartensuche. Auf der Ergebnisliste befand sich nur ein Wert von 45%. Dies ist kein Mittelwert, sondern entspricht dem Eintrag, aus dem auch das Kartenbild geliefert wurde. Die Version der Siebten Edition hat ein Rating von 45%, und das wird dort angezeigt. Es ist also ein zufälliges Ergebnis.

Bei der Kartensuche lassen sich über einen Klick auf „(Advanced)“ noch weitere Suchoptionen hinzufügen, die normalerweise nicht angezeigt werden. Darunter findet man auch eine Auswahlmöglichkeit für „Rating“, die sich rechts unten befindet. Benutzt man diese Einschränkung zusätzlich um Phyrexian Hulk zu suchen, dann ändert sich das Ergebnis der Kartensuche.

Suche nach guten Karten (>= 60%)
Suche nach den schlechtesten Karten (<= 40%)

In beiden Kartensuchen wird Phyrexian Hulk gefunden. In der ersten Suche die Version mit dem Maximalwert, in der zweiten Suche die Fassung mit dem Minimalwert.

Wie kann eine Karte gleichzeitig gut sein und dann wieder zu den schlechtesten Karten gehören. Mathematisch gefragt: Warum ist x >= 60% und x <= 40%? Zunächst ist es vielleicht unklar, woher die Bewertungen stammen, wenn man auf WUBRG doch nirgendwo eine Bewertung abgeben kann. Ja, das ist ein Give-Away, damit du nicht so lange suchen musst. Man kann’s nicht. Die Bewertungen werden aus dem Gatherer übernommen, wo sie in Form von kleinen Sternchen angezeigt werden, wobei an einigen Sternchen herumgeknabbert wurde.

Auch beim Gatherer gibt es für die unterschiedlichen Versionen unterschiedlich angeknabberte Sternchen. Bei Magic 2013 gerade mal anderthalb, bei der der neunten Edition ganze drei.

Jetzt wird es Zeit, die Frage zu stellen:

Soll ich das derzeitige Verhalten beibehalten oder ein übergreifendes Rating für die Karte ausweisen?

(wobei: „I couldn’t care less“ ist eine valide Abstimmung dazu)

Das derzeitige Verhalten ist so wie der Gatherer. Die Logik dahinter kann sein, dass eine Version eben tatsächlich besser als eine andere ist, weil sie beispielsweise ein schöneres Bild hat. Oder im Limited dieses Sets ist die Karte besser als andere. Das wären gute Gründe für unterschiedliche Bewertungen und darum habe ich das auch so übernommen.

Aber in letzter Zeit zweifle ich daran, dass diese Bewertungen von mündigen Personen abgegeben werden. Es ist kein konkreter Verdacht – mehr beobachte ich, dass es einige Karten gibt, bei denen die Bewertungen stark voneinander abweichen. Es gibt etwa 90 Karten mit einer Abweichung von mehr als einem ganzen Stern (und Heavy Fog ist neben dem Phyrexian Hulk der Spitzenreiter der nicht-Basic-Karten).

Diese Abweichung führt dazu, dass die Kartensuche nach Rating irreführende Ergebnisse liefert, wie oben beschrieben. Auffälliger ist dieses Verhalten aber bei der Kartenliste, bei der zufällige Ratings ausgegeben werden. Der Wert, der eigentlich zum Vergleichen der Qualität dienen soll, verliert mit den schwankenden Werten an Aussagekraft. Nicht wesentlich, aber da ich die Kartensuche schon längere Zeit benutze und diesen Wert im Auge habe, fällt es irgendwann auch auf. Problematisch ist das dort noch nicht.

Das wird es erst, wenn man sich die Ratings für’s eigene Deck ansehen will. Als Beispiel nehme ich Zähl‘ bis 7 [Belcher] von Oetzie. Dort steht Pyroclasm unter den schlechtesten Karten, weil es eine zufällige Edition gibt, hier ein World Championship Deck, die zur Bewertung herangezogen wird. Da diese Version nicht im Gatherer enthalten ist, gibt es auch keine Bewertung dafür und der Wert ist schlecht.

Es ist klar, dass man dies durch ein „unbekannt“ ersetzten könnte, was aber das Problem nicht löst. Auch könnte man die legalen Sets für dieses Turnierformat als Leitplanken definieren, sodass keine World Champion-Karten in Legacy-Decks bewertet werden, weil es einfach eine andere Edition sein muss. Aber auch dann gibt es das Phyrexian-Hulk-Problem und Pyroclasm gibt es in so vielen Sets. Es hat einen Spread von 84-91%. Das gefährdet nicht die Versetzung, ist aber ein Notenunterschied im Leistungskurs „Direct Damage“.

Insgesamt führt das Problem dazu, dass die Bewertung von Decks nicht verlässlich ist und der Fehler auch nicht leicht vorhersagbar ist (die Bewertungen ändern sich im Zeitablauf auch noch, nur auf die Printings zu zielen, reicht nicht aus). Auffällig wird das insbesondere dann, wenn man eine Deckevolution betrachtet (beispielsweise vom Ex-Torte) und kleinste Änderungen an der Deckliste deutliche Sprünge im Rating nach sich ziehen. Man bekommt schwarz-weisse Haare, wenn man das nachrechnet, weil es nämlich nicht stimmt.

Darum denke ich darüber nach, die einzelnen Bewertungen so zu lassen wie sie sind, aber bei den Zusammenführungen in kummulierte Bewertungen wie bei den Decks einen Durchschnitt der Bewertungen zu bilden, die grösser als null sind (also Karten aus World Championship-Decks u.ä. auch im Nenner nicht mitzuzählen) und bei Turnierformaten nur die Karten zu zählen, die in diesem Format legal sind.

Ich glaube, das löst das Phyrexian-Hulk-Problem. Oder?

MKM Trivia

Abschliessend noch ein Hinweis: nach einem halben Jahr Pause gibt es auf dem Magickartenmarkt Blog wieder eine Trivia. Ich dachte schon, ich hätte in meiner provokanten Art, mich mit dem Trivia #60 und der grossen Vokalharmonie zu beschäftigen (Adventskalender! NICHT!) die Ausrichter beeinflusst. Schön zu sehen, dass ich mich irrte. Macht alle mit… moment… nein, macht lieber nicht mit, ich habe ja sonst niedrigere Gewinnchanchen. 🙂

8 Kommentare

  1. Mario Haßler meint:

    Aufgewecktheit?

    Ich weiß nicht, ob es mir zusteht zu kommentieren, da ich, wie ich zugeben muss, die Suchfunktion von wurbl.de selten nutze (und auch immer bei dem Domainnamen ins Stolpern gerate). Dessen ungeachtet hier meine Meinung:

    Während es beim Gatherer durchaus darum gehen könnte, ob die eine Version einer Karte ein hübscheres Bild hat als eine andere, oder ob sie besser zu dem damaligen Standard- oder in das jeweilige Block-Format gepasst hat oder passt, geht es bei http://wubrg.de/ (copy&paste) doch wohl eher um die Spielstärke, sprich eine pauschale Empfehlung, ob man diese Karte in ein Deck packen sollte oder nicht. Das ist unabhängig von der Edition, also würde ich hier generell nur den Mittelwert verwenden.

    Das Problem ist lediglich, dass es keinen „sauberen“ Mittelwert gibt. Abgesehen von dem Umstand, dass es eine untergeordnete Rolle spielen sollte, ob eine Karte schön oder hässlich ist, ist der Mittelwert von mehreren Bewertungen nun mal nicht deren Summe geteilt durch die Anzahl. Da du aber nicht weißt, auf wie viele Stimmen sich die einzelnen Bewertungen stützen (oder?), bleibt dir wohl nichts anderes übrig als es so zu berechnen und darauf zu hoffen, dass die Zahlen groß genug sind und der Fehler klein ist.

  2. atog28 meint:

    Wäre es zu böse, wenn ich jetzt sage „wer sich die Farben von Magic nicht merken kann“? 🙂
    Ok, also für alle, die sich den Domainnamen nicht merken, gibt es noch http://mtgcard.de/ und http://mtgdeck.de/ und das müsste doch besser gehen.
    Was ist „MTG“?
    Gutes Argument… dann halt http://magicdecks.de/
    Da ich das Autoausfüllen benutze, brauche ich mir ohnehin nur „WU“ zu merken. Da habe ich leicht Reden…

    Es wäre möglich, einen gewichteten Mittelwert zu bilden, da die Anzahl der Stimmen bekannt ist. Diese Anzeige wird oft unterdrückt und steht wohl bisher nur bei den Top-Karten eines Sets (Beispiel: http://wubrg.de/sets.php?detail&a=SVT).

    Sollte ich einen Mittelwert bilden, dann stimmt vielleicht auch die Bewertung für Limited-Decks nicht mehr. „Vielleicht“, weil die Bewerter unterschiedliche Motivationen haben und schon die Bewertung einer Karte persönlichen Vorlieben unterliegt. Wahrscheinlich auch zeitlichen – ich habe es noch nicht verfolgt, aber die Karten scheinen in ihrer aktiven Zeit Bewertungen zu sammeln und für ältere Karten kümmert sich kaum noch jemand.

  3. Mario Haßler meint:

    Achso, das steht für wolkenweiß-ultramarinblau-bitumenschwarz-rosenrot-grasgrün, na da hätte ich ja gleich drauf kommen können!

    Für Limited-Decks könnte der Mittelwert verfälscht sein, da stimme ich dir zu. Fragt sich bloß, ob das ein Problem ist. Zum einen ist die Limited-Umgebung möglicherweise nur von zeitlich begrenztem Interesse (ist doch so, oder?), zum anderen gibt ein schlechter Bewertungsmittelwert immerhin einen Hinweis darauf, was an dem Deck möglicherweise auszutauschen wäre, wenn es nicht der Limited-Beschränkung (schönes Wort) unterliegen müsste.

    Inwiefern die Bewertung dafür aber überhaupt taugt, ist fraglich. So hat „Chain Lightning“ eine Bewertung von um die 91%, „Lightning Bolt“ an die 97%, „Shard Volley“ jedoch nur 55% und damit sogar noch deutlich weniger als „Shock“ mit 73% oder auch „Searing Spear“ mit 65% oder „Surging Flame“ mit 60%. Ich finde „Shard Volley“ nicht so schlecht im Vergleich zu den genannten Karten.

  4. Saber-Ants meint:

    Wach – es kann so einfach sein.

  5. atog28 meint:

    Die Müdigkeit trieb ihn in den Schlaf. Die Wach hielt ihn aufmerksam (sic!).

    Wenn nur die Müdigkeit nicht wäre, man könnte noch weiter machen. Da wir von der Wach besitzen, weiter zu machen…

    Nein, sorry, hier Adjektive als Nomen verkaufen und „so einfach“ rufen ist nicht drin.

  6. Hippy meint:

    Wie wäre es mit Tatendrang, Elan, Vitalität, Lebenslust, Beschwingtheit oder Lebendigkeit. Ich glaube die Schwierigkeit liegt darin, einen Zustand zu beschreiben, der als normal gilt und den man eigentlich nur in der Negation braucht. Außerdem ist fraglich, ob das, was wir mit einem Synonym für das „Wachsein“ suchen, auch das Gegenteil von Müdigkeit ist. Müde sein ist das Gefühl, was man hat, wenn der Körper Schlaf braucht und man nicht schlafen kann. Dann müsste das Gegenteil das Gefühl sein, wenn der Körper keinen Schlaf braucht (obwohl man vielleicht schlafen könnte). Wachsein ist das Gegenteil von Schlaf. Ich glaube, es gibt kein Gegenteil für solche Worte. Gefühle haben kein Gegenteil. Ist Hass das Gegenteil von Liebe? Ich denke nicht wirklich.

  7. Teardrop meint:

    Hey Atog, You’ve been officialy philosophy-slammed!

    *schüttel*

    Aber recht hat er.

  8. KMB meint:

    Den Nutzern ein Rating zu zeigen, das sie nicht beeinflussen können, scheint mir genauso sinnvoll wie die Daten der „Konkurrenz“ unbedacht zu übernehmen.

    Die Frage wieso einige Varianten der Karten ein anderes Rating als ihre Artgenossen haben, ist schnell geklärt wenn man sich bewusst macht wie diese Ratings entstehen. Random Guy trifft randomly auf random Karte und rated ebenso randomly ohne die anderen random Varianten analog zu behandeln. Zu den random Entscheidungshilfen, die einem da zur Wahl stehen (angefangen von den physischen Eigenschaften der Karte bis zu ihrem Einfluss auf etwaige Formate; ein kurzer Check zeigte sogar, dass unterschiedliche Sprachen unterschiedliche (oder meist keine) Ratings haben), lassen sich fast genauso viele Kriterien ableiten auf die man ein Rating beziehen könnte, so dass eigentlich genauso viele Ratings existieren müsste.

    Worauf ich letztlich hinaus will: Kartenratings sind shizz. Deckratings auch aber irgendwie weniger, wobei sich bei Decks die zeitliche Komponente (die auch für Karten sehr relevant ist) größer auswirkt, wie du selbst schon bemerktest.

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