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Two-Headed Giant – Magic Mittwoch v0.1

atog28

Für unsere mittwöchliche Spielgruppe haben wir seit längerem – also bereits bevor Wizards of the Coast während der Time Spiral Grand Prix offizielle Regeln verlautbaren liess – Regeln für eine Teamvariante zu viert, genannt Two-Headed Giant. Diese Variante entstand in Casual-Kreisen bereits sehr früh, denn natürlich wollte man schon immer Magic im Multiplayer spielen.

Als Wizards dann offizielle Regeln rausbrachten, haben wir vieles davon adoptiert. Beispielsweise die gleichzeitigen Züge und die Senkung von 40 auf 30 Leben. Und zunächst sah es auch alles prima aus. Wizards hatten sogar im Design-Team das Auge auf Multiplayer gerichtet und einige Effekte skalieren nun mit der Anzahl von Gegnern oder berücksichtigen wenigstens, dass es mehr als einen Gegner oder Mitspieler gibt. Doch dann kam eine Karte, die das alles zunichte machte.

Oder genauer gesagt – es ist ein Set von Karten. Es war beispielsweise diese hier:



Vizkopa Guildmage

oder die:



Crackling Perimeter

oder die:



Debt to the Deathless

oder diese:



Syndic of Tithes

und wenn wir ehrlich sind auch diese:



Hurricane

Die machen die Spiele einfach viel zu kurz. Oft genug sind sie auch nicht sinnvoll zu beantworten, ausser wir wollen ein Meta mit wesentlich mehr Denial (Counterspells, Landzerstörung, Discard). Ein Ban für die Karten haben wir ausprobiert, aber eigentlich sind sie nicht wirklich schlimm – wann hat man zuletzt von Tuniererfolgen von Earthquake gehört, oder von einem Standard-brechenden Gate-Deck mit Crackling Perimeter?

Das Problem liegt also nicht in den Karten, sondern daran, dass sie genau in Two-Headed-Giant zu stark sind. Zwar könnte man sie dann immer noch formatgebunden bannen – aber dann müssten wir laufend unterschieliche Decks für die Formate anpassen oder mitbringen, um auch für Emperor oder Pentagramm Decks dabei zu haben, falls wir doch mal nicht nur zu viert sind. Die Lösung, die bei einem der letzten Abende entstand, war, das Format anzupassen, denn als wesentlicher Unterschied zu diesen Multiplayer-Varianten verfügen die Spieler bei Two-Headed-Giant eigentlich über weniger Leben.

Daher stelle ich folgend die zusätzlichen Regeln vor, die für unsere Two-Headed-Giant-Runde gelten. Diese sind Abweichungen, Klarstellungen und Änderungen zu den offiziellen Regeln (hier hätte ich jetzt gerne einen Link auf die Wizards-Seite gesetzt, aber seit dem Redesign findet sich selbst Onkel Google nicht zurecht). Diese können von den offiziellen Regeln abweichen (dies ist mit einem Sternchen * markiert).

Hier geht es zu den Regeln:

Two-Headed Giant – Magic Mittwoch

Beispiele

Und damit das nicht so technisch ist, hier noch ein paar Beispiele – quasi auch als „Single-Card Rulings“. Für die Beispiele gilt: Asterix und Obelix sind Team Gallien und spielen gegen Romeo und Julia (Team Shakespeare).

Flame Rift
Alle sind auf 30 Leben. Obelix spielt Flame Rift und macht vier Schaden auf alle Spieler. Dadurch verliert Team Gallien 4 Leben und Team Shakespeare verliert 4 Leben. Beide Teams sind nachher auf 26 Leben.
Erklärung: alle verlieren Leben durch ein gleiches Ereignis, der Verlust wird als ein Ereignis verrechnet

Heartless Hidetsugu
Team Gallien ist auf 17 Leben. Obelix aktiviert einen Heartless Hidetsugu aktiv. Team Gallien verliert 8 Leben und ist auf 9. Erklärung: der Effekt wird nur einmal auf das Team angewendet. Er benutzt die Lebenspunkte des Teams als Basis.

Test of Endurance
Asterix hat Test of Endurance im Spiel. Team Gallien hat 52 Leben. Sie gewinnen im Upkeep nicht das Spiel.
Erklärung: die Lebenspunkte werden explizit genannt, also in einen relativen Wert zu den Startlebenspunkten umgerechnet. Das Team gewinnt erst bei 60 Lebenspunkten.

Vampire Lacerator
Romeo hat Vampire Lacerator im Spiel. Team Gallien ist auf 10 Leben. Romeo verliert keinen Lebenspunkt.
Erklärung: zwar ist die Frage nach einem absoluten Lebenspunktestand, aber nicht auf den eigenen – daher wird dies nicht umgerechnet.

Magister Sphinx
Asterix spielt Magister Sphinx und wählt Julia. Danach ist Team Shakespeare auf 10 Leben.
Erklärung: Die Lebenspunkte sind nicht von Ressourcen abhängig und werden auf den entsprechenden Wert gesetzt. Dasselbe passiert, wenn er sich selbst wählt.

Biorhythm
Julia spielt Biorhythm. Sie hat 20 Saproling-Token. Romeo hat keine Kreaturen. Asterix hat zwei Sphinxen, Obelix hat drei Goblins und einen Ogre. Danach hat Team Gallien 6 Leben, Team Shakespeare hat 20 Leben.
Erklärung: Die Ressourcen beider Spieler werden für die Ermittlung herangezogen, auf welchen Wert die Lebenspunkte gesetzt werden.

Crackling Perimeter
Obelix tappt sechs Gates für Crackling Perimeter. Team Shakespeare verliert 6 Leben.
Erklärung: die Lebenspunkte-Verluste werden zusammen genommen.

12 Kommentare

  1. Mario Haßler meint:

    Oh, mir war gar nicht bewusst, was für eine Bombe „Heartless Hidetsugu“ in „Two-Headed Giant“ eigentlich ist! (Ok, im Prinzip wusste ich es seit der Beantwortung einer entsprechenden Frage kurz vor Weihnachten 2012, aber danach habe ich es wohl wieder verdrängt.)

    Zum „Test of Endurance“: Die Startlebenspunkte des Teams sind ja eigentlich nicht 20+10, sondern 20×1,5 (weil 20×2 sich als zu viel erwiesen haben). Sollte der „Test of Endurance“ dann nicht erst bei 50×1,5 = 75 Lebenspunkten erfolgreich sein? (Bei den Giftmarken wird im Grunde ja auch so verfahren.)

    Den Umgang mit dem „Vampire Lacerator“ verstehe ich überhaupt nicht. Auf welche Regel-Nummer aus eurer Liste 0.1 beziehst du dich da?

    Insgesamt stimme ich zu, dass die bestehenden offiziellen Regeln so manchen Karten und Situationen nicht gerecht werden. Kommt bei uns wohl auch hin und wieder vor, aber das sind doch eher Ausnahmen, die man abhakt und sich dem nächsten Spiel zuwendet. Da wir viele verschiedene Varianten spielen, von denen „2HG“ nur eine ist, gibt es keine Decks, die sich gezielt darauf einstellen, solche Schlupflöcher in den Regeln auszunutzen.

    Noch zwei Tipps:

    Statt spezieller Decks für diese oder jene Variante (also insbesondere Einzel, Team oder Nicht-Team) kann man jedem Deck auch eine Art „Sideboard“ hinzufügen zusammen mit einer Liste an Karten, die je nach Format vor dem Spiel ausgetauscht werden. Hat sich bei mir seit vielen Jahren sehr bewährt.

    Und: Für die offiziellen Regeln hättest du auch auf http://magic.freizeitspieler.de/ausfuehrliche_regeln_8_mehrspielerregeln.php#810 verweisen können — auch wenn die deutsche Übersetzung keine offizielle ist.

  2. atog28 meint:

    Den Hidetsugu hat bei uns keiner gespielt – aber in letzter Zeit drucken Wizards so viele skalierende Karten, dass es schwierig ist, die oben genannten – eigentlich ziemlich schlechten Karten – im 2HG nicht (ebenfalls) als broken zu bezeichnen.

    Die Berechnung der Lebenspunkte per Faktor statt per Addition müssen wir mal diskutieren. Divinity of Pride und vor allem Serra Ascendant sind die praktisch relevanten Karten dazu (der 1-Drop als 6/6 Lifelink Flieger macht die Spiele so kurz).

    Mit dem Sideboard kann ich mich nicht anfreunden, so lange es über eine (meist farbliche) Anpassung für Commander hinausgeht. Was dafür ausgetauscht werden müsste verändert oft die Decks auch strukturell. Im Pentagram finde ich Crackling Perimeter ok.

  3. Mario Haßler meint:

    Was Karten wie „Divinity of Pride“ oder „Serra Ascendant“ angeht, könnte man ja auch zurück zu der alten Regel, dass jedem Spieler die Hälfte der Team-Lebenspunkte gehören. Damit würde auch „Heartless Hidetsugu“ den „passenden“ Schaden machen (im Schnitt etwas weniger, weil zweimal abgerundet).

    Mir fällt gerade nicht ein, was überhaupt der Grund war, diese Regel zu ändern.

    Ja, im Pentagramm ist vieles, was im 2HG zu heftig ist, gerade richtig, um sich gegen zwei Gegner behaupten zu können.

  4. trischai meint:

    Das Beispiel mit dem Vampire Lacerator versteh ich auch nicht. Könntest du da nochmal erklären was der Unterschied ist vor allem gegenüber Test of Endurance.

  5. trischai meint:

    Gerade auch gesehen:

    „* Wenn ein Spieler durch einen Spruch oder Effekt einen Extrazug oder eine zusätzliche Phase erhält, dann gilt dies nicht für den Teampartner. Der betroffene Spieler führt diesen Zug oder diese Phase alleine als aktiver Spieler durch, alle anderen Spieler werden nicht-aktive Spieler.“

    Die Regel funktioniert so nicht, da Spiele „asynchron“ werden. Folgendes Beispiel: Spieler A1 greift mit Godo an und geht in seinen zusätzlichen Combat Step. Spieler A2 wäre dann in seiner 2ten Mainphase und könnte während dem Combat Step von Spieler A1 Sorceries ausspielen.

    Wir haben an der Stelle viele Möglichkeiten ausprobiert und es gibt immer wieder Situationen, die durch den „Limbostatus“ von Spieler A2 zu argen Problemen führen. Am Ende haben sich nur die Extremen bewährt entweder komplett getrennte Züge oder komplett zusammen.

  6. atog28 meint:

    @Vampire Lacterator: wir haben bisher die Referenzen auf fremde Lebenspunkte (betrifft eigentlich nur diese Karten mit den 10er Effekten) nicht umgerechnet. Das sollten wir vielleicht auch noch besprechen, ob man hier von der Hälfte der Startlebenspunkte ausgehen soll.

    @Zugregel: ich habe es an anderer Stelle auch schon mal gehört, dass es nicht funktionieren soll – aber ich verstehe nicht warum nicht. Wieso werden die Spiele asynchron? Kann dazu jemand ein Beispiel geben?

    In dem Beispiel mit Godo (zweiter Kampf) ist es doch so, dass A1 eine zweite Kampfphase durchführt, in der auch A2, B1 und B2 sind (bzw. Obelix, Romeo und Julia). Die zweite Hauptphase von A2 beginnt erst, wenn A1 mit der Angriffsphase durch ist.

    Welche problematischen Situationen entstehen da?

  7. trischai meint:

    Ich glaube am besten ist ein Beispiel mit Skip Phase X.

    Spieler A1 muss die Phase übergehen. Spieler A2 befindet sich aber gerade in Phase X. Wo befindet sich das Spiel jetzt? Da es offensichtlich keinen globalen Turn geben kann, sonst wären ja alle in der selben Phase, ist das Spiel ab da „asynchron“.

    Richtig spielrelevant wird dies wenn Effekte triggern bei Beginn/Ende von Phasen, Prioritätskonflikten wenn beim betroffenen Team Effekte gleichzeitig triggern oder Unstimmigkeiten was beide Spieler machen dürfen während den betroffenen Zügen/Phasen. Das kann zu wildem durcheinander führen.

  8. Mario Haßler meint:

    @trischai: Ich glaube du hast den Trick nicht so recht verstanden. Der Spieler des aktiven Teams, der gerade keine Extraphase hat, wird für diese Dauer einfach zu einem nicht-aktiven Spieler. Er nimmt also wie die Gegner an der Phase teil, kann aber nicht das tun, was der aktive Spieler tun kann, sondern nur das, was jeder Spieler tun kann, der nicht am Zug ist.

    Entsprechend ist er im Extrazug seines Teampartners nur nicht-aktiver Spieler.

    Ich finde, das ist eine sehr einfache und zugleich effektive Idee. Ich sehe da keine Probleme.

  9. Mario Haßler meint:

    Sehe gerade, dass du dich auf Phasen bezogst, die übersprungen werden. Hier ist es nicht anders: Der Spieler, der überspringt, wird für die Dauer zum nicht-aktiven Spieler. Das heißt die Phase findet trotzdem statt, nur nimmt der Spieler nicht als aktiver Spieler teil.

    Es könnte Fähigkeiten geben, die dann auch für den“zwangsdeaktivierten“ Spieler auslösen. Aber hier müsste man erst einmal schauen, welche davon zu einem Problem werden könnten.

  10. Bernie meint:

    Vieles wird einfacher, wenn man einen Zweiköpfigen-Riesen als einen Spieler mit zwei Köpfen, und damit als einen Gegner, ansieht. Extort und Gary sind damit wieder auf einem vernünftigeren Niveau, auch wenn Fähigkeiten (wie Extort) die am Kampf vorbei gewinnen lassen im 2HG immer noch übel sind. Übel für den/die Gegner.

  11. atog28 meint:

    Nee, genau das ist es eben nicht. Es sind zwei Spieler, und damit auch zwei Gegner. Aber der Lebenspunkte-Pool ist gemeinsam und quasi ein Spieler.

    Ich werde dazu mal was zeichnen… 🙂

  12. Bernie meint:

    Sehe ich schon so, dass diese Betrachtungsweise einiges vereinfacht.
    Von den Regeln her korrekt ist, dass es zwei Gegner sind. Wenn man aber den Zweiköpfigen-Riesen eben als einen Gegner sieht wird jede Fähigkeit, die bei multiplen Gegnern „ausflippt“ ratz-fatz in ihre Schranken gewiesen. Grey Merchant of Asphodel z.B. ist schon ziemlich broken im 2HG, wenn es den normalen Regeln unterliegt, ist aber wieder im Rahmen, wenn er nur die einfache Menge an Leben entzieht. Zeichne mal was, aber ich kann dir nicht versprechen dass es mich überzeugt 😉

    Ach so, wenn sowas wie Extort nicht macht, dann ist Evasion natürlich noch besser als eh schon. Was ist einfacher, als über ein zugestelltes Spielfeld zu fliegen?

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